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Der multiplex legentibus fructus der "Ecloga Theoduli"
Rezeptionshaltungen aus dem 11. bis 13. Jahrhundert zu einem Schultext
Lukas Öttl
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) Unterrichtsfach Griechisch Unterrichtsfach Latein
Betreuer*in
Katja Weidner
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.78231
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17970.83226.608370-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Bei der Ecloga Theoduli handelt es sich um einen mittelalterlichen bukolischen Wettgesang nach vergilischem Vorbild, in dem der Hirte Pseustis und die Hirtin Alithia gegeneinander antreten: Er singt über einen heidnischen Mythos, dem sie eine biblische Geschichte entgegenstellt. Schiedsrichterin ist Fronesis, die am Ende Alithia zur Siegerin kürt. Unsicher sind ihre Entstehungsumstände, evident aber ihre Bedeutung durch ihre Überlieferungsgeschichte: Von ihr sind 176 Handschriften und 96 frühe Drucke bekannt. Doch was macht ihre Faszination aus? Die Arbeit geht davon aus, dass der Text fester Bestandteil des mittelalterlichen Bildungsbetriebs war. Bei der genaueren Untersuchung von Leselisten lässt sich ein sehr diverser Einsatz der Ecloga Theoduli ausmachen. Sie konnte nicht nur zur Vermittlung von Sprache, sondern auch von Metrik oder Naturkunde dienen. Vor diesem Hintergrund entstehen Einführungstexte, die den Blick der Leserschaft auf das Gedicht verändern, und mittelalterliche Kommentare, die es verstehen, den lückenhaften Erzählstil der Ecloga Theoduli mit Wissen aus verschiedenen Domänen zu füllen. Außerdem entwickeln sie von ihr ausgehend auch Einführungen in den Umgang mit Literatur und führen literaturhistorische Diskussionen. Besonders evident ist die Wirkung der Ecloga Theoduli in zahlreichen Zitaten in Glossaren, die sich mit griechischen Lehnwörtern beschäftigen und denen sie als Fundus dient. Auch die Konzeption der Ecloga Theoduli und ihr allegorisches Figureninventar sind Gegenstand der Rezeption, die in dieser Arbeit bis an den Beginn des 14. Jahrhunderts verfolgt wird.
Abstract
(Englisch)
The Ecloga Theoduli is a medieval bucolic competition song modelled on Virgil, in which the shepherd Pseustis and the shepherdess Alithia compete against each other: He sings about a pagan myth, which she counters with a biblical story. The referee is Fronesis, who in the end chooses Alithia as the winner. The circumstances of its creation are uncertain, but its significance is evident from its history of transmission: 176 manuscripts and 96 early prints of it are known. But what makes it so fascinating? The thesis assumes that the text was an integral part of medieval education. A closer examination of reading lists reveals a very diverse use of the Ecloga Theoduli. It could be used not only to teach language, but also metrics or natural history. Against this background, introductory texts emerge that change the view of readers on the poem. In addition, medieval commentaries were wirtten that know how to fill the incomplete narrative style of the Ecloga Theoduli with knowledge from various domains. They also develop introductions to literature and conduct literary-historical discussions based on it. The impact of the Ecloga Theoduli is particularly evident in numerous quotations in glossaries that deal with Greek loan words and for which it serves as a source. The conception of the Ecloga Theoduli and its allegorical inventory of figures are also the subject of reception, which is traced in this theses up to the beginning of the 14th century.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Ecloga Theoduli Rezeption Mittellatein Bernhard von Utrecht Schultext
Autor*innen
Lukas Öttl
Haupttitel (Deutsch)
Der multiplex legentibus fructus der "Ecloga Theoduli"
Hauptuntertitel (Deutsch)
Rezeptionshaltungen aus dem 11. bis 13. Jahrhundert zu einem Schultext
Paralleltitel (Englisch)
The multiplex legentibus fructus of the "Ecloga Theoduli"
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
III, 94 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Katja Weidner
Klassifikation
18 Einzelne Sprachen und Literaturen > 18.46 Mittellateinische Literatur
AC Nummer
AC17494844
Utheses ID
75345
Studienkennzahl
UA | 199 | 512 | 519 | 02
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1