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Rudolf Jettmar - zwischen Klassizismus und Moderne
symbolistische Neuprägungen der Antike im Zyklus Kain (1919/1920)
Ulrike Kastler
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Kunstgeschichte
Betreuer*in
Werner Telesko
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.78200
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-28923.65729.268561-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Arbeit widmet sich dem österreichischen Maler-Radierer Rudolf Jettmar (1869-1939), der mit seiner traditionsgebundenen Kunst eine Sonderstellung innerhalb einer innovationsfreudigen Moderne einnimmt. Jettmars retardierende Formensprache, die vor allem angesichts seiner lebenslangen Mitgliedschaft in der Wiener Secession überrascht, wird exemplarisch anhand des druckgrafischen Zyklus Kain (1919/1920) aufbereitet, für den Lord Byrons Drama über den biblischen Brudermörder Kain (Cain, 1819) als Vorlage diente. Anknüpfend an Jettmars übliche Kategorisierung als „Klassizist“ steht im Zentrum der Betrachtungen die Aufnahme der Antike und hier insbesondere ihres figürlichen Inventars, denn der Künstler gilt auch als Vertreter des „pantomimischen Symbolismus“, der in körpersprachlichen Elementen Ideen, Visionen oder Gefühle verschlüsselt. Mittels einer formengeschichtlichen Untersuchung wird demonstriert, dass die markanten Posen und Gesten im Zyklus mehrheitlich in den Trauergebärden der griechisch-römischen Plastik oder Vasenmalerei wurzeln und mit ihrem teils „dionysischen“ Habitus auf ein Antikenverständnis verweisen, das sich dem akademischen Klassizismus widersetzt. Dokumentiert wird weiters die schöpferische Anverwandlung und inhaltliche Neuprägung altertümlicher Attitüden sowie ihre Einbettung in etablierte Bildschemata, die vom Künstler unter symbolistischem Vorzeichen weitergedacht werden. Mit dieser Transformation des überlieferten Formenvokabulars in zeichenhafte Bedeutungsträger gelangt Jettmar zu einer bemerkenswerten Revision von Byrons Cain, die ikonografisch und ikonologisch abgetastet wird. Unter Einbeziehung des historischen Kontextes wird ein Deutungsvorschlag für die Blattfolge entwickelt, die, anders als Byrons religionskritisches Stück, die Folgen des menschlichen Erkenntnisstrebens zu reflektieren scheint. Umrahmt wird die Werkstudie von dem Versuch, Jettmars künstlerisches Profil in Grundzügen zu umreißen und seinen unverwechselbaren Stil vor dem Hintergrund einer eigensinnigen Künstlerpersönlichkeit zu erläutern. Insgesamt versteht sich die Arbeit als Beitrag, mit der Behandlung eines wenig bekannten Künstlers den Blick für eine „andere“ Moderne zu öffnen, die komplementär zu den avantgardistischen Bestrebungen dieser Zeit verstanden werden muss.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Rudolf Jettmar Wiener Moderne Moderne Secession Symbolismus Klassizismus Antikenrezeption Lord Byron Kain
Autor*innen
Ulrike Kastler
Haupttitel (Deutsch)
Rudolf Jettmar - zwischen Klassizismus und Moderne
Hauptuntertitel (Deutsch)
symbolistische Neuprägungen der Antike im Zyklus Kain (1919/1920)
Paralleltitel (Englisch)
Rudolf Jettmar - between Classicism and Modernism
Paralleluntertitel (Englisch)
symbolist reinterpretations of Antiquity in the Cain cycle (1919/1920)
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
IV, 169 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Werner Telesko
Klassifikationen
20 Kunstwissenschaften > 20.31 Bildende Künstler ,
21 Einzelne Kunstformen > 21.39 Graphik. Sonstiges
AC Nummer
AC17494310
Utheses ID
75454
Studienkennzahl
UA | 066 | 835 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1