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Die Kinematographierung der Philosophie durch Deleuze
wie die Film-Bücher eine deleuzianische Praxis der Virtualisierung von Gedankensedimenten in seinen Schriften erhellen können und seine Methode der Gegenverwirklichung zum Ausdruck bringen
Eva Maria Jägle
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium der Philosophie Philosophie
Betreuer*in
Arno Böhler
DOI
10.25365/thesis.80457
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-13667.85072.894552-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Dissertation untersucht die kinematographische Methode im Sinne Gilles Deleuzes, wobei sie das Zusammenspiel von Film und Philosophie in den Vordergrund stellt. Deleuze betrachtet die Geschichte der Philosophie als ein vielschichtiges Feld, in dem das Denken selbst wie ein Film betrachtet und untersucht werden kann. Seine kinematographische Lesart bedeutet dabei nicht bloß eine Kritik der Werke anderer Philosoph:innen, sondern eine aktive Aneignung und Transformation ihrer Konzepte. Er greift zentrale Figuren von Kant, Nietzsche, Hegel, Leibniz und Foucault auf, um deren Theorien in eine filmische Dynamik zu versetzen: Denkbewegungen werden als Schnitte, Übergänge und Montagen analysiert, wodurch die Schichten und unentdeckten Potenziale der jeweiligen Philosophien sichtbar gemacht werden. Hierbei denkt Deleuze das Netz der philosophischen Einflüsse als einen Immanenzplan, in dem jede Denker:in ihre eigene Diagrammatik aufweist. Besondere Bedeutung erhält die Darstellung von Zeit und Bewegung, die Deleuze mit seinem Konzept des Zeit-Bildes thematisiert. Anders als im klassischen Reiz-Reaktions-Schema des Bewegung-Bildes hebt das Zeit-Bild den Schnitt hervor und macht die Zeit zwischen den Bildern erfahrbar. Filmische Verfahren wie Montage, Kadrierung und Überblendung werden als methodische Werkzeuge verwendet, um Denkprozesse zu analysieren und neu zu kontextualisieren. In seinen Kino-Büchern entwickelt Deleuze sein neues (kinematographisches) Bild des Denkens zum ersten Mal mehr oder weniger klar. Sein Film-Denken erlaubt es daher, das Gesamtwerk von Deleuze rückwärts als eine stufenweise sich vollziehende Suche nach einem kinematographischen Bild des Denkens zu lesen und seine Bücher, die er vor den beiden Kino-Büchern geschrieben hatte, als Aufbruch hin zu einem filmischen Denken zu interpretieren. Die Werke nach den beiden Kino-Büchern werden hingegen schon als exemplarische Ausformulierungen eines kinematographischen Denkens gelesen. Deleuze wird als „Regisseur-Philosoph“ dargestellt, der die passiven Schichten eines Systems auf ihre aktiven Bewegungen hin untersucht und eine neue, performative Ausdrucksweise für die Philosophie schafft.
Abstract
(Englisch)
This dissertation examines the cinematographic method in the sense of Gilles Deleuze, emphasizing the interplay between film and philosophy. Deleuze approaches the history of philosophy as a multilayered field in which thinking itself can be perceived and studied as if it were a film. His cinematographic reading is not merely a critique of other philosophers' works but an active appropriation and transformation of their concepts. He engages with key figures such as Kant, Nietzsche, Hegel, Leibniz, and Foucault, placing their theories into a cinematic dynamic: movements of thought are analyzed as cuts, transitions, and montages, thereby revealing the layers and undiscovered potentials of each philosophy. In doing so, Deleuze conceives the network of philosophical influences as a plane of immanence, where each philosopher presents their own diagrammatic structure. A particular focus is given to the representation of time and movement, which Deleuze addresses through his concept of the time-image. Unlike the classical stimulus-response model of the movement-image, the time-image emphasizes the cut and renders the time between images perceptible. Cinematic techniques such as montage, framing, and superimposition are employed as methodological tools to analyze and recontextualize thought processes. In his Cinema books, Deleuze develops his new (cinematographic) image of thought for the first time in a relatively clear manner. His film-thinking thus allows for a retrospective reading of his entire body of work as a gradual pursuit of a cinematographic image of thought, with his pre-Cinema writings interpreted as an initial exploration of this filmic approach to philosophy. Conversely, the works written after the Cinema books are seen as exemplary elaborations of a cinematographic mode of thinking. Deleuze is portrayed as a “director-philosopher” who examines the passive layers of a system for their active movements, thereby creating a new, performative mode of philosophical expression.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Deleuze Kinematographie artistic-research performance-philosophie deleuze Kino film-philosophie deleuze Bild des Denkens deleuze hegel deleuze kant Deleuze nietzsche deleuze Leibniz philosophie Geschichte Gegenverwirklichung Virtualität bild des Denkens
Schlagwörter
(Englisch)
deleuze cinema deleuze imagine of thought film-philosophy performance-philosophy artistic research cinematography deleuze-hegel deleuze kant deleuze Leibniz deleuze nietzsche deleuze history of philosophy counter-actualization virtualisation
Haupttitel (Deutsch)
Die Kinematographierung der Philosophie durch Deleuze
Hauptuntertitel (Deutsch)
wie die Film-Bücher eine deleuzianische Praxis der Virtualisierung von Gedankensedimenten in seinen Schriften erhellen können und seine Methode der Gegenverwirklichung zum Ausdruck bringen
Paralleltitel (Englisch)
Deleuze's cinematography of philosophy
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
296 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Lorenz Engell ,
Oliver Fahle
AC Nummer
AC17787573
Utheses ID
75539
Studienkennzahl
UA | 792 | 296 | |
