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Krankheitskonzepte psychischer Störungen und Barrieren bei der Inanspruchnahme psychosozialer Hilfsangebote bei weiblichen syrischen Geflüchteten in Österreich
Dana Pour Ramazan
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Psychologie
Betreuer*in
Ricarda Nater-Mewes
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.78340
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-18743.91861.823370-2
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Syrische Geflüchtete stellen die größte Gruppe von Geflüchteten in Österreich dar. Sie sind starken psychischen Belastungen ausgesetzt und zeigen im Vergleich zur österreichischen Allgemeinbevölkerung eine stark erhöhte Prävalenz von Depressionen. Trotz dieses erhöhten Bedarfs ist die Rate der Inanspruchnahme psychosozialer Hilfsangebote in dieser Population gering. Die Ursachen werden in kulturell bedingten Krankheitskonzepten und diversen anderen Barrieren bei der Inanspruchnahme psychosozialer Hilfsangebote vermutet. Aus Syrien geflüchtete Frauen sind zusätzlichen geschlechtsspezifischen Stressoren ausgesetzt, weswegen Forschung zu ihren spezifischen Bedürfnissen besondere Relevanz hat. Die vorliegende Masterarbeit untersuchte anhand einer qualitativen Fokusgruppendiskussion mit N = 4 Teilnehmerinnen die in der Population weiblicher syrischer Geflüchteter vorliegenden Krankheitskonzepte und wahrgenommene Barrieren bei der Inanspruchnahme psychosozialer Hilfsangebote. Grundlage der Diskussion bildete eine fiktive Fallvignette die eine Person mit depressiver Symptomatik nach ICD-10 beschreibt. Anhand eines semi-strukturierten Interviewleitfadens wurden die Krankheitskonzepte, das Hilfesuchverhalten bei einer vorliegenden psychischen Störung, sowie die Bedürfnislage und Inanspruchnahme von psychosozialer Unterstützung erfragt. Die Auswertung erfolgte mithilfe der thematischen Analyse nach Braun & Clarke (2006). Die Teilnehmerinnen der Studie zeigten unterschiedliche Überzeugungen darüber, ob es sich bei den in der Fallvignette beschriebenen Symptomen um eine psychische Störung handelte. Eine Teilnehmerin erkannte und benannte die Symptome als Depression, andere Teilnehmerinnen beschrieben sie als anderweitiges Problem. Unter den weiblichen syrischen Geflüchteten wurde neben der informellen Hilfe durch die Familie und der Religion als Stütze, die Inanspruchnahme formeller psychosozialer Hilfe befürwortet. Professionalität und Verschwiegenheit eines Psychiaters wurden hierbei betont. Die größte Barriere bei der Inanspruchnahme psychosozialer Hilfsangebote stellte für die Stichprobe die Stigmatisierung durch das soziale Umfeld dar. Wünsche nach Verbesserungen von staatlicher Seite bezogen sich auf von den Teilnehmerinnen erlebte Postmigrationsstressoren. Neben dem Wunsch nach mehr Deutschkursen bestand hier ein starkes Bedürfnis nach einer Verkürzung des Asylprozesses und mehr Sicherheit vor Abschiebungen.
Abstract
(Englisch)
Syrian refugees make up the largest group of refugees in Austria. They are exposed to severe psychological stress and have a much higher prevalence of depression than the general Austrian population. Despite the increased need, the rate of utilisation of psychosocial services in this population is very low. The reasons for this are thought to be culturally determined illness perceptions and various other barriers to the access of psychosocial services. Female refugees from Syria are exposed to additional gender-specific stressors, which is why research into their specific needs is particularly relevant. This master's thesis used a qualitative focus group discussion with N = 4 participants to investigate the illness perceptions and perceived barriers to the utilisation of psychosocial support services in the population of female Syrian refugees. The basis of the group discussion was a fictitious case vignette describing a person with depressive symptoms according to ICD-10. Using a semi-structured interview guide, illness perceptions, help-seeking behaviour in the case of a mental disorder, as well as the needs and use of psychosocial services were surveyed. The evaluation was carried out using the thematic analysis according to Braun & Clarke (2006). The participants in the study had different opinions as to whether the symptoms described in the case vignette were a mental disorder. One participant recognised and named the symptoms as depression, while other participants described them as another problem. Among the female Syrian refugees, the use of formal psychosocial help was favored in addition to informal help from family and religion as other sources of support. The professionalism and confidentiality of a psychiatrist were emphasised. The greatest barrier to accessing psychosocial services for the sample was shame and the fear of stigmatisation by the social network. Unmet needs related to post-migration stressors experienced by the participants. In addition to the desire for more German courses, there was a need for the asylum process to be shortened and for more security against deportation.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Psychische Gesundheit Syrische Geflüchtete in Österreich Krankheitskonzepte Inanspruchnahme psychosozialer Angebote Hilfesuchverhalten Depressionen
Schlagwörter
(Englisch)
Mental health Syrian refugees in Austria Illness perceptions Psychosocial services Help-seeking behavior Depression
Autor*innen
Dana Pour Ramazan
Haupttitel (Deutsch)
Krankheitskonzepte psychischer Störungen und Barrieren bei der Inanspruchnahme psychosozialer Hilfsangebote bei weiblichen syrischen Geflüchteten in Österreich
Paralleltitel (Englisch)
Illness perceptions of mental disorders and barriers to the utilisation of psychosocial services for female Syrian refugees in Austria
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
72 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ricarda Nater-Mewes
Klassifikation
77 Psychologie > 77.70 Klinische Psychologie
AC Nummer
AC17524595
Utheses ID
75611
Studienkennzahl
UA | 066 | 840 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1