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Essays on macroeconomic implications of fiscal federalism
Stefan Smutny
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Wirtschaftswissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doctor of Philosophy-Doktoratsstudium Wirtschaftswissenschaften: (Diss.Gebiet: VWL, DK: Vienna Graduate School of Economics)
Betreuer*innen
Monika Gehrig-Merz ,
Kirsten Wandschneider
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.78477
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-18815.83749.141263-6
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Dissertation besteht aus drei Kapiteln, welche direkte und indirekte Auswirkungen der fiskalischen Dezentralisierung auf Unternehmensverlagerungen, Migration und diskretionäre fiskale Politik. Das erste Kapitel, „Taxed Out? How Early 20th Century Regional Tax Adoptions Shaped Interstate Firm Relocations“, schätzt kausale Effekte dezentralisierter regionaler Steuereinführungen auf Unternehmensverlagerungen innerhalb eines Landes. Hierbei stütze ich mich auf das einzigartige historische Fallbeispiel der gestaffelten und unkoordinierten Einführung von 16 bundesstaatlichen Körperschaftssteuern in den USA des frühen 20. Jahrhunderts als natürliches Experiment. Ich verwende Zensusdaten von Arbeitgebern in einem Gravitationsmodell, um zwischenstaatliche Unternehmensverlagerungen als Reaktion auf diese Steuereinführungen zu schätzen. Dabei ermöglicht dieser Rahmen alle anderen zeitvariierende Standortfaktoren jenseits der Besteuerung zu berücksichtigen. Damit quantifiziere ich einen Anstieg der Unternehmensverlagerungen zwischen zwei Bundesstaaten um 13,02%, wenn der Herkunftsstaat eine Körperschaftssteuer von durchschnittlich 2,5% einführt. Die Heterogenität der eingeführten Steuersätze ermöglicht es zudem, die Elastizität dieser bilateralen Unternehmensansiedlungen bei einem 1 Prozentpunkt höher eingeführten Steuersatzes auf 4,75% zu schätzen. Die Effekte variieren zwischen Sektoren, wobei die zentralen Resultate von Fertigungs-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen verursacht werden. Das zweite Kapitel, „A Taxing Journey: Tax Adoptions and Interstate Migration in the Early 20th Century“, eine gemeinsame Arbeit mit Kirsten Wandschneider, ist eng mit dem ersten Kapitel verbunden und untersucht, ob Einzelpersonen durch Abwanderung aus ihrem Bundestaat auf die Einführung von Lohn- und Körperschaftssteuern reagieren. Bei der Betrachtung desselben Zeitraums verwenden wir verknüpfte Mikrozensusdaten, um zwischenstaatlichen Migrationsflüsse für die gesamten USA für heterogene demografische Gruppen zu verfolgen. Mit einer weiteren Gravitationsschätzung stellen wir fest, dass die Einführung von Lohnsteuern die bilateralen Migrationsströme im Durchschnitt um 8,70% erhöht. Diese Effekte sind besonders stark für Personen im erwerbsfähigen Alter und jungen Personen mit überdurchschnittlichem Einkommen. Unsere Ergebnisse sind robust bezüglich anderen zwischenstaatlichen Migrationstrends und gelten für viele verschiedene Bevölkerungsgruppen. Wir schließen daraus, dass Einkommensteuereinführungen erhebliche Auswirkungen auf die zwischenstaatliche Migration in diesem Zeitraum hatten, wobei potentiell zwei verschiedene Kanäle wirksam wurden. Erstens beeinflusste die direkte Besteuerung des persönlichen Einkommens die individuellen Migrationsentscheidungen. Zweitens führte die Einführung von Körperschaftssteuern zu Unternehmensverlagerungen, die wiederum die Migration beeinflussten. Das dritte Kapitel dieser Dissertation, „Discretionary Policy under Fiscal Decentralization“, konzentriert sich auf die empirische Analyse diskretionären Politik unter variierender fiskalischer Dezentralisierung. Das Ziel ist zu analysieren wie fiskalische Dezentralisierung die zentralen und subnationalen diskretionären Reaktionen auf eine Ausweitung der Produktionslücke beeinflusst (sowohl in Bezug auf Größenordnung als auch Wirksamkeit). Konkret frage ich (1), wie fiskalische Dezentralisierung die Fähigkeit der Zentralregierungen beeinflusst, diskretionäre fiskalische Maßnahmen einzusetzen, und (2), welche Rolle subnationale Regierungen bei der makroökonomischen Stabilisierung unter verschiedenen föderalen Strukturen spielen. Das zentrale Ergebnis zeigt, dass ein hohes Maß an fiskalischer Dezentralisierung mit einer Verringerung der Reaktion der Zentralregierung auf einen negativen Outputschock verbunden ist. Während fiskaler Föderalismus die subnationalen diskretionären Ausgaben erhöht, deuten meine Ergebnisse darauf hin, dass die Wirksamkeit bei der Schließung der Produktionslücke mit dem Grad der Dezentralisierung abnimmt. Die Ergebnisse liefern neue empirische Unterstützung für potenzielle negative Externalitäten der fiskalischen Dezentralisierung auf die makroökonomischen Stabilisierungsfähigkeiten föderaler Staaten.
Abstract
(Englisch)
This thesis consists of three essays that explore the direct and indirect implications of fiscal decentralization for firm relocations, labor mobility, and discretionary fiscal policies. The first chapter, “Taxed Out? How Early 20th Century Regional Tax Adoptions Shaped Interstate Firm Relocations”, estimates the causal effects of decentralized regional tax adoptions on firm relocations within the borders of a country. I rely on the unique historical setting of staggered and uncoordinated introductions of 16 state-level corporate income taxes in the early 20th century U.S. as a natural experiment. I use linked census data on employers and a gravity model to estimate interstate firm relocation responses to these tax adoptions. This framework allows me to account for the entire universe of time-varying location factors beyond taxation. With that, I quantify a 13.02% increase in firm flows between two states when the origin state adopts a corporate income tax of 2.5% on average. Heterogeneity in the introduced rates further allows to estimate the flow elasticity concerning a 1 ppt higher adopted rate to be 4.75%. The effects vary across sectors, finding that the main results are driven by manufacturing, mercantile, and service businesses. The second chapter, “A Taxing Journey: Tax Adoptions and Interstate Migration in the Early 20th Century” asks whether individuals move from the introduction of personal and corporate income taxes. Looking at the same time period, we use linked individual census data to track bilateral migration between states for the entire U.S. for heterogeneous demographics. Employing a gravity estimation approach, we find that the adoption of personal income taxes increases bilateral migration flows by an average of 8.70%. These effects are especially strong for individuals in the labor force and young individuals with above median income. Our results are robust to other interstate migration trends and hold across different subgroups of the population. We conclude that income tax adoptions had substantial implications for interstate migration during this period, potentially operating through two distinct channels. First, the direct taxation of personal income influenced migration decisions. Second, the introduction of corporate income taxes prompted business relocation, which, in turn, affected migration. The third chapter of this thesis, “Discretionary Policy under Fiscal Decentralization”, focuses on the empirical analysis of discretionary policy in environments of varying fiscal decentralization. Here, the objective is to analyze how fiscal decentralization affects the central and subnational discretionary responses of countries to a widening of the output gap (both in magnitude and effectiveness). Specifically, I ask (1), how does fiscal decentralization affect central governments’ ability to deploy discretionary fiscal measures, and (2), what role do subnational governments play in macroeconomic stabilization under different federal structures? The main finding is that high levels of fiscal decentralization are associated with a reduction in the central government’s response to a negative output shock. While a negative output shock elevates subnational discretionary spending, my findings suggest that the effectiveness in closing the output gap decreases with the level of decentralization. The results provide novel empirical support for potential negative externalities of fiscal decentralization on the macroeconomic stabilization capabilities of federal economies.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Fiskalföderalismus Einkommensteuern Unternehmensverlagerungen Migration Diskretionäre Fiskalpolitik Makroökonomische Stabilisierung
Schlagwörter
(Englisch)
Fiscal Federalism Income Taxation Business Relocation Migration Discretionary Fiscal Policy Macroeconomic Stabilization
Autor*innen
Stefan Smutny
Haupttitel (Englisch)
Essays on macroeconomic implications of fiscal federalism
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
xv, 179 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Giacomo Corneo ,
Philipp Ager
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.09 Wirtschaftsgeschichte ,
83 Volkswirtschaft > 83.12 Makroökonomie ,
83 Volkswirtschaft > 83.64 Regionalwirtschaft
AC Nummer
AC17545530
Utheses ID
75614
Studienkennzahl
UA | 794 | 370 | 140 |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1