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Mercy greater than which non could be conceived of
a new interpretation of Anselm's soteriology from the perspective of Raymund Schwager
Rodgers Mulenga
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Katholisch-Theologische Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium der Katholischen Theologie Katholische Fachtheologie
Betreuer*in
Jan-Heiner Tück
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.79209
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-27464.85174.393373-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Frage, wie Jesus Christus durch sein Leiden und Sterben die Welt von der Sünde erlöst hat, ist ein zentrales Thema der Theologie, das bis heute kontrovers diskutiert wird. Anselm von Canterbury hat als erster eine systematische Soteriologie vorgelegt. Er deutet die Sünde des Menschen als Ehrverletzung Gottes – und deutet den Tod Jesu als Genugtuung, die dem Menschen das gibt, was er braucht, aber selbst nicht leisten kann. Diese Satisfaktionstheorie markiert eine Abkehr von der Redemptionstheorie, die davon ausging, dass dem Teufel ein Lösegeld gezahlt werden musste, um die sündigen Menschen seinem Zugriff zu entwinden. Die Satisfaktionstheorie Anselms hatte allerdings Auswirkungen auf das Gottesbild und ließ den Verdacht aufkommen, dass Gott ein grausamer Vater sei, der das Opfer seines eigenen Sohnes verlangte, um von seinem Zorn gegen die Sünde des Menschen abzulassen – wie Nietzsche, Harnack und Ernst Bloch behaupteten. Zur Verteidigung von Anselm wurde hingegen angeführt, dass nicht Gott, sondern der Mensch die Genugtuung braucht, um seine Freiheit im Ordo wiederherzustellen, und dass Jesus Christus sein Leiden freiwillig auf sich genommen hat. In seinem Werk Cur Deus Homo, argumentiert Anselm, dass Gott dem Sünder nicht einfach göttliche Amnestie – sola misericordia – gewähren kann, denn das käme einer Behandlung des Menschen als unmündigem Kind gleich und würde die Freiheit des Menschen nicht ernst genug nehmen. Die gerechte Barmherzigkeit Gottes, die durch die Genugtuung Christi erlangt wurde, muss vom Menschen frei angenommen werden, damit er aktiv an seiner eigenen Erlösung mitwirken kann. Die von Anselm verwendeten mittelalterlichen Begriffe, die in der heutigen Zeit hermeneutisch fremd geworden sind, erfordern eine Neuinterpretation unter Verwendung zeitgenössischer Begriffe. Hier stellt René Girards Theorie des mimetischen Begehrens ein Deutungsangebot bereit. Er kontrastiert mythologische und biblische Texte und unterscheidet zwischen positiver und negativer Mimesis. Negatives mimetisches Begehren führt zu Rivalität und Gewalt, was im zehnten Gebot des Dekalogs ausdrücklich verboten wird. Im Gegensatz dazu präsentiert die Bibel ein positives Modell der Mimesis, das gewaltfrei ist, indem sie das gewaltfreie Verlangen Gottes nachahmt. Anders als in den Mythen zeigt die Bibel, dass Gott nicht gewalttätig ist. Trotz der Provokation, dass der Sohn als Sündenbock getötet wird, antwortet der Vater nicht mit Gewalt, sondern mit dem Angebot des Friedens. Ähnlich wie Anselms Konzept der Barmherzigkeit, das dem Sünder gerecht zu werden versucht, setzt auch die Aneignung des Friedens einen freien menschlichen Willen voraus. Die Rezeption Girards durch die dramatische Theologie Raymund Schwagers macht die mimetische Theorie zu einem wichtigen hermeneutischen Schlüssel für die Neuinterpretation der Soteriologie heute. Die mimetische Theorie kommt zu dem Schluss, dass Gott nicht gewalttätig ist, und bekräftigt Anselms Gedanken in Cur Deus Homo, dass Gottes Barmherzigkeit größer ist, als man sich vorstellen kann. Letztlich erweist sich Gott aufgrund seiner radikalen Gewaltlosigkeit als barmherzig. Die Erlösung kann daher als ein dramatischer Akt gesehen werden, der die Freiheit aller anderen Akteure der Heilsgeschichte erfordert.
Abstract
(Englisch)
The question of how Jesus Christ redeemed the world from sin through his suffering and death is a central theme of theology that is still the subject of controversial debate today. Anselm of Canterbury was the first to present a systematic soteriology. He interpreted man's sin as an injury to God's honour, and interpreted Jesus' death as satisfaction, which provides for man what he ought to but cannot provide. This satisfaction theory marked a departure from the ransom theory, which assumed that a ransom had to be paid to the devil in order to free sinful mankind from his grasp. However, Anselm's theory of satisfaction had implications on the image of God and gave rise to the suspicion that God was a cruel father who demanded the sacrifice of his own son in order to appease His wrath against man's sin - as Nietzsche, Harnack and Ernst Bloch claimed. In Anselm's defence, however, it was argued that it is not God but man who needs satisfaction in order to restore his freedom in the Ordo, and that Jesus Christ voluntarily took his suffering upon himself. In his work Cur Deus Homo, Anselm argues that God cannot simply grant the sinner divine amnesty - sola misericordia - as this would be tantamount to treating man as a minor child and would not adequately take man's freedom into account. The just mercy of God, attained through the satisfaction of Christ, must be freely accepted by man for him to actively participate in his own redemption. The medieval terms used by Anselm, which have become hermeneutically foreign in modern times, require reinterpretation using contemporary concepts. This is where René Girard's theory of mimetic desire readily serves as a valuable interpretive aid. He contrasts mythological and biblical texts, distinguishing between positive and negative mimesis. Negative mimetic desire leads to rivalry and violence, which is explicitly prohibited in the tenth commandment of the Decalogue. In contrast, the Bible presents a positive model of mimesis that is non-violent by imitating the non-violent desire of God. Unlike the myths, the Bible demonstrates that God is not violent. Despite the provocation of the killing of His son as a scapegoat, the father does not respond with violence but offers peace instead. Similar to Anselm's concept of mercy, which aims to be just to the sinner, the appropriation of peace also presupposes free human will. Girard's reception in Raymund Schwager's dramatic theology makes mimetic theory to be an important hermeneutical key for the reinterpretation of soteriology today. The mimetic theory concludes that God is not violent and affirms Anselm's thought in Cur Deus Homo that God's mercy is greater than can be imagined. Ultimately, God proves to be merciful because of his radical non-violence. Redemption can, therefore, be seen as a dramatic act that requires the freedom of all other actors in salvation history.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Anselm von Canterbury soteriologie Gottes Barmherzigkeit Genugtuung satisfactionstheorie sola misericordia mimetische theorie rivalität und Gewalt dramatik freiheit Erlösung Heilsgeschichte Rene Girard Raymund Schwager Gewaltlosigkeit akteure
Schlagwörter
(Englisch)
Anselm from Canterbury Ransom theory soteriology mimesis Desire and violence imitation radical freedom freedom of choice free will Rene Girard Raymund Schwager Dramatic theology mercy greater than conceivable satisfaction radically non violent salvation positive mimesis negative mimesis dramatic act co actors self redemption
Autor*innen
Rodgers Mulenga
Haupttitel (Englisch)
Mercy greater than which non could be conceived of
Hauptuntertitel (Englisch)
a new interpretation of Anselm's soteriology from the perspective of Raymund Schwager
Paralleltitel (Deutsch)
Barmherzigkeit größer als gedacht werden kann
Paralleluntertitel (Deutsch)
eine neue Interpretation Anselms Soteriologie aus der Perspektive Raymund Schwagers
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
244 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Markus Lersch ,
Nikolaus Wandinger
Klassifikation
11 Theologie > 11.50 Kirchengeschichte. Dogmengeschichte
AC Nummer
AC17636047
Utheses ID
75716
Studienkennzahl
UA | 780 | 011 | |
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