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Frei und stark und stolz sollt ihr sein
die Konstruktion marginalisierter Männlichkeit durch die Freiheitliche Partei Österreichs
Michael Ladurner
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Politikwissenschaft
Betreuer*in
Marion Löffler
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.78359
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-30740.84803.816043-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Ausgangspunkt dieser Arbeit sind gesellschaftliche Verunsicherungen rund um die Geschlechterordnung, die im Kontext neoliberaler Transformationsprozesse stehen und im öffentlichen Diskurs als „Krise der Männlichkeit“ verhandelt werden. Sauer argumentiert im Konzept der „maskulinistischen Identitätspolitik“, dass der Rechtspopulismus diese Verunsicherungen aufgreift und in Bedrohungsszenarien eine marginalisierte Männlichkeit konstruiert, für die er Schutz und Anerkennung einfordert. Die Arbeit untersucht, wie die Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) marginalisierte Männlichkeit konstruiert und wen sie als Träger dieser ansieht. Mittels einer Representative Claims Analysis nach de Wilde werden sieben politische Reden von FPÖ-Parteiobmann Herbert Kickl und das FPÖ-Wahlprogramm zur Nationalratswahl 2024 untersucht. Ergänzend werden die stilistischen Elemente der politischen Reden anhand des performativsoziokulturellen Populismusansatz nach Moffitt, Ostiguy und Westheuser analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die FPÖ auf diskursiver und stilistischer Ebene als Vertreterin einer marginalisierten Männlichkeit inszeniert. Diese wird als Teil eines ethnisch-kulturell homogenen „Volkes“ angesehen und als sozioökonomisch benachteiligt, politisch exkludiert und kulturell abgewertet konstruiert. Ihr wird ein Lebensstil zugeschrieben, der auf patriarchalen Strukturen, Heteronormativität und fossiler Abhängigkeit basiert. Um deren Gefährdung herzustellen, entwirft die FPÖ Krisenszenarien rund um Geschlecht, Wirtschaft und Migration. Sie fordert geschlechter- und sozialpolitische Maßnahmen, die auf die Aufrechterhaltung traditioneller Geschlechterverhältnisse abzielen, und wertet die marginalisierte Männlichkeit symbolisch auf, etwa durch einfache Sprache und positive Zuschreibungen wie „fleißig und tüchtig“. Als Träger der marginalisierten Männlichkeit adressiert die FPÖ insbesondere Facharbeiter, Kleinunternehmer und Polizisten. Die Arbeit trägt zu einem vertieften Verständnis der maskulinistischen Identitätspolitik bei und hebt die Rolle von Geschlecht und Klasse sowie stilistischer Elemente in der Untersuchung von Rechtspopulismus hervor.
Abstract
(Englisch)
The thesis analyses societal insecurities around the gender order that have evolved in the context of neoliberal transformations and are framed in public discourse as a “crisis of masculinity”. Sauer argues, in the concept of masculinist identity politics, that right-wing populism responds to these insecurities by producing crisis scenarios and a marginalised masculinity in need of protection and recognition. This thesis examines how the Freedom Party of Austria (FPÖ) constructs marginalised masculinity and to which social groups it attributes this notion. Using a Representative Claims Analysis following de Wilde, seven political speeches by FPÖ party leader Herbert Kickl and the election programme for the 2024 National Council election are examined. Additionally, a stylistic analysis of the speeches, drawing on the performative-sociocultural approach to populism, is conducted based on the works of Moffitt, Ostiguy, and Westheuser. Findings reveal that the FPÖ presents itself, discursively and stylistically, as the representative of marginalised masculinity. This masculinity is both portrayed as part of an ethnically and culturally homogenous “people” as well as socioeconomically disadvantaged, politically excluded, and culturally devalued. It is associated with a lifestyle based on patriarchal structures, heteronormativity, and a dependence on fossil fuels. The FPÖ creates crisis narratives around gender, economy, and migration, presenting this masculinity as being under threat. It calls for gender and social policy measures to preserve the traditional gender order and attempts to symbolically revaluate marginalised masculinity through simplified language and positive attributions such as “diligent and hardworking”. The FPÖ primarily addresses skilled workers, small entrepreneurs, and police officers as carriers of marginalised masculinity. This thesis adds to a deeper understanding of masculinist identity politics and emphasises the role of gender, class, and stylistic elements in studying right-wing populism.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Freiheitliche Partei Österreichs Rechtspopulismus Marginalisierte Männlichkeit Geschlechterpolitik Maskulinistische Identitätspolitik Herbert Kickl
Schlagwörter
(Englisch)
Freedom Party of Austria Right-wing populism Marginalised masculinity Gender politics Masculinist identity politics Herbert Kickl
Autor*innen
Michael Ladurner
Haupttitel (Deutsch)
Frei und stark und stolz sollt ihr sein
Hauptuntertitel (Deutsch)
die Konstruktion marginalisierter Männlichkeit durch die Freiheitliche Partei Österreichs
Paralleltitel (Englisch)
Free and strong and proud you shall be
Paralleluntertitel (Englisch)
the construction of marginalised masculinity by the Freedom Party of Austria
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
121 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Marion Löffler
Klassifikationen
89 Politologie > 89.05 Politische Theorie ,
89 Politologie > 89.56 Politische Kommunikation ,
89 Politologie > 89.61 Politische Parteien
AC Nummer
AC17531391
Utheses ID
75760
Studienkennzahl
UA | 066 | 824 | |
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