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Der Weg zur liberalen Eugenik
der Beginn der Diskussion im deutschsprachigen Raum
Clemens Holzleithner
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Philosophie
Betreuer*in
Anna Monika Singer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.78446
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15458.00999.212495-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die „liberale Eugenik“ ist ein Diskurs der zeitgenössischen Bioethik und Biopolitik, der sich von historischen Konzepten der Eugenik abzugrenzen sucht. Sie stellt die Frage nach der ethischen Legitimität genetischer Interventionen und den Grenzen reproduktiver Selbstbestimmung im Kontext neuer biotechnologischer Möglichkeiten. Diese Arbeit vergleicht die unterschiedlichen Standpunkte zur „liberalen Eugenik“. Die Diskussion bewegt sich im Spannungsfeld verschiedener ethischer Traditionen. Einerseits betonen liberale Ansätze die Autonomie von Individuen und Eltern, während kommunitaristische Bedenken auf mögliche gesellschaftliche Folgen hinweisen. Utilitaristische Perspektiven unterstreichen die potenziellen Vorteile für das menschliche Wohlergehen, und stehen deontologischen Positionen gegenüber, die die Würde und die Unantastbarkeit der menschlichen Natur in den Fokus rücken. Die zentrale philosophische Frage, ob und inwiefern genetische Modifikationen legitim sind, umfasst Themen wie die Grenzen der menschlichen Autonomie, das Verhältnis von elterlicher Freiheit zu den Rechten zukünftiger Generationen, die Unterscheidung zwischen genetischer Therapie und „Enhancement“, sowie die Rolle von Gerechtigkeit in einer durch biotechnologische Eingriffe geprägten Gesellschaft. Im deutschsprachigen Raum haben an der Jahrtausendwende besonders Peter Sloterdijk und Jürgen Habermas zur Debatte beigetragen. Sloterdijks provokante Rede Regeln für den Menschenpark (1999) entfachte eine breite Diskussion über „Menschenzüchtung“. Er sieht bereits den Humanismus als eine Anstrengung, die „Verwilderungstendenzen“ der Menschen einzudämmen und als Vorwand, „Züchtungsmonopole“ aufrecht zu erhalten. Ein Selektionsmechanismus ist für ihn unter anderem die Alphabetisierung. Im „technischen und anthropotechnischen Zeitalter“ verortet Sloterdijk die Möglichkeit der Erweiterung dieser Mechanismen durch genetische Züchtung. Er fordert, die Verantwortung für die menschlich biologische Entwicklung zu übernehmen und einen „Codex der Anthropotechniken“ zu erstellen. In Habermas´ Die Zukunft der menschlichen Natur (2001) wird dies sehr kritisch aufgenommen. Er warnte vor der Einschränkung der Autonomie zukünftiger Personen durch genetische Eingriffe und problematisierte potentielle moralische Asymmetrien in einer gentechnisch gestalteten Gesellschaft. Anhand ausgewählter Beiträge zur Debatte werden die unterschiedlichen Standpunkte gegenübergestellt. Befürworter wie Nicholas Agar argumentieren, dass genetische Modifikationen die Autonomie zukünftiger Generationen erweitern könnten, während Kritiker wie Michael Sandel vor einer problematischen Haltung der Beherrschung menschlicher Biologie warnen, die mit „genetischem Enhancement“ einhergehe. PhilosophInnen wie Martha Nussbaum und Nick Bostrom tragen zur Diskussion über die „Natur des Menschen“ bei, wobei einerseits deren Schutz, andererseits ihre Veränderbarkeit betont wird. Die „liberale Eugenik“ wirft angesichts neuer technologischer Möglichkeiten fundamentale Fragen hinsichtlich ethischer Prinzipien wie Autonomie und Gerechtigkeit auf, und stellt die Frage nach der „menschlichen Natur" neu. Ihre Diskussion hat weitreichende Implikationen für Gesetzgebung, medizinische Praxis und gesellschaftliche Entwicklungen und verdeutlicht die Notwendigkeit eines differenzierten Diskurses, der Chancen und Risiken gleichermaßen berücksichtigt.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Liberale Eugenik
Schlagwörter
(Englisch)
Liberal Eugenics
Autor*innen
Clemens Holzleithner
Haupttitel (Deutsch)
Der Weg zur liberalen Eugenik
Hauptuntertitel (Deutsch)
der Beginn der Diskussion im deutschsprachigen Raum
Paralleltitel (Englisch)
Liberal eugenics
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
93 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Anna Monika Singer
Klassifikation
08 Philosophie > 08.99 Philosophie. Sonstiges
AC Nummer
AC17536458
Utheses ID
75834
Studienkennzahl
UA | 066 | 941 | |
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