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Citizen responses to independent politicians in party democracies
Jeanne Zohra Marlier
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium Sozialwissenschaften: Politikwissenschaft
Betreuer*innen
Markus Wagner ,
Laurenz Ennser-Jedenastik
DOI
10.25365/thesis.78732
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-16258.97623.991466-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die Massendemokratie kann ohne politische Parteien nicht korrekt funktionieren. Wahlbeteiligung, Verantwortlichkeit und Kompetenz sind tragende Elemente einer funktionierenden Demokratie, wobei politische Parteien als zentrale Akteure in diesen Prozessen agieren. Die politische Legitimität kann geschwächt werden, wenn Parteien an Bedeutung für die demokratische Repräsentation verlieren und Alternativen zur parteibasierten Repräsentation entstehen. Dennoch wissen wir wenig darüber, wie Wähler:innen auf diese Alternativen reagieren, insbesondere im Kontext technokratischer Regierungsführung. Diese Dissertation untersucht demokratische Prozesse in europäischen Demokratien, in denen Wähler:innen mit einer Alternative zur parteibasierten Repräsentation konfrontiert sind: parteiunabhängige Politiker:innen. Sie betrachtet den Effekt den unabhängige Politiker:innen auf Bürger:innen zu drei entscheidenden Zeitpunkten haben: bei Wahlen, beim Eintritt in ein politisches Amt und als Reaktion auf ihr Verhalten im Amt. Zuerst wird analysiert, wie sich die Präsenz unabhängiger Kandidat:innen auf dem Stimmzettel auf die Wahlbeteiligung auswirkt. Auf Grundlage eines „fuzzy regression discontinuity designs“ für zehn französische Kommunal- und Regionalwahlen (1994–2020) zeigt Papier 1, dass unabhängige Kandidat:innen die Wahlbeteiligung auf lokaler Ebene erhöhen. Zweitens wird untersucht, wie sich parteipolitische Unabhängigkeit auf die Wahrnehmung ministerieller Kompetenz auswirkt. Mithilfe eines Umfrageexperiments in Österreich zeigt Papier 2, dass technokratische Unterstützung nicht nur von den wahrgenommenen Vorteilen durch ihre Expertise bestimmt wird, sondern auch durch die Nachteile, die Wähler:innen mit parteigebundenen Politiker:innen verbinden. Während parteigebundene Minister:innen zwar in Sachfragen als weniger kompetent gelten, werden sie jedoch in Verhandlungen als effektiver als parteiunabhängige Minister:innen empfunden. Drittens wird analysiert, wie unabhängige Politiker:innen von den Wähler:innen für ihre Leistungen im Amt zur Verantwortung gezogen werden. Papier 3 untersucht, wie politische Rechenschaft unter nicht-parteigebundener Repräsentation funktioniert. Auf Basis eines Umfrageexperiments in Italien zeigt sich, dass Wähler:innen Parteien für politische Erfolge oder Misserfolge der von ihnen ernannten Minister:innen verantwortlich machen – unabhängig davon, ob es sich um unabhängige Minister:innen oder langjährige Parteimitglieder handelt. Papier 4 widmet sich der Frage demokratischer Rechenschaftspflicht im Kontext von Korruptionsskandalen. Ein länderübergreifendes Umfrageexperiment zeigt, dass Wähler:innen unabhängige Politiker:innen, die in Korruption verwickelt sind, genauso streng sanktionieren wie Politiker:innen aus anderen Parteien, während sie Parteifreunde am wenigsten hart bestrafen. Diese Dissertation trägt zu aktuellen Debatten über die Vor- und Nachteile parteigebundener Regierungsführung und technokratischer Repräsentation bei, indem sie zentrale empirische Fragen beleuchtet, neue theoretische Perspektiven entwickelt und neue Forschungswege zur Rolle der Bürger:innen in demokratischen Prozessen unter technokratischer Repräsentation aufzeigt.
Abstract
(Englisch)
Mass democracy cannot function properly without political parties. Electoral participation, accountability, and competence are central to a functioning democracy, with political parties serving as key actors in these processes. Political legitimacy may weaken when parties lose their importance in democratic representation and alternatives to party-based representation emerge. Yet we know little about how voters respond to these alternatives, particularly in technocratic governance. This dissertation examines democratic processes in European democracies when voters are presented with an alternative to party-based representation: nonpartisan politicians. It considers the impact of independent politicians on citizens at three key moments: at the time of elections, when they enter political office, and in response to their actions while in office. First, it analyzes how the presence of independent politicians on the ballot influences electoral participation. Using a fuzzy regression discontinuity design on ten French local and regional elections (1994–2020), Paper 1 demonstrates that independent candidates increase turnout in local elections. Second, it examines how party independence shapes perceptions of ministerial competence. Using a survey experiment in Austria, Paper 2 shows that technocratic support is determined not only by the perceived advantages of expertise, but also by the disadvantages voters expect from partisan politicians. However, while partisan ministers are perceived as having lower issue competence, they are seen as more effective in negotiations than independents. Third, it investigates how voters hold independents accountable for their performance in office. Paper 3 assesses how electoral accountability works under nonpartisan representation. Based on a survey experiment in Italy, it demonstrates that voters hold parties accountable for the policy failures or successes of the minister they appoint, regardless of whether the minister is an independent or a long-standing party member. Paper 4 explores the question of democratic accountability in the context of corruption scandals. Through a multi-country survey experiment, it finds that voters sanction independents engaged in corruption as severely as out-partisans, while they punish in-partisans the least severely. This dissertation advances debates on the merits and challenges of party government and technocracy by addressing key empirical puzzles, introducing novel theoretical insights, and opening new avenues for research on citizens’ role in democratic processes under technocratic representation.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Parteienregierung Technokratische Regierung Politisches Verhalten Wahlbeteiligung Politische Verantwortung
Schlagwörter
(Englisch)
party government technocratic government political behavior electoral participation political accountability
Haupttitel (Englisch)
Citizen responses to independent politicians in party democracies
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
256 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*innen
Eri Bertsou ,
Jean-Benoit Pilet
Klassifikation
89 Politologie > 89.50 Politische Prozesse. Allgemeines
AC Nummer
AC17586536
Utheses ID
75849
Studienkennzahl
UA | 796 | 310 | 300 |
