Detailansicht

Konstruktion und Performativität von Geschlecht in Grimms Märchen
eine Analyse der Geschlechterdarstellung und -differenzierung
Julia Westhoff
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) Unterrichtsfach Biologie und Umweltbildung Unterrichtsfach Deutsch
Betreuer*in
Pia Janke
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.78634
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-21353.09335.100353-7
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion und Performativität von Geschlecht in ausgewählten Märchen der Gebrüder Grimm aus einer dekonstruktivistischen Perspektive. Ausgehend von Theorien zur sozialen Konstruktion von Geschlecht wird analysiert, wie geschlechtliche Identität in den Märchentexten nicht als biologische Gegebenheit, sondern als kulturell hergestellte und wiederholt inszenierte Kategorie erscheint. Die Analyse bestätigt, dass Geschlecht in den Grimmschen Märchen durch performative Handlungen und stereotype Zuschreibungen konstruiert wird, diese Konstruktionen jedoch nicht durchgängig stabil bleiben. Die Arbeit zeigt auf, dass primär ,weiblich‘ markierte Figuren zwar überwiegend über Häuslichkeit, Fürsorglichkeit sowie Schönheit konstruiert werden und primär ,männlich‘ markierte Figuren durch Aktivität, Handlungsmacht und Intelligenz gekennzeichnet sind. Zugleich werden diese Normen aber immer wieder unterlaufen: Ambivalente Figuren, verschobene Handlungsmacht, Raumüberschreitungen und subversive Szenen offenbaren die Brüchigkeit der binären Geschlechterordnung. Diese Momente der Irritation erlauben es, Geschlecht jenseits der heteronormativen Ordnung zu denken.
Abstract
(Englisch)
This study examines the construction and performativity of gender in selected fairy tales by the Brothers Grimm from a deconstructivist perspective. Drawing on theories of the social construction of gender, it analyzes how gender identity in these tales is not portrayed as a biological given, but rather as a culturally produced and repeatedly enacted category. The analysis confirms that gender in Grimm’s fairy tales is constructed through performative acts and stereotypical attributions, yet these constructions do not remain consistently stable. The study demonstrates that characters marked as primarily ‘female‘ are predominantly shaped through traits such as domesticity, nurturing behavior, and beauty, while those marked as ‘male‘ are associated with activity, agency, and intelligence. At the same time, these norms are repeatedly undermined: ambivalent characters, shifts in agency, transgressions of spatial boundaries, and subversive scenes reveal the fragility of the binary gender order. These moments of disruption open up possibilities for imagining gender beyond the confines of heteronormative structures.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Performativität Geschlecht Märchen Grimm Dekonstruktion
Autor*innen
Julia Westhoff
Haupttitel (Deutsch)
Konstruktion und Performativität von Geschlecht in Grimms Märchen
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Analyse der Geschlechterdarstellung und -differenzierung
Paralleltitel (Englisch)
Construction and performativity of gender in Grimm brothers' fairy tales
Paralleluntertitel (Englisch)
an analysis of gender representation and differentiation
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
89 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Pia Janke
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.70 Literaturwissenschaft. Allgemeines
AC Nummer
AC17564106
Utheses ID
75926
Studienkennzahl
UA | 199 | 502 | 506 | 02
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1