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Politische Ebenenverschiebung
Framing-Analyse politischer Wahlkampfkommunikation im Mehrebenensystem in Österreich
Félix Fath
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Publizistik- und Kommunikationswissenschaft
Betreuer*in
Hajo Boomgaarden
DOI
10.25365/thesis.78625
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-21370.98439.295343-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit untersucht, wie politische Akteur*innen in Österreich narrative Strategien einsetzen, um Themen und Diskurse von einer politischen Ebene auf eine andere zu übertragen und in Wahlkampagnen zu integrieren. Vor dem Hintergrund eines komplexen föderalen Systems, in dem supranationale, nationale und subnationale Akteur*innen eine Rolle spielen, wird analysiert, inwieweit parteipolitische Kommunikationsstrategien formale Kompetenzgrenzen durchbrechen und verschiedene politische Identitäten miteinander verknüpfen. Die zentrale Forschungsfrage lautet: Inwiefern nutzen politische Akteur*innen in Österreich narrative Strategien, um Themen, die eigentlich einer bestimmten politischen Ebene zuzuordnen wären, in den Wahlkampf einer anderen Ebene zu integrieren?Die theoretische Fundierung der Arbeit stützt sich auf mehrere etablierte Ansätze, darunter die Framing-Theorie, das Agenda-Setting, die Multi-Level-Governance-Theorie sowie das Konzept der Wahlverflechtungsfalle. Die Framing-Theorie dient dazu, zu verstehen, wie durch selektive Hervorhebung bestimmter Inhalte spezifische Interpretationsrahmen geschaffen werden, die das Publikum, die Wähler*innen, in eine gewünschte Richtung lenken. Ergänzt wird dieser Ansatz durch das Agenda-Setting, das den Einfluss von Medien und politischen Akteur*innen auf die Priorisierung öffentlicher Themen beleuchtet. Die Multi-Level-Governance-Theorie sowie das Konzept der Wahlverflechtungsfalle helfen, die Komplexität der politischen Entscheidungsfindung in einem föderalen System zu erklären und zeigen auf, wie politische Akteur*innen auch über formale Zuständigkeitsgrenzen hinweg agieren.Methodisch basiert die Untersuchung auf einer quantitativen Inhaltsanalyse von Wahlkampfdokumenten, die verschiedene Wahltypen, also Wahlen auf unterschiedlichen politischen Ebenen, in Österreich im Jahr 2024 umfassen: die Nationalrats-, Europa-, eine Landes- und eine Gemeindewahl. Die empirischen Ergebnisse zeigen, dass bei der Wahl zum Europäischen Parlament ein signifikanter Anteil nationaler Inhalte und Akteur*innen festzustellen ist, obwohl der übergeordnete Kontext bei dieser Wahl auf supranationaler Ebene primär europäisch ausgerichtet sein sollte. Insbesondere EU-kritische Parteien, exemplarisch die FPÖ, nutzen verstärkt nationale Frames und Symbole, um ihre Ablehnung gegenüber der Europäischen Union zu betonen und nationale Identität in einem überregionalen Diskurs zu verankern. Im Gegensatz dazu dominieren in der Nationalratswahl Inhalte, die der eigenen Ebene zugeordnet werden können. Die Analyse derSymbolvariablen ergab, dass nationale Symbole überwiegend in Wahlkampfdokumenten der Nationalratswahl Verwendung finden, während in der Europawahl trotz eines primär europäischen Fokus' ein moderater Anteil nationaler Symbole integriert wird. Diese Befunde unterstreichen, dass politische Akteur*innen bewusst narrative Elemente aus einer anderen Ebene einsetzen, um ihre kommunikative Agenda zu verstärken und Wähler*innen effektiv zu mobilisieren.Ein kritischer Befund dieser Studie betrifft die Datenlage bei Gemeindewahlen. Aufgrund des eingeschränkten städtischen Fokus‘ auf Innsbruck können hier potenzielle Verzerrungen auftreten, die die Generalisierbarkeit der Ergebnisse einschränken. Aus diesem Grund wurde der Schwerpunkt der Analyse auf die Europawahl und die Nationalratswahl gelegt, da in diesen Bereichen eine umfangreichere und heterogenere Datengrundlage vorliegt. Insgesamt zeigt die Arbeit, dass die strategische Nutzung narrativer Elemente und die bewusste Integration von Themen über politische Ebenen hinweg ein zentrales Instrument moderner Wahlkampfführung darstellen. Die theoretischen Ansätze der Framing-Theorie, des Agenda-Settings, der Multi-Level-Governance und der Wahlverflechtungsfalle bieten einen fundierten Bezugsrahmen, um die empirisch beobachteten Phänomene zu erklären. Die Ergebnisse liefern nicht nur wertvolle Einsichten in die Flexibilität der politischen Kommunikation in einem föderalen System, sondern haben für die Akteur*innen auch praktische Implikationen für die Planung künftiger Wahlkampagnen. Zukünftige Forschungen könnten den internationalen Vergleich stärker in den Fokus rücken und die Untersuchung subnationaler Wahlkämpfe durch erweiterte Datengrundlagen und Mixed-Methods-Ansätze vertiefen, um die Dynamiken der strategischen Ebenenverschiebung noch umfassender zu verstehen.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Politische Kommunikation Mehrebenensystem Wahlkampf Parteien
Autor*innen
Félix Fath
Haupttitel (Deutsch)
Politische Ebenenverschiebung
Hauptuntertitel (Deutsch)
Framing-Analyse politischer Wahlkampfkommunikation im Mehrebenensystem in Österreich
Paralleltitel (Englisch)
Shifting political levels
Paralleluntertitel (Englisch)
a framing analysis of electoral campaign communication in Austria's multilevel governance system
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
108 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Hajo Boomgaarden
Klassifikationen
05 Kommunikationswissenschaft > 05.31 Öffentlichkeit ,
89 Politologie > 89.56 Politische Kommunikation
AC Nummer
AC17563975
Utheses ID
75931
Studienkennzahl
UA | 066 | 841 | |
