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Dekoloniale Provenienzforschung und Kontextualisierung von Fotografien aus kolonialen Kontexten
der Fall Ernst A. Zwilling: Kolonie Kamerun 1928-1939
Arne Lessig
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Kultur- und Sozialanthropologie
Betreuer*in
Julia Binter
DOI
10.25365/thesis.78507
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-22144.98593.802029-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit stellt einen theoretischen und methodischen Ansatz für Auseinandersetzungen mit Fotografien aus kolonialen Kontexten vor. Sie bietet eine dekoloniale Herangehensweise für Provenienzforschungen zu Fotografien an, in welchen koloniale Kontexte eingeschrieben sind. Anhand des Falls Ernst A. Zwilling, vor dem Hintergrund seines Aufenthalts in der Kolonie Kamerun zwischen 1928 und 1939, greift diese Arbeit bestehende Ansätze von Provenienzforschungen auf und entwickelt diese für Fotografien aus kolonialen Kontexten weiter. Im Zentrum stehen hierbei theoretische Ansätze zum Archiv als imperiale Institution, eine kritische Einordnung des Sozialdarwinismus und rassenideologischer Theorien, Ansätze zu kolonialen Bildpraktiken, zur Subjektivität des Mediums Fotografie und zum kolonialen Blick. Zudem stellt sie eine praxeologische Rekonstruktion der Biografie der fotografierenden Person in den Vordergrund. Anhand einer beispielhaften Ausarbeitung der Kapitalzusammensetzung und des Habitus von Ernst A. Zwilling, bietet diese Arbeit eine mögliche Herangehensweise an, um eine holistische Kontextualisierung einer Fotografie zu ermöglichen. Hierdurch soll der Fokus einer Provenienzforschung auf die Entstehungskontexte gelegt werden, welche einer Fotografie zugrunde liegen. Fotografien werden im Zuge dessen als eigenständige Cultural Belongings behandelt, die durch eine Kontextualisierung eine historische Relevanz erlangen. Im Zuge kolonialen Unrechts und einer von Europa ausgehenden Gewaltherrschaft stellt diese Arbeit Fotografien aus kolonialen Kontexten unter Generalverdacht. Es wird argumentiert, dass in diese koloniale Gewaltkontexte eingeschrieben sind. Vor diesem Hintergrund und einer historischen Kontextualisierung einer Fotografie aus dem Nachlass Zwilling betrachtet diese Arbeit, wie sich diese Kontexte auf Zwillings Fotografien beziehungsweise auf seine fotografische Praxis ausgewirkt haben. Ziel ist es hierbei, einen Beitrag für eine zukünftige dekoloniale Herangehensweise an Archivbestände von Fotografien im Zuge einer kollektiven Zusammenarbeit aller involvierter Akteur*innen bereitstellen zu können.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Dekoloniale Provenienzforschung Provenienzforschung Fotografie Kolonisation Materielles Kulturgut Nachlass Österreich Kamerun Geschichte Österreich Koloniale Fotografie Museum Archiv
Schlagwörter
(Englisch)
Decolonial Provenance Research Provenance Research Photography Cultural Belongings Estate Austria Cameroon History of Austria Colonial Photography Museum Archive
Autor*innen
Arne Lessig
Haupttitel (Deutsch)
Dekoloniale Provenienzforschung und Kontextualisierung von Fotografien aus kolonialen Kontexten
Hauptuntertitel (Deutsch)
der Fall Ernst A. Zwilling: Kolonie Kamerun 1928-1939
Paralleltitel (Englisch)
Decolonial provenance research and contextualisation of photographs from colonial contexts
Paralleluntertitel (Englisch)
the case of Ernst A. Zwilling: colony Cameroon 1928-1939
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
120 Seiten : Illustration
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Julia Binter
AC Nummer
AC17548361
Utheses ID
75952
Studienkennzahl
UA | 066 | 810 | |
