Detailansicht
Sexuelle Kompensationsstörung
eine gesundheitsorientierte Diagnose
Anton Miljak
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Psychologie
Betreuer*in
Frank Scharnowski
DOI
10.25365/thesis.78682
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-31018.98142.799495-2
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die zwanghafte Sexualverhaltensstörung (ZSVS) ist durch ein anhaltendes Muster gekennzeichnet, bei dem intensive, wiederholte sexuelle Impulse oder Wünsche nicht kontrolliert werden können, was zu wiederholtem sexuellen Verhalten führt, das im Leben der betroffenen Person zu einem zentralen Fokus wird und oft auf Kosten von Gesundheit, persönlicher Pflege und anderen Interessen oder Verantwortlichkeiten geht. Betroffene unternehmen zahlreiche erfolglose Versuche, dieses Verhalten zu kontrollieren oder signifikant zu reduzieren, und setzen es trotz negativer Konsequenzen fort. Dieses Muster manifestiert sich über einen längeren Zeitraum von mindestens sechs Monaten und führt zu erheblichen Beeinträchtigungen in wichtigen Lebensbereichen. Die Forschung zur Klassifikation dieser Störung ist umstritten, wobei einige eine Überpathologisierung sexuellen Verlangens befürchten und Uneinigkeit über die Einordnung als Impulskontroll-, Zwangsstörung, Verhaltenssucht oder eigenständige Störung besteht. Eine klare Klassifikation könnte die Behandlung verbessern und Stigma reduzieren. Studien zeigen, dass hauptsächlich Männer betroffen sind, mit erhöhten Prävalenzen bei Substanzgebrauchsstörungen. Die Aufnahme in die ICD-11 könnte Diagnostik und Therapien präzisieren, obwohl die Forschung noch relativ jung ist. Diese Arbeit zielt auf eine Reduktion diagnostischer Widersprüche ab, indem sie die Geschichte der Sexualpathologie und Pornografie und den Forschungsstand der letzten drei Jahre beleuchtet und den Begriff der sexuellen Kompensationsstörung einführt, um eine bessere klinische Einordnung zu ermöglichen. Dieser Begriff soll den Rahmen für eine ganzheitliche gesundheitsorientierte Behandlung setzen und somit Unstimmigkeiten in den diagnostischen Kriterien auflösen. Eine Zuordnung in den Bereich sexueller Gesundheit der ICD-11 wird empfohlen und abschließend wird eine empirisch fundierte Theorie vorgeschlagen, die das Phänomen sexuellen Kompensierens in drei Subtypen unterteilt: sexuelles Instrumentalisieren, zwanghafte Selbststimulation und sexuelle Aversion.
Abstract
(Englisch)
The compulsive sexual behavior disorder (CSBD) is characterized by a persistent pattern of failure to control intense, repetitive sexual impulses or desires. This leads to repetitive sexual behavior that becomes a central focus in the affected person's life, often at the expense of health, personal care, and other interests or responsibilities. Those affected experience numerous unsuccessful attempts to control or significantly reduce the behavior, and continue it despite negative consequences. This pattern manifests over a prolonged period of at least six months and leads to significant impairments in important areas of life. Research on the classification of this disorder is controversial, with some fearing over-pathologization of sexual desire and disagreement about its categorization as an impulse control disorder, obsessive-compulsive disorder, behavioral addiction, or an independent disorder. A clear classification could improve treatment and reduce stigma. Studies show that mainly men are affected, with higher prevalences in groups with substance use disorders. The inclusion in the ICD-11 could refine diagnostics and therapies, although the research is still relatively young. This paper aims to reduce diagnostic contradictions by examining the history of sexual pathology and pornography, and the state of research of the last three years, and by introducing the term "sexual compensation disorder" to enable better clinical classification. This term is intended to provide a framework for a holistic, health-oriented treatment and thus resolve inconsistencies in the diagnostic criteria. A classification in the area of sexual health of the ICD-11 is recommended, and finally, an empirically based theory is proposed that divides the phenomenon of sexual compensation into three subtypes: sexual instrumentalization, compulsive self-stimulation, and
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
zwanghafte Sexualverhaltensstörung problematischer Pornografiekonsum Pornografie Sexsucht Hypersexualität
Schlagwörter
(Englisch)
compulsive sexual behavior disorder problematic pornography-use pornography sex-addiction hypersexuality
Autor*innen
Anton Miljak
Haupttitel (Deutsch)
Sexuelle Kompensationsstörung
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine gesundheitsorientierte Diagnose
Paralleltitel (Englisch)
Sexual compensation disorder
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
120 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Frank Scharnowski
Klassifikation
77 Psychologie > 77.70 Klinische Psychologie
AC Nummer
AC17569212
Utheses ID
76145
Studienkennzahl
UA | 066 | 840 | |
