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Toda la vida estamos de fiesta y no tenemos plata
populare Religiosität in Peru zwischen Marginalisierung und Gesellschaftskritik
Magdalena Andrea Kraus
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Doktoratsstudium der Philosophie Internationale Entwicklung
Betreuer*innen
Johann Schelkshorn ,
Margarete Maria Grandner
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.79273
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-12082.15414.175383-9
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Dissertation widmet sich der Analyse popularer Religiosität als widerständiger Praxis im Kontext sozialer Marginalisierung und historischer Ungleichheitsverhältnisse in Peru. Die Aufmerksamkeit liegt auf den Strategien der in der nordperuanischen Region Bajo Piura lebenden campesinxs im Umgang mit christlicher Religion in ihren kolonialen Verstrickungen und der Frage nach ihrem subversiven Potential. Untersucht wird insbesondere der Zusammenhang zwischen Formen populärer Religiosität und der Herausbildung gesellschaftskritischer Narrative sowie befreiender Praxis. Die Dissertation behandelt den Nexus zwischen Religion und Gesellschaftskritik und leistet damit einen Beitrag zur Bearbeitung dieser Leerstelle in der kritischen Entwicklungsforschung. Dafür bezieht sie sich auf dekoloniale Ansätze und lateinamerikanisches Denken (pensamiento americano) im Dialog mit befreiungstheologischen Perspektiven. Der Forschungsprozess stützt sich auf die methodologische Herangehensweise der konstruktivistischen Grounded Theory. Die Datenerhebung erfolgte im Rahmen von drei Forschungsaufenthalten in Peru zwischen 2020 und 2023. Im Zuge dieser Aufenthalte wurden 43 qualitative Interviews mit campesinxs aus der ländlichen Region Bajo Piura geführt. Die Ergebnisse der Arbeit zeigen, dass sich in Narrativen und Praktiken popularer Religiosität im Bajo Piura eine Inkongruenz mit den gesellschaftlichen Verhältnissen ausdrückt. Formen popularer Religiosität ermöglichen es, die postkolonial-neoliberale Ordnung zu unterbrechen und zu überschreiten, wodurch gesellschaftlicher Marginalisierung entgegengetreten wird. Sie bieten Anknüpfungspunkte für die Affirmation einer über Jahrhunderte als Folge der conquista als abgewertet erlebten autochthonen Identität und Geschichte. Die vorliegende Dissertation rückt die Perspektiven marginalisierter Gruppen in den Mittelpunkt und verdeutlicht das Potential religiöser Narrative für gesellschaftskritische Analysen und Perspektiven, ohne dabei die historisch bedingt ambivalente Rolle christlicher Religion in Lateinamerika sowohl als Mittel der Repression als auch als Quelle von Widerstandspraktiken aus dem Blick zu verlieren.
Abstract
(Englisch)
This dissertation considers popular religiosity as a form of resistance within the context of social marginalisation and historical inequalities in Peru. Focusing on the strategies employed by campesinxs living in the northern Peruvian region of Bajo Piura, it examines how they navigate Christianity’s colonial entanglements, paying particular attention to its subversive potential. The study also examines the relationship between popular religiosity and the emergence of critical narratives and emancipatory practices. In doing so, it addresses a significant gap in critical development studies by adressing the relationship between religion and social criticism. Drawing on decolonial approaches and Latin American thought (pensamiento americano), the analysis engages with perspectives from liberation theology. The research is based on constructivist Grounded Theory methodological framework. Fieldwork was conducted during three research visits to Peru between 2020 and 2023, during which 43 qualitative interviews were conducted with campesinxs of Bajo Piura. The findings demonstrate that the narratives and practices of popular religiosity in Bajo Piura manifest an incongruence with prevailing social conditions. These forms of religiosity provide opportunities to challenge the postcolonial and neoliberal order and its marginalising mechanisms. Furthermore, they provide a basis for affirming an autochthonous identity and history that has been devalued for centuries as a result of the conquest. By centring the perspectives of marginalised communities, this dissertation highlights the potential of religious narratives to inform critical social analysis while acknowledging Christianity's historically ambivalent role in Latin America — as both an instrument of repression and a source of resistance.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Populare Religiosität Peru Lateinamerika Gesellschaftskritik dekoloniale Ansätze Befreiungstheologie Marginalisierung Widerstandspraktiken lateinamerikanisches Denken Kritische Entwicklungsforschung Religion und Entwicklung
Schlagwörter
(Englisch)
Popular Religiosity Peru Latin America Social Criticism Decolonial Studies Theology of Liberation Marginalisation Resistence Latin American thought Development Studies Religion and Development
Autor*innen
Magdalena Andrea Kraus
Haupttitel (Deutsch)
Toda la vida estamos de fiesta y no tenemos plata
Hauptuntertitel (Deutsch)
populare Religiosität in Peru zwischen Marginalisierung und Gesellschaftskritik
Paralleltitel (Englisch)
Toda la vida estamos de fiesta y no tenemos plata
Paralleluntertitel (Englisch)
popular religiosity in Peru between marginalisation and social criticism
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
278 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*innen
Franz Gmainer-Pranzl ,
Jens Kastner
Klassifikationen
10 Geisteswissenschaften allgemein > 10.02 Philosophie und Theorie der Geisteswissenschaften ,
11 Theologie > 11.99 Theologie, Religionswissenschaft. Sonstiges ,
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.00 Sozialwissenschaften allgemein. Allgemeines
AC Nummer
AC17640795
Utheses ID
76161
Studienkennzahl
UA | 792 | 278 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1