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Frauen lesen und unterrichten in der Religiosität
Marienabbildungen und -deutungen im Verlauf des Mittelalters
Emil Max Hundstorfer
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) Unterrichtsfach Deutsch Unterrichtsfach Geschichte und Politische Bildung
Betreuer*in
Meta Niederkorn
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.78590
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-13648.14208.754271-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit untersucht die Wechselwirkungen zwischen der sich verändernden mittelalterlichen Gesellschaft hinsichtlich der Mädchen- und Frauenbildung und der ebenfalls einem Wandel unterliegenden Figur der heiligen Maria. Dabei widmet sie sich der Frage: „Wie ist die Darstellung von Maria als lesende und unterrichtende Frau vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen und religiösen Ordnung des Mittelalters einzuordnen?“ Dafür werden mithilfe der historischen Diskursanalyse verschiedene Marienmedien, insbesondere Tafelbilder, Miniaturen, Skulpturen und schriftliche Quellen untersucht, verglichen, kontextualisiert und in Beziehung gesetzt, um Diskurse und Themen offenzulegen, die anschließend Rückschlüsse auf die sozialen Verhältnisse zulassen. Ab dem 14. Jahrhundert tauchen vermehrt bildliche Darstellungen der Gottesmutter auf, die sie als gebildete, lesende Frau zeigen. Diese Bildmotive sind Ergebnis eines langen Veränderungsprozesses Marias, den sie durch Exegeten, Theologen, Verfassern von Marienleben und Malern vollzog. Im Hoch- und Spätmittelalter war nur noch wenig ihrer biblischen Beschreibung übrig – wurde sie doch von der ancilla domini aus dem Lukasevangelium zu einer hochgebildeten, adeligen, lesenden und unterrichtenden Frau umgedeutet, die ohne Buch in ihrer Hand kaum denkbar war. Schon im sich ausbreitenden europäischen Christentum diente sie der adeligen Oberschicht als identifikationsstiftende Matrone, die zum einen Standesprivilegien rechtfertigte und zum anderen die Christianisierung vorantrieb. Parallel dazu wurden zunehmend Debatten über die Mädchen- und Frauenbildung geführt, die aufgrund der wachsenden Städte und der Ansprüche des aufstrebenden Bürgertums Aufschwung erfuhr. Vormals zum Großteil vom Bildungserwerb ausgeschlossene Personengruppen hatten nun Zugang zu Bildung, übernahmen Schreib- und Geschäftstätigkeiten, korrespondierten per Brief und lasen religiöses Schrifttum, das ab dem Spätmittelalter auch aufgrund weiblicher Lesebedürfnisse in der Volkssprache vorhanden war. Die heilige Maria ergriff im Zuge dieses Wandels Partei für die Leserinnen, die ihre Frömmigkeit vertiefen wollten. Sie erfüllte eine legitimierende Funktion. Im Verlauf der Analyse der verschiedenen Marienmedien wird außerdem deutlich, dass sie diese Funktion nicht nur für Mädchen und Frauen erfüllte, sondern für eine Vielzahl von Gruppen. Die imitatio Mariae wurde zu einer Maxime für alle Frommen, unabhängig von Stand und Geschlecht. Die Figur der Maria überkam durch ihre Umdeutung im Mittelalter standesspezifische Beschreibungen, richtete sich genauso an Adelige wie Bauern, an Gebildete und Ungebildete, an Frauen und Männer. Besonders deutlich wird dieser Fakt auch in den mariologischen Wunderbüchern, in denen sie das Turnierwesen der Ritter vor dem kirchlichen Verbot rechtfertigt, einer armen Bauerntochter einen Psalter schenkt, einem Slawen die lateinische Sprache beibringt und Fürbitte bei ihrem Sohn erwirkt. Die Beschreibungen und insbesondere auch die Darstellungen der heiligen Maria waren mit normativen Erwartungen verbunden, die auf die Rezipient*innen wirkten und wirken sollten.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Volksfrömmigkeit Marienverehrung Mariologie Latein- und Volkssprache
Autor*innen
Emil Max Hundstorfer
Haupttitel (Deutsch)
Frauen lesen und unterrichten in der Religiosität
Hauptuntertitel (Deutsch)
Marienabbildungen und -deutungen im Verlauf des Mittelalters
Paralleltitel (Englisch)
Women reading and teaching in religious contexts
Paralleluntertitel (Englisch)
Marian images and interpretations throughout the Middle Ages
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
142 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Meta Niederkorn
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.08 Sozialgeschichte ,
15 Geschichte > 15.33 Hoch- und Spätmittelalter
AC Nummer
AC17561245
Utheses ID
76192
Studienkennzahl
UA | 199 | 506 | 511 | 02
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1