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Naturwahrnehmungen aus dem Burgenländischen Pannonien
inwiefern lassen sich natur-verbindende bzw. naturabgrenzende Eindrücke feststellen?
Jennifer Laura Burciu
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Kultur- und Sozialanthropologie
Betreuer*in
Hermann Mückler
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.78585
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-15367.15469.113738-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Gebündelt wurden die Daten dieser qualitativen Studie, indem ich der Vogel- bzw. Naturfaszination nachging. Die Bearbeitung der Empirie hingegen ließ mich eine präzisierende Forschungsfrage formulieren: nachgegangen wird der Frage, wie sich natur-verbindende und -abgrenzende Eindrücke im pannonischen Raum des ost-österreichischen Illmitz feststellen lassen, besonders anhand der qualitativ-biografischen Interviewgespräche. Methodisch wurde im Sommer 2024 hierzu während des universitären Feld-Projekts Empirie auf unterschiedlichen Wegen gebündelt: vierzehn (spontane oder im Vorfeld vereinbarte) Interview-Aufzeichnungen; ein täglich dokumentiertes Feldtagebuch; Beobachtungsprotokolle; sachkundiger Input der Seminarleiter. Nachträglich erfolgte die Datenanalyse, indem empirisches Material durchgearbeitet, Seminar-Aufträge umgesetzt und Recherchen eruiert wurden. Die Ergebnisse wurden anschließend zwecks Übersichtlichkeit hinsichtlich der Forschungsfrage, in zwei Großkapiteln unterteilt: Aspekte, die ich als verbindend erkenne (wie die wohltuend- resonierende und wissensreiche Natur, auf die es sich einzulassen gilt) sowie trennende Aspekte (dabei scheinen Grenzwahrnehmungen teilweise mit heiklen Realitätsentfremdungen einherzugehen). Um einen wissenschaftlichen Dialog zu erlauben, wurde dies in vier theoretische Stränge eingebettet: Anthropologie der Natur und Emotionen; Wissensgenerierung als Mensch-Umwelt-Beziehung (aus sozialwissenschaftlicher Perspektive umfasst dies besonders die Einholung von Motivationen wie künstlerisch-kreative Inspirationen); Naturrecht; sowie ökologisch-ökonomische Ansätze. Ein überwiegender Großteil der Gespräche mündete in politische Belange (meist wurde dies über das Thema Naturschutz herbeigeführt), wo Kritik und Sorgen geäußert wurden. Abseits des politischen Geflechts kennzeichneten die menschlichen Begegnungen Humor und optimistische Hoffnung. Während mich die scheinbar ewige Tiefe hinsichtlich des Wissens am meisten entfachte, entschied ich mich für einen holistischen Blick auf die gesamte Empirie. Der Kontrast zwischen Nähe und Distanz bezieht sich im Verlauf nicht allein auf die Natur, sondern auch zwischenmenschliche Aspekte werden aufgegriffen (wie der Spalt zur zweckentfremdeten Politik oder zwischen Generationen; sowie die Überbrückung letzterer durch wertschätzender Dankbarkeit). Trotz Divergenzen macht sich dabei auch Einheitliches bemerkbar, wie im Bezug auf christliches Gedankengut und Wissenschaft: obwohl diese Weltauffassungen oftmals als divergent behauptet werden, sind sich beide um die physisch-biologische Beschaffenheit des Menschens einig; sowie hinsichtlich des Naturschutzes bzw. das Postulat zur Bewahrung der Schöpfung. Selbst wenn sich die Natur als unberechenbar erweisen kann, besitzt der Mensch die Fähigkeit (bzw. obliegt ihm die Pflicht) schonend mit dem eigenen Lebensraum umzugehen. Interessant bleibt hierbei die Frage hinsichtlich der misanthropischen bzw. zerstörerischen Tendenz offen (der ‘koloniale Geist’ inhumaner Ressourcenerschöpfung schadet letztlich nicht nur der Natur, sondern richtet sich schließlich gegen die eigene Heimat auf dem Planeten). Mögliche Antworten bleiben vage, da sie sich zwischen Spannungsfeldern bewegen, exemplarisch hinsichtlich der individuellen versus kollektiven Verantwortung (Vgl. Seiser 2009). Hier scheint das Konzept des Kapitalozäns Problemlagen eher zu konkretisieren, statt die Verantwortlichkeit generalisierend (und somit verfremdend) allgemein beim Menschen, mit dem Ansatz des Anthropozäns, anzusetzen (Vgl. Flues 2018). Rechte – ob anerkannt oder gewährt – sollen nicht leichtgläubig für gut befunden werden, sondern kritisch hinterfragt werden (Vgl. Tănăsescu 2022). Die willkürliche Trennung von Emotion und Ration soll etwa der systematischen Ressourcenausbeutung den Weg gebahnt haben (Vgl. Milton 2002). Obwohl der Natur ihr Nutzen für uns Menschen maßgebend ist (als Quelle unserer Nahrung und Trinkwasser, materieller Subsistenz, oder Wissensaneignungen), bringt uns der Versuch zur Emanzipation von ihr Misskredite ein (wobei eine völlige Loslösung von der Natur ohnehin unmöglich ist, da sie uns stets umgibt bzw. wir Teil ihrer sind).
Abstract
(Englisch)
The data of this qualitative study was bundled by following the fascination of birds and nature. The processing of empiricism, however, led me to formulate the precise research question: the issue, as to how nature-binding and -distinguishing impressions can be ascertained in the Pannonian area of the East Austrian Illmitz, will be pursued especially by the qualitative-biographical interviews. In the summer of 2024, during the university field project, empirical data was collected in different ways: fourteen (spontaneous or agreed beforehand) interview recordings; a daily documented field diary; observation protocols; expert input from the seminar leaders. Subsequently, the data analysis was carried out by working through empirical material, implementing seminar assignments and conducting research. The results were then divided into two main chapters, in order to clarify the research question: aspects that I see as connecting (such as the beneficial resonant and knowledge-rich nature which can to be explored deliberately) and separating aspects (where border perceptions partly seem to be accompanied by distortions of reality). To allow a scientific dialogue, this was embedded in four theoretical strands: Anthropology of nature and emotions; Knowledge generation as human-environment relationship (from a social science perspective this includes especially the acquisition of motivations such as artistic-creative inspirations); natural law; and ecological-economic approaches. The vast majority of the discussions resulted in political issues (mostly brought about over the issue of nature conservation), where criticism and concerns were expressed. Apart from the political fabric, the human encounters also featured humor and optimistic hope. While the seemingly eternal depth of knowledge was most exciting to me, I decided to take a holistic view of the entire empiricism. The contrast between proximity and distance is not only related to nature, but also interpersonal aspects are taken up (such as the gap to misdirected politics or between generations; and bridging the latter through appreciative gratitude). In spite of divergences, there are also common grounds, as with regard to Christian faith and science: although these worldviews are often claimed to be divergent, both agree on the physical-biological nature of the human being; as well as with regard to nature protection respectively the postulate for the preservation of creation. Even if nature can prove to be unpredictable, man has the ability (or rather the duty) to treat his own habitat gently. Interesting remains the question open regarding the misanthropic destructive tendency (the 'colonial spirit' of inhumane resource exploitation ultimately not only damages nature, but is lately directed against one’s own home on the planet). Possible answers remain vague, as they move between areas of tension, exemplarily in terms of individual versus collective responsibility (see Seiser 2009). Here, the concept of the Capitalocene seems to concretize problem situations rather than generalizing (and thus deforming) responsibility in general to humans, with the approach of the Anthropocene (see Flues 2018). Rights - whether recognized or granted - should not be declared to be good per se, but should be critically questioned (see Tănăsescu 2022). The arbitrary separation of emotion and ration is said to have paved the way for systematic exploitation of resources (see Milton 2002). Although nature has decisive benefits for us humans (as our source of nutrition and drinking water, material subsistence, or knowledge acquisition), the attempt to emancipate ourselves from her comes with discredits (whereby a complete detachment from nature is anyway impossible, since it always surrounds us as well as us being part of it).

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Mensch und Natur Ewiges Wissen Kraftspendende Ruheoase Realitätsverlust beim Lebensfundament Emotionen
Schlagwörter
(Englisch)
Human and Nature Eternal Knowledge Strength-giving Oasis of Peace Ostrichism at Lifes Foundation Emotions
Autor*innen
Jennifer Laura Burciu
Haupttitel (Deutsch)
Naturwahrnehmungen aus dem Burgenländischen Pannonien
Hauptuntertitel (Deutsch)
inwiefern lassen sich natur-verbindende bzw. naturabgrenzende Eindrücke feststellen?
Paralleltitel (Englisch)
Perceptions of nature from the Burgenland Pannonia
Paralleluntertitel (Englisch)
how are nature-binding or nature-distinguishing impressions noticed?
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
80 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Hermann Mückler
Klassifikationen
30 Naturwissenschaften allgemein > 30.30 Naturwissenschaften in Beziehung zu anderen Fachgebieten ,
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.99 Sozialwissenschaften allgemein. Sonstiges ,
73 Ethnologie > 73.10 Umwelt und Kultur, Kulturökologie. Allgemeines
AC Nummer
AC17560954
Utheses ID
76209
Studienkennzahl
UA | 066 | 810 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1