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Die jüdische und belarussische Nationalbewegung in der Belarussischen Sozialistischen Sowjetrepublik von 1920-1930
gegenseitige Beeinflussung und Handlungsspielräume im Rahmen der sowjetischen Nationalitätenpolitik-belarusische Belarusischen
Fabian Höllmüller
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Interdisziplinäre Osteuropastudien
Betreuer*in
Börries Kuzmany
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.79321
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-18211.17042.161772-3
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
In den 1920er Jahren ebnete die Politik der Korenizacija (russ.: коренизация) den Weg für größere kulturelle Autonomie für nicht-russischen Nationalitäten der Sowjetunion. In der Belarussischen SSR konnte sich dadurch eine neue sowjet-jüdische Kultur in einem Ausmaß entfalten, wie es in keinem anderen Teil der Sowjetunion möglich war. Mithilfe von Homi Bhabhas postkolonialer Theorie der Hybridität versucht diese Arbeit zu zeigen, wie kulturelle Identitäten von anderen Kulturen wie auch von imperialen Machtzentren, zum Beispiel im Rahmen großräumiger Kulturpolitik, beeinflusst wurden. Bhabhas Theorie eignet sich dafür, da Moskau als politisches Machtzentrum außerhalb der BSSR lag und in die jüdische und belarussische Kulturpolitik eingriff. Die Korenizacija beinhaltete auch Elemente des Nation-Buildings und trug zur Bildung hybrider Kulturen bei, da sich die lokalen jüdischen und belarussischen Nationalbewegungen im ideologischen, kommunistischen Rahmen der Führung in Moskau arrangieren mussten. Die zentrale These dieser Arbeit ist, dass sich die lokalen Nationalbewegungen jedoch genauso stark gegenseitig beeinflussten. Die Schwäche der jungen und kleinen belarussischen Nationalbewegung trug dazu bei, dass sowjet-jüdische Intellektuelle in der BSSR sowohl kulturell als auch politisch mehr Einfluss ausüben konnten, als in anderen Sowjetrepubliken. Nur aufgrund des Mangels an Unterstützung innerhalb der belarussischen Bevölkerung konnte das neue sowjet-jüdische Projekt in der ersten Hälfte der 1920er Jahre in diesem Maße stattfinden. Je einflussreicher die belarussischen NationalistInnen wurden, desto mehr strebten sie danach, den jüdischen Einfluss zu begrenzen. Sie wollten ihr eigenes nationales Projekt vorantreiben, um sich gegenüber Moskau besser zu positionieren. Mit zunehmendem Erfolg der belarussischen NationalistInnen um 1926, schwand die jüdische kulturelle Autonomie und Handlungsfähigkeit. Bis 1930 fand die kulturelle Autonomie beider Nationalbewegungen sowie die Korenizacija als Kulturpolitik mit der Etablierung des Stalinismus ein abruptes Ende.
Abstract
(Englisch)
In the 1920s the policy of Korenizacija (russ.: коренизация) paved the way for nonRussian nationalities of the Soviet Union to enjoy greater cultural autonomy. In the Belarusian SSR a new Soviet-Jewish culture was thereby allowed to flourish like in no other part of the Soviet Union. Using Homi Bhabhas postcolonial theory of Hybridity, this paper aims to show how cultural identities were influenced from outside, for example by cultural policy imposed by a more powerful political entity. Bhabhas theory does fit neatly, as Moscow did serve as the center of political power, did lie outside the BSSR and did intensely interfere with Jewish and Belarusian cultural policy constantly. The Korenizacija also included nation-building elements and contributed to mold hybrid cultures as local Jewish or Belarusian national movements had to arrange themselves with Moscow's ideology. The core thesis of this paper states, that local national movements did influence each other heavily too. The weakness of the young and small Belarusian national movement contributed to the amount of cultural and political influence that the Soviet-Jewish intelligentsia was able to exert in the BSSR. Only because of this lack of popular support within Belarusian communities could the new Soviet-Yiddish project succeed to such an extent during the first half of the 1920s. The more influential Belarusian nationalists got, the more they aimed to limit Jewish influence, so they could further their own national project and position themselves more prominently towards Moscow. As Belarusian nationalists succeeded with this by 1926, Jewish cultural autonomy and agency faded. By 1930 cultural autonomy for both national movements, as well as the Korenizacija as a whole came to a rapid end during the advent of Stalinism.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Sowjetunion Belarus Weißrussland Jiddisch Nationalitätenpolitik Jüdisch
Autor*innen
Fabian Höllmüller
Haupttitel (Deutsch)
Die jüdische und belarussische Nationalbewegung in der Belarussischen Sozialistischen Sowjetrepublik von 1920-1930
Hauptuntertitel (Deutsch)
gegenseitige Beeinflussung und Handlungsspielräume im Rahmen der sowjetischen Nationalitätenpolitik-belarusische Belarusischen
Paralleltitel (Englisch)
The Jewish and Belarusian national movements in the Belarusian Soviet Socialist Republic from 1920-1930
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
69 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Börries Kuzmany
Klassifikation
15 Geschichte > 15.71 Osteuropa
AC Nummer
AC17643473
Utheses ID
76263
Studienkennzahl
UA | 066 | 610 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1