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Menschenrechte
über die gewaltsamen Tendenzen einer moralischen und politischen Leitordnung in einer postkolonialen Welt
Carolin Lea Kunert
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Philosophie und Bildungswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Interdisziplinäre Ethik
Betreuer*in
Michael Staudigl
DOI
10.25365/thesis.79441
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-25168.33138.661912-4
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit untersucht die Gewaltsamkeit der Menschenrechte aus einer de- und post-kolonialen Perspektive. Während die Menschenrechte gemeinhin als gewaltlose Antwort auf Gewalt verstanden werden, entwickelt die Arbeit die These, dass sie in ihrer gegenwärtigen Form nicht nur unzureichend sind, um koloniale Gewaltstrukturen zu überwinden, sondern an deren Legitimation und Reproduktion beteiligt sind. Die Analyse erfolgt in drei Schritten: Zunächst wird ein Gewaltbegriff entwickelt, der normative und epistemische Gewaltverhältnisse sichtbar macht. Dabei zeigt sich, dass diese Gewaltformen nur unter Einbezug ihrer kolonialen Dimension angemessen konzeptualisiert werden können und zu einem Gewaltkomplex verschmelzen. Anschließend wird gezeigt, dass die Menschenrechte historisch kontingente, politisch umkämpfte Konzepte sind, die tief in die Konstellation der Kolonial-Moderne eingewoben sind. Schließlich wird die Gewaltsamkeit der Menschenrechte auf drei Ebenen untersucht: ihrer Konzeption, ihres Diskurses und ihrer Praxis. Die Arbeit zeigt, dass die scheinbare Dichotomie zwischen Menschenrechten und Kolonialität keine ist. Vielmehr führen die Menschenrechte dazu, dass Gewalt stets in ihrem Anderen festgeschrieben wird, wodurch bestimmte Gewaltverhältnisse nicht als solche erscheinen. Die Analyse verdeutlicht die relationale Verschränkung verschiedener Gewaltformen im Feld Menschenrechte und Kolonialität und eröffnet damit eine mögliche Perspektive für ein produktives Ringen mit der Gewalt im Inneren der Menschenrechte.
Abstract
(Englisch)
This thesis examines the violence of human rights from a de- and postcolonial perspective. While human rights are commonly understood as a non-violent response to violence, the thesis develops the argument that in their current form they are not only insufficient for overcoming colonial structures of violence, but are complicit in their legitimation and reproduction. The analysis proceeds in three steps: First, a concept of violence is developed that makes normative and epistemic relations of violence visible. This reveals that these forms of violence can only be adequately conceptualized by including their colonial dimension and that they merge into a single complex of violence. Subsequently, it is shown that human rights are historically contingent, politically contested concepts that are deeply embedded in the constellation of colonial modernity. Finally, the violence of human rights is examined across three levels: their conception, discourse, and practice.The thesis demonstrates that the apparent dichotomy between human rights and coloniality proves to be illusory. Rather, human rights ensure that violence is consistently inscribed in their Other, whereby certain relations of violence do not appear as such, making it impossible to engage with them critically. The analysis reveals the relational entanglement of different forms of violence in the field of human rights and coloniality and thereby opens up a possible perspective for a productive struggle with the violence inherent in human rights.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Menschenrechte Postkolonialismus Gewalt Normative Gewalt Epistemische Gewalt Kolonialismus Dekolonialisierung Menschenrechtskonzeption Menschenrechtsdiskurs rassismuskritisch-LGBTIQ* Homonationalismus
Autor*innen
Carolin Lea Kunert
Haupttitel (Deutsch)
Menschenrechte
Hauptuntertitel (Deutsch)
über die gewaltsamen Tendenzen einer moralischen und politischen Leitordnung in einer postkolonialen Welt
Paralleltitel (Englisch)
Human rights
Paralleluntertitel (Englisch)
on the violent tendencies of a moral and political authority in a postcolonial world
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
150 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Michael Staudigl
AC Nummer
AC17670824
Utheses ID
76354
Studienkennzahl
UA | 066 | 641 | |
