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Dağlarca şiirinde dil ve estetik
(Sprache und Ästhetik in "Dağlarcas" Dichtung)
Meral Asa
Art der Arbeit
Dissertation
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Betreuer*in
Markus Köhbach
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29354.74232.346164-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Fazil Hüsnü Daglarca ist der Lyriker der Türkei mit dem umfangreichsten Oeuvre. Sein letztes Buch kam im Jahr 2008 heraus, dasselbe Jahr, in dem er 94-jährig verstarb. Seine Veröffentlichungen erstrecken sich über einen Zeitraum von 75 Jahren, er ist Autor von mehr als 140 Büchern und nahezu 20.000 Gedichten. Sämtliche Literaturkritiker erkennen die Besonderheit seiner Dichtung an und sind sich über seine "Größe" einig. Trotzdem ist bis heute noch keine Einordnung der Dichtung Daglarcas gelungen. Unterschiedliche Anschauungen, wie sie seit 70 Jahren in Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln geäußert werden, wurden keiner kritischen Prüfung unterzogen. Die Überzeugung, dass Daglarca keine Vorbilder gehabt und auch selbst keine Nachfolger beeinflusst habe, ist in der türkischen Literaturkritik fest verankert, und so wurden spezifische Eigenheiten der Dichtung Daglarcas übersehen. Während Daglarcas Poesie einerseits herabgewürdigt wurde, indem man sie als "seriell, repetitiv" bezeichnete, wurde er andererseits als Atatürk-Dichter, Staatsdichter oder Eposdichter herausgestellt oder auch unter dem Eindruck seines Werks Cocuk ve Allah (Das Kind und Gott), 1940, als mystischer Lyriker bezeichnet.
Um Daglarcas Beziehungen zur Tradition und zu Modernisierungsprozessen darstellen zu können, darf man seine Dichtung nicht nach der der äußeren Form beurteilen, sondern muss sie gemäß ihrer Inhalte und Bilder interpretieren. Die Dichtung Daglarcas in ihrer Gesamtheit steht in einem tiefen und intensiven Dialog mit sämtlichen Entwicklungsstufen der türkischen Dichtung. Sie weist jedoch eine poetische Geschlossenheit auf, wie sie sonst bei keinem modernen türkischen Lyriker zu finden ist. Daglarca nimmt innerhalb seines eigenen dichterischen Schaffens und seiner Schöpfungsstrategie an sämtlichen Diskussionen über Dichtung teil und bereichert sie. Mit dieser Eigenheit sowie mit dem Reichtum seiner Bilder hat er von den 1940er Jahren bis in die 2000er Jahre die moderne türkische Dichtung grundlegend beeinflusst.
In der Dichtung Daglarcas sind die Themen Dichtung, Sprache und Universum ineinander verwoben. Von seinem ersten Buch (1935) an steht das Bild "Gott" quasi für die Aktivitäten des Benennens und Sprechens des Menschen und seinen besonderen Platz in der Natur sowie das Schöpfungsbestreben des Dichters selbst. Ab Uzaklarla Giyinmek/ Sigmazlık Gerçegi (Sich kleiden mit Weiten: Die Wahrheit der Unbändigkeit, 1990), vertritt das Bild von der "Wahrheit der Unbändigkeit" Daglarcas Weltschöpfung. Das Gesetz der "Wahrheit der Unbändigkeit", das als gemeinsame Charakteristik und gemeinsame Realität der Materie und der Sprache dargestellt wird, ist auch für die Ästhetik der Dichtung Daglarcas bestimmend und beschreibend. Anders gesagt, während der Dichter scheinbar von einem ontologischen Gesetz spricht, beschreibt er eigentlich das Universum seiner eigenen Dichtung.
Im Werk Uzaklarla Giyinmek/ Sigmazlık Gerçegi ist die Schöpfung geradezu der Schöpfungsakt selbst. Da es unbändig ist, wendet es sich nach außen und bringt alles Vorhandene – auseinander hervorquellend, einander überschreitend, in konzentrischen Kreisen ineinander übergehend – bis zur grundlegenden Substanz hervor. Daglarca sieht die schöpferische Kraft hinter der Natur als Wegweiser für seine eigene Schöpfungsaktivität und versteht die Natur und das Sein als "Hypertext" für die Kreation des Universums seiner eigenen Dichtung. Dieser Hypertext ist in Uzaklarla Giyinmek: Sigmazlık Gerçegi in allen Einzelheiten und Zusammenhängen enthalten. Aus diesem Grund ist das Werk auch von grundlegender Bedeutung für die Analyse des Universums der Dichtung Daglarcas und seiner dichterischen Ästhetik.
Abstract
(Englisch)
Fazil Husnu Daglarca has been considered as the most productive Turkish lyricist. He was hailed and praised as the ‘greatest Turkish poet’ when he was alive. In his 75 years as a poet, Daglarca published more than 140 volumes of poetry. His last volume of poetry was published in 2008, which was also the year when he died.
Although many literary critics consider him as the greatest Turkish poet, he has not been researched very extensively. This is mainly the result of the fact that his variety in themes and uniqueness in style make it difficult to classify his work.
In 1996, the literary critic Dogan Hızlan published a two page appraisal of Daglarca and his writing under the title “A school of its own,” a dictum which should come to stand for Daglarca’s unique genre. Although it has never become quite clear, whether this motto was meant as a polemic pamphlet or as praise for his writings, it was the reason for Daglarca’s work to become a category on its own. It made Daglarca almost a literary outsider, neither coined or influenced by any role models nor copied by any of his lyric successors. According to Hızlan and other critics, Daglarca’s lyric was only valid for itself. This critical position isolated him even further, and his work was more and more scrutinized within the Turkish literary canon.
In this thesis, I tried to draw attention to an outstanding attribute of Daglarca’s poetry in modern Turkish literature. Daglarca wrote and interwove at the same time the universe of his own by poetical wholeness, poetical way of thinking and critique in which he discussed and dared to create his own world around it.
Furthermore, this thesis is an interpretation of Daglarca’s cosmic-poetic world of imagination, an ontological act which runs like a thread from his early works to “Sigmazlık Gerçegi/ The Truth of Abundance,” one of his last works. His unending poetry makes both his themes and his content appear all the time in order to complete this very personal universe of him and his own poetry.
“The Truth of Abundance,” is the act of genesis by its own existence through the very fruitful creation of each poem all the way through his life time. He took the guidance of nature for his own act of “calling into being” that give birth to and nurture the poetry, the cosmos, the cosmos of his own poetry which also made him outgrow from his own self and open his self to the world by producing himself through the worlds of poetry. That is to say, the book of “The Truth of Abundance”/ “To Wear for Away” has gained importance to analyze the universe of Daglarca’s poetry and his poetics.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Englisch)
Fazıl Hüsnü Daglarca Uzaklarla Giyinmek Sigmazlık Gerçegi Turkish lyric of republican epoch and Turkish literature critique poetic
Schlagwörter
(Deutsch)
Fazıl Hüsnü Daglarca Uzaklarla Giyinmek: Sigmazlık Gerçegi türkische Lyrik der republikanischen Epoche und türkische Literaturkritik Poetik
Autor*innen
Meral Asa
Haupttitel (Türkisch)
Dağlarca şiirinde dil ve estetik
Hauptuntertitel (Türkisch)
(Sprache und Ästhetik in "Dağlarcas" Dichtung)
Paralleltitel (Englisch)
Language and esthetic in "Dağlarcas" lyric
Publikationsjahr
2009
Umfangsangabe
VII, 241 S.
Sprache
Türkisch
Beurteiler*innen
Markus Köhbach ,
Gisela Prochazká-Eisl
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.74 Literaturwissenschaftliche Richtungen
AC Nummer
AC05041095
Utheses ID
7636
Studienkennzahl
UA | 092 | 386 | |
