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Die mittelneolithische Kreisgrabenanlage Schletz (NÖ)
Ingrid Kowatschek
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Urgeschichte und Historische Archäologie
Betreuer*in
Wolfgang Neubauer
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.78695
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29434.36756.598769-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die mittelneolithische Kreisgrabenanlage von Schletz befindet sich im niederösterreichischen Weinviertel in der Marktgemeinde Asparn an der Zaya (Bezirk Mistelbach) und zählt mit einem Durchmesser von rund 48 Metern sowie einer umschlossenen Fläche von etwa 2.000 m² zu den kleineren Monumenten. Seit ihrer Entdeckung auf Luftbildern im Jahr 1981 wurde die Anlage im Rahmen mehrerer interdisziplinärer Projekte unter der Leitung von Gerhard Trnka und Wolfgang Neubauer umfassend archäologisch und naturwissenschaftlich untersucht. Die Untersuchungen erbrachten die für die mittelneolithischen Kreisgrabenanlagen charakteristischen Merkmale: ein V-förmiger Spitzgraben mit einer innen liegenden Palisade, gefolgt von einer weiteren Reihe an Einzelpfosten sowie zwei schmale Zugänge, die von nach außen gebogenen Grabenflanken geformt werden. Die gesamte Ausdehnung der Kreisgrabenanlage wurde durch eine magnetische Prospektion im Jahr 1994 erfasst, bei der auch erstmals der Nachweis einer zeitgleichen Siedlung in unmittelbarer Nähe erbracht wurde. Radiokarbondatierungen datieren den Bau der Kreisgrabenanlage Schletz in den Zeitraum zwischen 4850 und 4775 v. Chr., gefolgt von einer relativ kurzen Nutzungsphase und der raschen Verfüllung der Gräben um ca. 4600–4550 v. Chr. Die vorliegende Masterarbeit widmet sich der systematischen Aufarbeitung und Auswertung aller bislang erhobenen archäologischen, geophysikalischen und naturwissenschaftlichen Daten zur Kreisgrabenanlage Schletz. Im Mittelpunkt stehen dabei eine detaillierte Analyse der Prospektionsdaten und der Grabungsbefunde sowie eine sedimentologische Untersuchung der Grabenverfüllung, mit dem Ziel, den ursprünglichen Aufbau der Anlage zu rekonstruieren und die Verfüllung des Grabens hinsichtlich ihrer Stratigraphie und Entstehungsprozesse zu analysieren. Besonderes Augenmerk gilt dem Fundmaterial, das mittelneolithische Keramik (MOG Ia-Ib), Steinartefakte, Tierknochen sowie menschliche Skelettreste umfasst. Durch eine detaillierte kontextuelle Analyse dieser Funde soll die Rolle und Bedeutung der Kreisgrabenanlage Schletz innerhalb der mitteleuropäischen Kreisgrabenlandschaft geklärt und neue Erkenntnisse zur Nutzung, Funktion sowie zur sozialen Bedeutung solcher Monumente gewonnen werden.
Abstract
(Englisch)
The Middle Neolithic circular enclosure (Kreisgrabenanlage) of Schletz is located in the fertile loess landscapes of the Weinviertel region in northeastern Lower Austria. With a maximum diameter of approximately 48 metres and an enclosed area of around 2,000 m², the site belongs to the smaller examples of circular enclosures in Central Europe. Discovered through aerial photography in 1981, the site has since been the subject of multiple interdisciplinary research projects, starting with excavations conducted by the Institute for Prehistoric and Historical Archaeology of the University of Vienna in 1985 and 1986. Geomagnetic prospection in 1994 confirmed the full extent of the enclosure and, notably, provided the first evidence of a contemporaneous settlement in its immediate vicinity. Subsequent stratigraphic excavations in 1995 and 1996 uncovered another section of the circular ditch and palisade, the entrance of the enclosure, as well as the remains of a Middle Neolithic house. The investigations revealed the typical architectural elements of this type of monument: a V-shaped ditch with an interior palisade, followed by an additional ring of posts, and two narrow entrances flanked by outward-curving ditch segments. Radiocarbon dating places the construction of the Schletz enclosure between 4850 and 4775 BCE, with a relatively short period of use, followed by rapid infilling of the ditches by ca. 4600–4550 BCE. This thesis presents the first comprehensive synthesis and evaluation of all existing data related to the Middle Neolithic site in Schletz. It focuses on the spatial analysis of excavation results, geophysical surveys, and sedimentological studies, aiming to reconstruct the enclosure´s original layout and to analyse the ditch fills with respect to their stratigraphy and formation processes. Special attention is given to the artefact assemblage, including Middle Neolithic ceramics (MOG Ia-Ib), lithic tools, animal bones, and human skeletal remains. Through a detailed contextual analysis of these finds, the study seeks to clarify the role and significance of the Schletz enclosure within the broader framework of Middle Neolithic circular monuments in Central Europe.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Archäologie Neolithikum Kreisgrabenanlage Lengyel Magnetische Prospektion Ausgrabung Niederösterreich Schletz Rondell Archäozoologie Geoarchäologie Radiokarbondatierung
Schlagwörter
(Englisch)
archaeology Middle Neolithic Lower Austria magnetic prospection circular enclosure Lengyel culture archaeological sciences radiocarbon dating archaeozoology geoarchaeology
Autor*innen
Ingrid Kowatschek
Haupttitel (Deutsch)
Die mittelneolithische Kreisgrabenanlage Schletz (NÖ)
Paralleltitel (Englisch)
The Middle Neolithic circular enclosure of Schletz (Lower Austria)
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
173 Seiten, 54 Tafeln : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Wolfgang Neubauer
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.15 Archäologie ,
15 Geschichte > 15.19 Vor- und Frühgeschichte ,
38 Geowissenschaften > 38.41 Sedimentation
AC Nummer
AC17572872
Utheses ID
76409
Studienkennzahl
UA | 066 | 801 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1