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From communism to democracy
how protests in Świdnik became a catalyst for the collapse of the Soviet system in Poland
Viktoria Mróz
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Postgraduate Center
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Universitätslehrgang für Internationale Studien (M.A.I.S.-Lehrgang)
Betreuer*in
Thomas Row
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.78740
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29443.31789.153278-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Solidarność-Ära, die von August 1980 bis Juni 1989 andauerte, stellte eine entscheidende Phase im Prozess dar, der letztlich zum Zusammenbruch des Kommunismus in Polen führte. Allerdings war der Boden für diese Entwicklungen bereits vor der Gründung der Gewerkschaft Solidarność bereitet worden – im Juli 1980, als Proteste beim WSK-Werk in Świdnik ausbrachen, lösten sie eine Streikwelle in der Woiwodschaft Lublin aus, die sich schließlich im August auf die Werft in Gdańsk ausweitete. Diese Masterarbeit bedient sich der lokalen Geschichte als Fallbeispiel, um die übergeordneten politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklungen aufzuzeigen, die den einzigartigen Verlauf des Sozialismus in Polen prägten und die Transformation des Landes nach dem Zusammenbruch des Kommunismus bestimmten. Świdnik, ursprünglich als kommunistisches Vorzeigemodell konzipiert, wurde letztlich zum Vorboten des Niedergangs des sowjetischen Systems. Mittels einer Politikwissenschaften Perspektive auf historische Entwicklungen zeige ich, dass Świdnik als Auslöser entscheidender Ereignisse fungierte, die den Verlauf der polnischen Geschichte nachhaltig veränderten. Ermutigt durch die Wahl Johannes Pauls II. zum Papst und angetrieben von wachsender Unzufriedenheit mit der wirtschaftlichen Lage, beschlossen die Mitarbeiter des WSK spontan die Arbeit niederzulegen – jedoch ohne auf die Straße zu gehen. Auf diese Weise wurde eine neue, friedliche Protestform eingeführt, die in der ersten schriftlichen Vereinbarung zwischen den lokalen Parteibehörden und den Arbeitern mündete. Der Erfolg von Świdnik setzte damit einen Präzedenzfall für andere Betriebe im Land und zeigte, dass Veränderung auch ohne Gewalt möglich war. Nach der Verhängung des Kriegsrechts im Dezember 1981 und der Zerschlagung von Solidarność entwickelten sich im gesamten Land Untergrundstrukturen – Świdnik zählte dabei zu den aktivsten Zentren, wobei die Kirche eine entscheidende Zuflucht für deren Aktivitäten bot. Die Fallstudie trägt dazu bei, zu erklären, warum Patriotismus, Familie und Katholizismus in Polen – insbesondere in den südöstlichen Regionen des Landes – weiterhin zentrale Werte darstellen. Letztlich hinterließen die Defizite des demokratischen Übergangs eine Lücke, die zum Schwund der hart erkämpften demokratischen Säulen führte. Diese Arbeit zeigt, dass die Bedeutung der Geschichte Świdniks zweifach ist. Einerseits wird die Relevanz lokaler Basisbewegungen für die Geschichte und Politikwissenschaft verdeutlicht, andererseits offenbart Świdniks Erfahrung der entscheidende Einfluss, den lokale Realitäten weiterhin auf die gegenwärtige politische Entwicklung Polens ausüben.
Abstract
(Englisch)
The Solidarność era, which unfolded from August 1980 until June 1989, was critical in the process that ultimately led to the collapse of Communism in Poland. Nevertheless, the groundwork for these advancements had in fact been already laid before the creation of the Solidarity trade union, when in July 1980, protests that erupted at Świdnik’s WSK precipitated strikes across the Lublin Voivodeship and at the Gdańsk Shipyard in August. This thesis uses a local history as a case study to illuminate the broader political, economic and social developments that differentiated Poland’s Socialist path from that of its neighbors and that profoundly impacted its post-Communist political landscape. Initially built as a model Communist town, Świdnik became the harbinger of the Soviet system’s eventual demise. Leveraging history through political science, I show that Świdnik was a catalyst for the events that altered the course of Poland’s future. Encouraged by John Paul II’s election to papacy and propelled by their simmering discontent with the economic situation, the WSK employees spontaneously decided to halt working without taking to the streets. Accordingly, a new peaceful method of protest was adopted, which resulted in the first ever written agreement between the local Party authorities and the workers. Hence, Świdnik’s success set a precedent for other factories in the country, demonstrating that change was possible without violence. When martial law was imposed in December 1981 and Solidarity was repressed, underground structures were formed across the country, with Świdnik figuring among the most active ones and the Church serving as a crucial sanctuary for their activity. Thus, the case study helps explain why patriotism, family and Catholicism have remained crucial values across Poland and particularly in the country’s southeastern regions. Ultimately, the deficiencies of the democratic transition left a vacuum which resulted in the erosion of the country’s hard-fought democratic pillars. This thesis demonstrates that the implications of Świdnik’s story are twofold: while shedding light on the significance of local grassroots movements for history and political science, the town’s experience reveals the crucial influence that local realities continue to exert on Poland’s contemporary political developments.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Solidarność Zusammenbruch des Kommunismus WSK-Werk in Świdnik Streikwelle Lublin Woiwodschaft Werft in Gdańsk Lokale Geschichte als Fallbeispiel Sozialismus in Polen Historische Entwicklungen Politikwissenschaft Kriegsrecht Sudöst Polen Papst Johannes Pauls II Defizite des demokratischen Übergangs Lokaler Basisbewegungen Politische Entwicklung Polens
Schlagwörter
(Englisch)
Solidarity Collapse of Communism Świdnik's WSK Strikes Lublin Voivodeship Gdańsk Shipyard Local history as case-study Poland's Socialist path History Political science Martial law Southeastern Poland Pope John Paul II Deficient democratic transition Local grassroots movements Poland's contemporary political developments
Autor*innen
Viktoria Mróz
Haupttitel (Englisch)
From communism to democracy
Hauptuntertitel (Englisch)
how protests in Świdnik became a catalyst for the collapse of the Soviet system in Poland
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
228 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Thomas Row
Klassifikationen
15 Geschichte > 15.06 Politische Geschichte ,
15 Geschichte > 15.72 Polen ,
89 Politologie > 89.15 Kommunismus
AC Nummer
AC17589081
Utheses ID
76419
Studienkennzahl
UA | 992 | 940 | |
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