Detailansicht

From normative power to strategic actor?
assessing EU member states' political will in 2025
Tobias Timothy Luiki
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Postgraduate Center
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Universitätslehrgang für Internationale Studien (M.A.I.S.-Lehrgang)
Betreuer*in
Robert Schuett
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.78744
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29452.20212.413183-9
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Der russische Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 markierte einen wichtigen Wendepunkt für die Europäische Union (EU), der die Debatte über ihre Fähigkeit, als strategischer Akteur zu agieren, angesichts der erneuten Rivalität zwischen Großmächten, der sich ändernden Prioritäten der USA und einer fragilen internationalen Ordnung intensivierte. In diesem Zusammenhang hat das Konzept der strategischen Autonomie der EU, das seit langem diskutiert, aber nicht konsequent verfolgt wird, neue Dringlichkeit erhalten. In dieser Arbeit wird untersucht, ob die EU-Mitgliedstaaten, insbesondere Frankreich, Deutschland und Polen, die strategische Autonomie der Union als Reaktion auf diese sicherheitspolitischen Herausforderungen substanziell vorantreiben. Die Untersuchung stützt sich auf einen multitheoretischen Rahmen, der liberalen Institutionalismus und Stränge des realistischen Denkens – klassisch, neorealistisch und neoklassisch – kombiniert, um die Motivationen, das institutionelle Verhalten und die politischen Ergebnisse der Mitgliedsstaaten zu interpretieren. Mithilfe einer qualitativen Dokumentenanalyse und eines vergleichenden Fallstudienansatzes untersucht diese Arbeit die nationalen Verteidigungsentwicklungen nach 2022, Initiativen auf EU-Ebene wie den Strategischen Kompass und die Europäische Verteidigungsbereitschaft 2030 sowie die sich verändernde transatlantische Dynamik. Die Ergebnisse zeigen gemischte Resultate. Frankreich und Polen haben bei den Verteidigungsinvestitionen eine starke Führungsrolle übernommen, wenn auch mit unterschiedlichen strategischen Ausrichtungen: Frankreich setzt sich für eine EU-zentrierte Autonomie ein, während Polen fest an die NATO und die Führungsrolle der USA gebunden bleibt. Deutschland hat trotz der Ankündigung einer Zeitenwende langsamer gehandelt, obwohl die jüngsten Anzeichen auf eine robustere Militärreform hindeuten. Auf EU-Ebene stellen Initiativen wie die gemeinsame Beschaffung und die industrielle Koordinierung wichtige Schritte dar, deren Erfolg jedoch stark von den nationalen Verpflichtungen abhängt. Insgesamt macht die EU zwar schrittweise Fortschritte auf dem Weg zu strategischer Autonomie, doch strukturelle Abhängigkeiten von der NATO, unterschiedliche nationale Sicherheitskulturen und politische Zwänge schränken ihre Entwicklung weiterhin ein. Die Erkenntnisse der Untersuchung deuten darauf hin, dass eine fähigere und autonomere EU möglich ist – allerdings nur durch nachhaltige Koordinierung, langfristige Investitionen und strategische Klarheit unter den Kernmitgliedstaaten.
Abstract
(Englisch)
The Russian invasion of Ukraine in 2022 marked a pivotal juncture for the European Union (EU), intensifying debates about its capacity to act as a strategic actor amid renewed great power rivalry, shifting U.S. priorities, and a fragile international order. In this context, the concept of EU strategic autonomy – long debated but inconsistently pursued – gained new urgency. This thesis explores whether EU member states, specifically France, Germany, and Poland, are substantively advancing the Union’s strategic autonomy in response to these security challenges. The research draws on a multi-theoretical framework, combining liberal institutionalism and strands of realist thought – classical, neorealist, and neoclassical – to interpret member states' motivations, institutional behavior, and policy outcomes. Using qualitative document analysis and a comparative case study approach, the thesis investigates post-2022 national defense developments, EU-level initiatives like the Strategic Compass and Readiness 2030, and shifting transatlantic dynamics. Findings reveal mixed results. France and Poland have shown strong leadership in defense investment, albeit with diverging strategic orientations: France advocates for EU-centered autonomy, while Poland remains firmly committed to NATO and U.S. leadership. Germany, despite announcing a historic Zeitenwende, has been slower to act, though recent signs point to more robust military reform. At the EU level, initiatives like joint procurement and industrial coordination mark important steps, but their success depends heavily on national commitments. Overall, while the EU is making incremental progress toward strategic autonomy, structural dependencies on NATO, diverging national security cultures, and political constraints continue to limit its development. The thesis concludes that a more capable and autonomous EU is possible – but only through sustained coordination, long-term investment, and strategic clarity among its core member states.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Europäische Union Strategische Autonomie Politischer Wille EU-Sicherheits- und Verteidigungspolitik NATO Russland-Ukraine Krieg Neoliberaler Institutionalismus Realismus
Schlagwörter
(Englisch)
European Union Strategic Autonomy Political Will EU Security and Defense Policy NATO Russia-Ukraine War Liberal Institutionalism Realism
Autor*innen
Tobias Timothy Luiki
Haupttitel (Englisch)
From normative power to strategic actor?
Hauptuntertitel (Englisch)
assessing EU member states' political will in 2025
Paralleltitel (Deutsch)
Von normativer Macht zu strategischem Akteur?
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
71 Seiten
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Robert Schuett
Klassifikationen
89 Politologie > 89.73 Europapolitik. Europäische Union ,
89 Politologie > 89.77 Rüstungspolitik
AC Nummer
AC17589518
Utheses ID
76424
Studienkennzahl
UA | 992 | 940 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1