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Die Linientheorie von Hundertwasser
eine Analyse der Bedeutung der Linien in seinen schriftlichen und mündlichen Äußerungen sowie in seinen bildnerischen und architektonischen Werken
Iris Oberhauser
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Kunstgeschichte
Betreuer*in
Raphael Rosenberg
DOI
10.25365/thesis.79078
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-24303.47280.584455-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit untersucht die Bedeutung der organischen Linie im Werk und Denken Friedensreich Hundertwassers, wobei der Fokus auf die Herausarbeitung einer eigenständigen Linientheorie gerichtet ist. Ziel ist es zu zeigen, dass die Linie – jenseits der bekannten Spirale – ein zentrales, ästhetisches und ökologisches Leitmotiv seines Schaffens darstellt. Hypothese der Arbeit ist, dass sich aus Hundertwassers schriftlichen und mündlichen Aussagen eine konsistente Theorie der Linie rekonstruieren lässt, die eng mit seiner Gesellschaftskritik, Naturverbundenheit und Vorstellung individueller Freiheit verknüpft ist. Der kunsthistorische Hintergrund zeigt, dass den divergierenden Linienformen in der Moderne zwar vielfältige Bedeutungen zugeschrieben wurden – von rationaler Ordnung bis zur expressiven Geste –, Hundertwassers organische Linie jedoch bislang kaum systematisch erforscht wurde. Auch in der Hundertwasser-Forschung überwiegt die Beschäftigung mit der Spirale als Schlüsselmotiv, während die Linie meist nur als gestalterisches Element erscheint. Die Arbeit basiert auf einer systematischen Analyse ausgewählter schriftlicher und mündlicher Äußerungen Hundertwassers – darunter Manifeste, Texte, Briefe und Reden –, die in chronologischer Folge ausgewertet und mit seinen bildnerischen und architektonischen Werken in Beziehung gesetzt werden. Die in dieser Arbeit umfassend erforschten Ergebnisse verdeutlichen, dass Hundertwasser die organische Linie als Träger eines umfassenden Gegenentwurfs zum rationalistischen Weltbild der Moderne auffasst: Die gerade Linie steht für ihn für Uniformität, Entfremdung und innere Leere, während die organische Linie Naturbezug, Subjektivität und kreative Autonomie verkörpert. Die organische Linie wird so zur visuellen Sprache eines ökologischen, sozialen und ästhetischen Widerstands, wodurch Hundertwassers stille „Linientheorie“ weit über rein formale Aspekte hinausreicht. Sie verkörpert ein künstlerisches Denken, das sich im Spannungsfeld von Natur, Individualität und Gesellschaft positioniert. Die bewusste Trennung von Spirale und Linie eröffnet neue Zugänge zu seinen Werken und ermöglicht eine differenzierte Neubewertung der Linie als eigenständiges, ästhetisches und theoretisches Konzept. Die Arbeit gelangt zu der Einsicht, dass Hundertwassers organische Linie – als gestalterisches wie konzeptuelles Ausdrucksmittel – zentrale Impulse für eine zukunftsgerichtete, ökologische und individualitätsbezogene Kunst- und Gesellschaftspraxis bietet und als solche neu in den kunsthistorischen Diskurs integriert werden sollte.
Abstract
(Englisch)
This master's thesis examines the significance of the organic line in the work and thought of Friedensreich Hundertwasser, with a focus on developing an independent theory of the line. The aim is to demonstrate that the line—beyond the well-known spiral—represents a central aesthetic and ecological motif in his oeuvre. The hypothesis of this study is that Hundertwasser’s written and spoken statements allow for the reconstruction of a consistent theory of the line, one that is closely linked to his social critique, his connection to nature, and his vision of individual freedom. The art historical background shows that, although divergent forms of the line in modern art have been attributed a wide range of meanings—from rational order to expressive gesture—Hundertwasser’s organic line has so far received little systematic attention. Even in Hundertwasser scholarship, the spiral dominates as a key motif, while the line is usually treated merely as a design element. This thesis is based on a systematic analysis of selected written and spoken statements by Hundertwasser—including manifestos, texts, letters, and speeches—evaluated in chronological order and placed in relation to his visual and architectural works. The results of this in-depth study reveal that Hundertwasser conceives of the organic line as a vehicle for a comprehensive counter-model to the rationalist worldview of modernity: to him, the straight line represents uniformity, alienation, and inner emptiness, while the organic line embodies a connection to nature, subjectivity, and creative autonomy. The organic line thus becomes the visual language of an ecological, social, and aesthetic resistance, whereby Hundertwasser’s silent “theory of the line” goes far beyond purely formal concerns. It represents an artistic mode of thought situated in the field of tension between nature, individuality, and society. The conscious separation of spiral and line opens up new approaches to his work and enables a nuanced reassessment of the line as an independent aesthetic and theoretical concept. The study concludes that Hundertwasser’s organic line—as both a formal and conceptual means of expression—offers central impulses for a future-oriented, ecological, and individuality-based art and social practice and should, as such, be newly integrated into the art historical discourse.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Hundertwasser Linientheorie Organische Linien
Schlagwörter
(Englisch)
Hundertwasser organic lines Theory of the Line
Autor*innen
Iris Oberhauser
Haupttitel (Deutsch)
Die Linientheorie von Hundertwasser
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Analyse der Bedeutung der Linien in seinen schriftlichen und mündlichen Äußerungen sowie in seinen bildnerischen und architektonischen Werken
Paralleltitel (Englisch)
Hundertwasser's theory of the line
Paralleluntertitel (Englisch)
an analysis of the meaning of the lines in his written and spoken statements as well as in his pictorial and architectural works
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
111 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Raphael Rosenberg
Klassifikation
20 Kunstwissenschaften > 20.30 Kunstgeschichte. Allgemeines
AC Nummer
AC17618188
Utheses ID
76726
Studienkennzahl
UA | 066 | 835 | |
