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Antimicrobial Stewardship in Österreich
der Beitrag klinischer Pharmazeut*innen zur erfolgreichen Umsetzung in Krankenhäusern - eine Bestandsaufnahme mittels Fragebogen
Barbara Müllauer
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Postgraduate Center
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
außerordentliches Masterstudium Klinische Pharmazie
Betreuer*in
Irene Maria Lagoja
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.78981
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-24339.35057.273188-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Hintergrund: Der unsachgemäße Einsatz von Antiinfektiva fördert die Entstehung antimikrobieller Resistenzen. Antimicrobial Stewardship (AMS) Programme stellen eine effektive Strategie zur Bekämpfung dieses Problems dar und sind in vielen Ländern bereits im Klinikalltag etabliert. In Österreich existiert bislang keine einheitliche Struktur zur Umsetzung von AMS in Krankenhäusern, und die Rolle der klinischen Pharmazie wurde in diesem Kontext bisher kaum beschrieben. Zielsetzung: Diese Arbeit untersucht, inwieweit AMS-Strukturen in österreichischen Krankenhäusern etabliert sind, welchen Beitrag klinische Pharmazeut*innen leisten und mit welchen Herausforderungen sie bei der Implementierung konfrontiert sind. Ein Vergleich mit Deutschland dient der Einordnung im internationalen Kontext. Methode: Von 30.März.2025 bis 30.April.2025 wurde eine anonyme Online-Befragung unter Krankenhausapotheker*innen in Österreich und ausgewählten Kolleg*innen in Deutschland durchgeführt. Pro Krankenhaus wurde ein Fragebogen ausgefüllt, unabhängig davon, ob eine AMS-Struktur implementiert war oder nicht. Ergebnisse: Es konnten 36 vollständig ausgefüllte Fragebögen (29 aus Österreich, 7 aus Deutschland) ausgewertet werden. 75,00 % der österreichischen Krankenhäuser verfügen über ein AMS-Team und 85, 17 % deutsche, wobei tendenziell größere Krankenhäuser besser betreut werden. In Deutschland ist die verbindliche Festlegung von AMS-Strukturen in der Krankenhausordnung deutlich häufiger mit 71,43 % (Österreich: 44,83 %). In beiden Ländern nehmen klinische Pharmazeut*innen eine zentrale Rolle im AMS-Team ein. Während deutsche Kolleg*innen sowohl logistische Aufgaben übernehmen als auch aktiv klinisch beratende Tätigkeiten durchführen, liegt der Fokus österreichischer Krankenhausapotheker*innen stärker bei strukturellen und logistischen Aufgaben. Die Zusammenarbeit im Team wird in beiden Ländern überwiegend positiv bewertet, allerdings gibt es auch kritische Stimmen. Der Wunsch nach verstärkter interdisziplinärer Zusammenarbeit (z. B. Teilnahme an Visiten, häufigere Besprechungen) ist besonders in Österreich (66,00 %) ausgeprägt. Als größte Hürde für die Umsetzung von AMS werden mangelnde finanzielle, personelle und zeitliche Ressourcen genannt (100,00 %), gefolgt von fehlendem Bewusstsein für AMR (48,00 %) und Bildungsdefiziten (36,00 %). Schlussfolgerung: Klinische Pharmazeut*innen leisten einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung von AMS-Maßnahmen, wobei in Österreich ihre Einbindung in klinische Entscheidungsprozesse noch ausbaufähig ist. Zur Stärkung der klinischen Pharmazie und erfolgreichen Implementierung von AMS-Programmen sind gesetzliche Rahmenbedingungen sowie zusätzliche Ressourcen notwendig.
Abstract
(Englisch)
Background: The inappropriate use of anti-infectives significantly contributes to the rise of antimicrobial resistance (AMR). Antimicrobial Stewardship (AMS) programs are a proven strategy to address this issue and are already integrated into routine clinical practice in many countries. In Austria, however, a standardized national framework for AMS implementation in hospitals is still lacking, and the role of clinical pharmacists in this context has been scarcely examined. Objective: This study aims to assess the current situation of AMS structures in Austrian hospitals, explore the role of clinical pharmacists, and identify the main challenges they face during implementation. A comparison with german pharmacists provides an international perspective. Methods: Between March 30 and April 30 2025, an anonymous online survey was carried out among hospital pharmacists in Austria and a small number of hospital parmacists in Germany. One response per hospital was collected, regardless of whether an AMS program was already implemented or not. Results: A total of 36 completed questionnaires were evaluated (29 from Austria, 7 from Germany). In Austria, 75,00% of the participating hospitals had an AMS team, compared to 85.17% in Germany, with larger hospitals generally being better supported. In Germany, AMS structures are set in hospital regulations more often (71.43%) than in Austria (44.83%). Clinical pharmacists are recognized as key members of AMS teams in both countries. While German pharmacists are actively involved in both logistical and clinical consulting roles, Austrian pharmacists tend to focus more on structural and logistical aspects. Team collaboration is generally rated positively, though some critical feedback was also reported. A strong desire for more interdisciplinary cooperation - such as participation in ward rounds and more frequent team meetings - was especially seen in Austria (66,00%). The main obstacles to AMS implementation were limited financial resources, staffing resources, and too little time (100,00%), followed by a lack of awareness of AMR (48,00%) and gaps in education and specialized training (36,00%). Conclusion: Clinical pharmacists play a crucial role in AMS programs. However, in Austria, their integration into clinical decision-making processes is still quite low. To improve the effectiveness of AMS initiatives and strengthen the role of clinical pharmacy, clearer legal frameworks and additional resources are needed.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Antimikrobielle Resistenz Antimicrobial Stewardship Klinische Pharmazie Österreich
Autor*innen
Barbara Müllauer
Haupttitel (Deutsch)
Antimicrobial Stewardship in Österreich
Hauptuntertitel (Deutsch)
der Beitrag klinischer Pharmazeut*innen zur erfolgreichen Umsetzung in Krankenhäusern - eine Bestandsaufnahme mittels Fragebogen
Paralleltitel (Englisch)
Antimicrobial stewardship in Austria
Paralleluntertitel (Englisch)
the impact of clinical pharmacists in the successful implementation in hospitals - a survey-based assessment
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
74 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Irene Maria Lagoja
Klassifikationen
44 Medizin > 44.17 Stationäres Gesundheitswesen. Krankenhauswesen ,
44 Medizin > 44.43 Medizinische Mikrobiologie ,
44 Medizin > 44.75 Infektionskrankheiten. parasitäre Krankheiten
AC Nummer
AC17606959
Utheses ID
76728
Studienkennzahl
UA | 999 | 035 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1