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Delegationsreskripte der Diözese Passau
von den Anfängen bis zum Ende des 13. Jahrhunderts
Pia Tüchler
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Historische Hilfswissenschaften und Archivwissenschaft
Betreuer*in
Christian Lackner
DOI
10.25365/thesis.78919
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-26931.49389.659520-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Arbeit bildet eine exemplarische Mikrostudie zur päpstlichen Delegationsgerichtsbarkeit am Beispiel der großen Diözese Passau vom Ende des 12. bis zum Beginn des 14. Jahrhunderts. Im Mittelpunkt stehen 69 päpstliche Delegationsreskripte, vorwiegend aus Klosterarchiven auf dem Gebiet der Diözese Passau, die nach diplomatischen und inhaltlichen Gesichtspunkten untersucht wurden. Nach einer kurzen Darstellung der Entwicklung der Delegationsgerichtsbarkeit und einer Erläuterung des Prozessverlaufs, werden die äußeren und inneren Merkmale der untersuchten Urkunden dargelegt und mit den Vorgaben im Formularium audientiae, dem für Delegationsreskripte wichtigsten Formelbuch, verglichen. Das Hauptaugenmerk liegt in diesem Zusammenhang auf dem Urkundenformular, das grundsätzlich von einer hohen Formelhaftigkeit geprägt ist, aber durchaus geringfügige Abweichungen vom Formularium audientiae aufweist. Im Zuge der inhaltlichen Untersuchung sind vor allem die in den Urkunden vorkommenden Akteure von Interesse. Zunächst werden die Auswahlkriterien der delegierten Richter und ihre Aufgaben erläutert. Anhand konkreter Beispiele wird zudem dargestellt, dass es nicht unüblich war, rangniedrigere Richter über höherrangige Parteien Recht sprechen zu lassen. Daran anschließend werden die Streitparteien sowie die Streitgegenstände einer näheren Betrachtung unterzogen und erläutert, wer sich überhaupt an den Apostolischen Stuhl wenden konnte und welche Rechtsmaterien in dessen Kompetenz fielen. In diesem Zusammenhang spielen auch die Kurienprokuratoren eine wichtige Rolle, die die Parteien vor den päpstlichen Gerichten vertraten und bei der Impetrierung von Delegationsreskripten unterstützten. Anschließend wird anhand eines Fallbeispiels aufgezeigt, wie die theoretischen Grundlagen des Prozessrechts in die Praxis umgesetzt und durch welche zusätzlichen Faktoren der Verfahrensausgang beeinflusst werden konnte. Zum Schluss wird der Einfluss der päpstlichen delegierten Gerichtsbarkeit auf lokale Rechtstraditionen dargestellt. Anhand konkreter Beispiele erfolgt eine Erörterung der Rolle der delegierten Richter als Träger der Rezeption für die Verbreitung des römisch-kanonischen Prozessrechts in der Diözese Passau.
Abstract
(Englisch)
This work is a microstudy of the delegation of papal jurisdiction using the diocese of Passau as an example from the end of the 12th century to the beginning of the 14th century. The primary focus is on 69 papal letters of delegation, mainly from monastery archives located within the boundaries of the diocese of Passau. These letters were analysed according to their diplomatic aspects as well as their content. First of all, a brief description of the development of the delegation of jurisdiction is given. This is followed by an explanation of the course of the proceedings. The external and internal features of the analysed documents are then presented and compared with the specifications of the Formularium audientiae. This is the most important formulary book for the letters of delegation. The main focus in this context is on the formal structure of the documents which is fundamentally characterised by a high degree of stereotyped phrases. It does however show minor deviations from the Formularium audientiae. In the course of analysing the content, the various agents appearing in the documents are of particular interest. Firstly, the criteria of the selection of the papal judges delegate and their tasks are explained. Specific examples are also used to show that it was not uncommon for lower-ranking judges to administer justice to higher-ranking parties. This is followed by a closer look at the parties to the dispute and the subjects of the dispute. As a consequence thereof, it is then explained who could appeal to the Apostolic See and which legal matters fell within its jurisdiction. The proctors who represented the parties before the papal courts and assisted in the submitting of petitions to receive letters of delegation also played an important role in this context. A case study is then used to show how the theoretical principles of procedural law were put into practice and which additional factors influenced the outcome of the proceedings. Finally, the influence of the delegation of papal jurisdiction on local legal traditions is presented. Specific examples are used to discuss the role of the judges delegate who played a significant role in the dissemination of Roman canon law in the diocese of Passau.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Diplomatik Urkunden Papsturkunden Kanzlei Formular Mittelalter Kanonisches Recht Rechtsgeschichte Diözese Passau Delegationsgerichtsbarkeit
Autor*innen
Pia Tüchler
Haupttitel (Deutsch)
Delegationsreskripte der Diözese Passau
Hauptuntertitel (Deutsch)
von den Anfängen bis zum Ende des 13. Jahrhunderts
Paralleltitel (Englisch)
Letters of delegation in the diocese of Passau
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
IV, 125 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Christian Lackner
AC Nummer
AC17602901
Utheses ID
76747
Studienkennzahl
UA | 066 | 804 | |
