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Zukunftserwartungen jugendlicher Straftäter
Claudia Platzer
Art der Arbeit
Diplomarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Betreuer*in
Brigitte Rollett
DOI
10.25365/thesis.8513
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29795.28627.678959-8
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Ziel dieser Untersuchung ist es zu untersuchen, ob sich jugendliche Einfach- und Mehrfachtäter hinsichtlich ihrer Zukunftserwartungen, Resilienz, Bindung an die Eltern, Beziehung zu den Freunden, Persönlichkeitsmerkmalen und ihrer Intelligenz unterscheiden. Insgesamt wurden 43 delinquente Adoleszente untersucht (28 Mehrfachtäter und 15 Einfachtäter), wobei die beiden Gruppen mittels Fragebogen in den Einrichtungen Neustart Wien 2, Wien 5, Wien 6 und in der Justizanstalt für Jugendliche Gerasdorf befragt wurden. Es konnte ganz allgemein gezeigt werden, dass beiden Gruppen jugendlicher Straftäter eher konservative Zukunftsziele verfolgen, wobei die Gründung einer Familie, die Aufrechterhaltung des Kontaktes zu Freunden und eine geeignete Berufsfindung am häufigsten genannt wurden. Im Einzelnen gehen die inhaftierten jugendlichen Mehrfachtäter von einer zukünftigen, negativeren Entwicklung der Gesellschaft aus und sind stärker vom Konstrukt der „Gerechten Welt“ überzeugt als die Einfachtäter. Letztere weisen eine konkretere Lebensplanung bzgl. Beruf und Familie auf und gehen davon aus, dass es zukünftig mehr gesellschaftliche Probleme geben wird. Keine Gruppenunterschiede konnten in den Skalen „Entwicklung in Richtung freundliche Gesellschaft“, „Konstanz der eigenen Persönlichkeit“, „Konstanz der eigenen Lebensumstände“ und „Gegenwärtige gesellschaftliche Problembelastung“ gefunden werden. Auch hinsichtlich der wahrgenommenen Beziehung zu ihren Freunden, hinsichtlich ihrer Resilienz und ihrer kognitiven Fähigkeiten unterscheiden sich jugendliche Einfach- und Mehrfachtäter nicht. Bezüglich der Ärgerbelastung konnte festgestellt werden, dass die inhaftierten Jugendlichen intensivere Ärgergefühle wahrnehmen und diesen Ärger stärker zu kontrollieren versuchen als die Vergleichsgruppe, wobei diese wiederum den Ärger signifikant häufiger gegen andere Personen oder Objekte äußern als die Mehrfachtäter. Hinsichtlich des dispositionellen Ärgers sowie des nach innen gerichteten Ärgers konnten keine Gruppenunterschiede ermittelt werden. Was die Bindung zu den Eltern betrifft, so konnten keine signifikanten Ergebnisse im Hinblick auf die Beziehung zum Vater gefunden werden, betrachtet man hingegen die emotionale Beziehung zur Mutter, so wird diese von den Mehrfachtätern negativer beschrieben als dies bei den Einfachtätern der Fall ist. Die restlichen Skalen, nämlich „Kommunikation-Mutter“, „Vertrauen-Mutter“ und „Entfremdung-Mutter“ zeigen keine signifikanten Gruppenunterschiede.
Als letztes Ergebnis kann noch angeführt werden, dass die jugendlichen Inhaftierten bezüglich des Persönlichkeitsmerkmals Verträglichkeit signifikant höhere Ausprägungen zeigen als die Einfachtäter, wobei hinsichtlich der Dimensionen Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für Erfahrungen und Gewissenhaftigkeit keine signifikanten Unterschiede festgestellt wurden.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Zukunftserwartungen Jugendliche Straftäter
Autor*innen
Claudia Platzer
Haupttitel (Deutsch)
Zukunftserwartungen jugendlicher Straftäter
Publikationsjahr
2010
Umfangsangabe
V, 206 S.
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Brigitte Rollett
Klassifikation
77 Psychologie > 77.56 Jugendpsychologie
AC Nummer
AC08041381
Utheses ID
7676
Studienkennzahl
UA | 298 | | |
