Detailansicht
Deservingness und Ressourcenverteilung im Kontext einer NGO
medizinische Versorgung unversicherter Personen in Österreich
Lea Georgia Locker
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium CREOLE-Cultural Differences and Transnational Processes
Betreuer*in
Janina Meillan-Kehr
Mitbetreuer*in
Lisa Lehner
DOI
10.25365/thesis.79499
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11513.54893.644659-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Antworten auf die Frage, wie medizinische Versorgung für unversicherte Personen in Wohlfahrtsstaaten wie Österreich organisiert und umgesetzt wird, bleiben in der Kultur- und sozialanthropologischen Forschung weitestgehend unterrepräsentiert. Deswegen widmet sich diese Arbeit einer Nichtregierungsorganisation, die außerhalb des staatlichen Sozialversicherungssystems, kostenfrei unversicherte Personen medizinisch behandelt. Im Mittelpunkt stehen dabei die internen Entscheidungsmechanismen hinter der Ressourcenvergabe und wie diese den Zugang zu medizinscher Versorgung prägen. Die theoretische Grundlage fußt dabei in dem medizinanthropoligischen Verständnis des Konzepts der Deservingness. Durch dieses Fundament soll erörtert werden, wie Vorstellungen darüber, wer medizinische Versorgung „verdient“, den Alltag der Organisation beeinflussen. Das Konzept der Deservingness biete eine differenzierte Perspektive auf komplexe Aushandlungsprozesse einer Organisation, deren Ziel es in erster Linie ist, ärztliche Betreuung für unversicherter Personen in Österreich anzubieten. Dabei sieht sich diese vor strukturelle Herausforderungen gestellt, die einen Einfluss auf jenes Ziel haben. Die Organisation bewegt sich dabei an einer Schnittstelle struktureller Umstände und medizinischer Versorgung. Durch die Einführung des Begriffes der ressourcenbewussten Verteilung, soll dieses Spannungsfeld aufgezeigt werden. Mit Hilfe des Begriffes lässt sich analysieren wie die Vergabe von Ressourcen in der Organisation durch Strukturen der Deservingness relational und situativ geformt werden. Es wird argumentiert, dass medizinische Versorgung dabei durch verschiedene Faktoren ausverhandelt wird. Diese werden einerseits anhand potenzieller Heilungschancen von den Patient*innen bemessen, andererseits spielen moralische Bewertungen und Annahmen über die Patient*innenschaft eine Rolle darüber, welche Behandlungsstrategien angeboten werden. Diese Faktoren definieren nicht unabhängig voneinander den Zugang zu medizinscher Versorgung, sondern überlagern sich in den Entscheidungsmechanismen der Organisation. Mit Hilfe der vorliegenden Arbeit, sollen die daraus resultierenden Strukturen reflektiert und in einen übergeordneten Kontext gesetzt werden
Abstract
(Englisch)
How medical care is provided for uninsured people in welfare states like Austria is a rarely discussed topic in social and cultural anthropology. This work focuses therefore on a nongovernmental organisation which provides free medical care to uninsured people outside the social security system. The point of interest of this analysis will be the internal decision-making mechanisms behind the allocation of resources and how these shape access to medical aid. The theoretical point of view will be based on the concept of Deservingness and its medical anthropological understanding. This foundation will be used to discuss how ideas about who “deserves” medical care have influenced the everyday life of the organisation. Deservingness offers a differentiated perspective on complex decision- making processes of an organisation whose primary goal is to offer free medical aid, while facing structural challenges that have an impact on this aim. Hence the organisation operates at an interface between structural circumstances and medical care. To examine these circumstances the term resource-conscious distribution (ressourcenbewusste Verteilung) will be established. The term intends to highlight this area of tension. It will be used to analyse how the allocation of resources in the organization is shaped relationally and situationally by structures of deservingness. It is argued that medical care is distributed through various factors. On the one hand, these are measured by the patients’ potential chances of recovery. On the other hand, moral conclusions and assumptions about the patients play a role in determining which treatment strategies are offered. The overlapping of those factors is fundamental in the decision-making mechanisms of the organization. They shape the access to medical care. This paper aims to reflect on these resulting structures and places them in an overarching context.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Deservingness Medizinische Versorgung unversicherter Personen Ressourcenverteilung Medizinanthropologie Ressourcenbewusste Verteilung Soziale Ungleichheit Nichtregierungsorganisation Qualitative ethnografische Feldforschung Sozialversicherungssystem Österreich Gesundheitssystem Österreich Medizinische Versorgung Österreich
Schlagwörter
(Englisch)
Deservingness Resource allocation Medical care Uninsured People Medical anthropology Non-governmental organization Qualitative ethnographic field research Social inequality resource-conscious distribution Social security system Austria Health care system Austria
Autor*innen
Lea Georgia Locker
Haupttitel (Deutsch)
Deservingness und Ressourcenverteilung im Kontext einer NGO
Hauptuntertitel (Deutsch)
medizinische Versorgung unversicherter Personen in Österreich
Paralleltitel (Englisch)
Deservingness and resource allocation in the context of an NGO
Paralleluntertitel (Englisch)
medical care for uninsured people in Austria
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
101 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Janina Meillan-Kehr
AC Nummer
AC17685350
Utheses ID
76829
Studienkennzahl
UA | 066 | 656 | |
