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Alternative Kommunikationsmittel der zivilen Bevölkerung im Katastrophenfall
bei Ausfall der standardisierten technischen Kommunikationsebenen
Richard Mandl
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Postgraduate Center
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Universitätslehrgang Risikoprävention und Katastrophenmanagement
Betreuer*in
Friedrich Teichmann
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80257
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-14096.55625.989490-0
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Kontext und Fragestellung: In der heutigen Gesellschaft zählen die Informations- und Kommunikationsprozesse zu den elementaren Ressourcen zur Sicherstellung der demokratischen Abläufe in der Gesellschaft. Bereits der bekannte Kommunikationswissenschaftler Paul Watzlawick beschrieb in seinem Werk die „Menschliche Kommunikation – Formen, Störungen, Paradoxien“ die Bedeutung der menschlichen verbal und nonverbal Kommunikation, um die Ordnung in der Gesellschaft aufrecht zu erhalten. (vgl. Watzlawick et al. 2017, 13.ff) In Krisen- oder Katastrophenfällen ist die Kommunikation ein essentieller Bestandteil zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ruhe, Ordnung, Sicherheit, und medizinischen Betreuung und sowie der Sicherung der Grundbedürfnisse der Bevölkerung. Diese Kommunikationsprozesse umfassen sämtliche (BOS), Gesundheitsorganisationen und insbesondere die allgemeine Bevölkerung. Neben der notwendigen Möglichkeit der Kommunikation der staatlichen Organisationseinheiten, darf das Interesse der zivilen Bevölkerung nicht außer Acht gelassen werden. Wenn dem Informations- und Kommunikationsbedarf der zivilen Bevölkerung nicht nachgekommen wird, kann sich diese in einer Krise nicht nur unkooperativ, sondern auch kontraproduktiv verhalten. Damit werden sämtliche Bemühungen staatlicher Stellen zur Lagebereinigung erschwert und möglicherweise ein allfälliger Schaden vergrößert. Durch „keine“ Information können Fehlinformation entstehen, was unterschiedliche Auswirkungen zur Folge haben kann. Während staatliche Organisationen in der Krise auf technische Ressourcen wie zb Satellitentelefonie zurückgreifen können, ist die Zivilbevölkerung, alleine schon aus finanziellen Gründen, bei der Anschaffung solcher technischen Vorrichtungen eingeschränkt. Daher ergibt sich die nachfolgende Fragestellung der wissenschaftlichen Forschungsarbeit. Verfügt die Zivilbevölkerung über ein Kommunikationssystem, das durch finanzielle Erschwinglichkeit, Benutzerfreundlichkeit und angemessene Reichweite gekennzeichnet ist, und existiert ein adäquater rechtlicher Rahmen für dessen Nutzung? Ziel der Arbeit: Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht Möglichkeiten zur Etablierung eines finanziellen und resilienten Kommunikationssystems für die Zivilbevölkerung im Katastrophenfall. Ziel ist es, die notwendigen finanziellen, rechtlichen, technischen und organisatorischen Rahmenbedingungen zu identifizieren, um ein anwenderfreundliches, erschwingliches und reichweitenstarkes Kommunikationssystem zu identifizieren. Besondere Berücksichtigung findet dabei die potenzielle Rolle des Amateurfunks als Brückentechnologie zwischen staatlichen Einrichtungen und der Zivilbevölkerung während Krisensituationen mit Systemausfällen. Theorie: Diese Forschungsarbeit basiert auf den theoretischen Grundlagen des Katastrophenmanagements die Grundlage dessen bildet das Prozess- und Risikomanagements sowie der PDCA-Kreislauf. Die Kombination dieser Grundlagen wurde mit dem theoretischen Ansatz Katastrophenmanagements auf die Kommunikationsmittel der zivilen Bevölkerung angewendet Hierbei ist das Ziel die bidirektionalen Kommunikationssysteme für die zivile Bevölkerung im Katastrophenfall zu verbessern. Wissenschaftliche Methoden: In der wissenschaftlichen Arbeit wurden verschiedene methodische Ansätze verwendet. Die quantitative Forschung basiert auf mathematischen Berechnungsmodellen und statistischen Verfahren, um Zusammenhänge zwischen Variablen bzw. Clustern sichtbar zu machen und generalisierbare Aussagen zu treffen. Die systematische Literaturrecherche erfolgte durch eine gezielte Auswahl relevanter Datenbanken und den Einsatz spezifischer Ein- und Ausschlusskriterien. Dabei wurden zunächst breite Suchbegriffe verwendet und anschließend durch gezielte Filter eingegrenzt, um eine umfassende Analyse des Forschungsstandes zu gewährleisten. Zur Rechtsanalyse wurde die qualitative Inhaltsanalyse angewendet, um rechtliche Texte systematisch zu untersuchen und normative Grundlagen herauszuarbeiten. Die Methode der Anwenderbedienbarkeit basierte auf einer binären Bewertungsmethode (Ja oder Nein), die eine schnelle und klare Einschätzung ermöglicht. Ergebnisse: Das Untersuchungsergebnis nach einer kostengünstigen Kommunikationslösungen mit erweiterter Reichweite für die zivile Nutzung führt zu dem Schluss, dass eine ideale Kombination aus Kurzwellentechnologie, Lizenzfreiheit, einfacher Bedienbarkeit und niedrigen Anschaffungskosten (<EUR 50) in der gegenwärtigen technologischen Landschaft nicht existent ist. Diese Limitierung ist primär auf regulatorische Rahmenbedingungen zurückzuführen, jedoch nicht auf technologische Beschränkungen. Die fundamentale Herausforderung bleibt die internationale Frequenzregulierung, die Kurzwellenbereiche (KW) mit guter Ausbreitungscharakteristik überwiegend lizenzierten Diensten vorbehält. Eine Modifikation dieser Situation würde internationale regulatorische Anpassungen erfordern, was angesichts der etablierten Frequenzzuweisungen durch die International Telecommunication Union (ITU) als perspektives unwahrscheinliches Szenario anzusehen ist.
Abstract
(Englisch)
Context of the thesis: In contemporary democratic societies, the flow of information and communication is a cornerstone of public order and operational coherence. Paul Watzlawick, a distinguished communication theorist, underscored the significance of both verbal and non-verbal modes of interaction in upholding societal structure. In times of crisis or disaster, communication assumes a pivotal role in maintaining public calm, safety, healthcare provision, and the fulfilment of fundamental needs. These processes encompass not only governmental authorities and emergency services (BOS), but also healthcare organisations and, importantly, the civilian population. Goal of the Thesis: This thesis sets out to investigate the viability of establishing a cost-efficient and resilient communication system tailored for civilian use in disaster contexts. It aims to identify the requisite financial, legal, technical, and organisational parameters necessary for such a system—emphasising affordability, user-friendliness, and adequate range. Particular attention is paid to the potential role of amateur radio as an intermediary technology bridging governmental institutions and the general public in scenarios where conventional systems are compromised. Theory: The theoretical underpinning of this research is grounded in principles of disaster management, with a particular focus on process and risk management, as well as the PDCA cycle (Plan–Do–Check–Act). These frameworks are employed to critically examine communication strategies from a civilian perspective under emergency conditions. The overarching aim is to strengthen bidirectional communication channels for the general public, thereby contributing to a society that is more resilient and better equipped to navigate crises. Methodology: A mixed-methods approach was adopted for this study. Quantitative analysis was conducted through mathematical modelling and statistical procedures to reveal correlations and develop generalisable insights. A systematic literature review was performed using selected academic databases, guided by explicit inclusion and exclusion criteria to ensure relevance and rigour. Legal frameworks were analysed via qualitative content analysis, enabling a structured examination of normative texts pertinent to civilian communication. Additionally, system usability was assessed using a binary evaluation method (yes/no), facilitating straightforward and pragmatic assessment. Results: The findings indicate that no current system effectively combines shortwave radio technology, licence-free operation, ease of use, and low acquisition costs (under €50) in a manner suitable for widespread civilian adoption. This deficiency is primarily attributed to regulatory constraints rather than technological limitations. The principal challenge lies in the global governance of radio frequencies: shortwave bands with favourable propagation properties are largely allocated to licensed services. Amending this framework would necessitate international regulatory reforms—an unlikely prospect given current allocations under the International Telecommunication Union (ITU). Nevertheless, the research demonstrates that the underlying technology is indeed viable. With appropriate legal and institutional reforms, it would be possible to significantly improve civilian access to robust communication channels in times of crisis.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Kommunikation Funk Tetra Katastrophe zivile Bevölkerung Provider Internet Telefon mobil Funk
Autor*innen
Richard Mandl
Haupttitel (Deutsch)
Alternative Kommunikationsmittel der zivilen Bevölkerung im Katastrophenfall
Hauptuntertitel (Deutsch)
bei Ausfall der standardisierten technischen Kommunikationsebenen
Paralleltitel (Englisch)
Alternative means of communication for the civilian population in the event of a disaster or failure of standardized technical communication levels
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
X, 113 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Friedrich Teichmann
Klassifikationen
05 Kommunikationswissenschaft > 05.39 Massenkommunikation, Massenmedien. Sonstiges ,
54 Informatik > 54.20 Datenverarbeitungsanlagen. Allgemeines
AC Nummer
AC17615369
Utheses ID
76892
Studienkennzahl
UA | 992 | 242 | |
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