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Gesellschaftliche Faktoren im zivilen Warn- und Alarmierungskontext
am Beispiel, wie die soziale Prägung eines Individuums Wahrnehmung und Reaktion beeinflussen kann
Marc Hammerschmidt
Art der Arbeit
Master-Thesis (ULG)
Universität
Universität Wien
Fakultät
Postgraduate Center
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Universitätslehrgang Risikoprävention und Katastrophenmanagement
Betreuer*in
Siegfried Jachs
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.79059
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17525.52800.872960-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die folgende Masterthesis untersucht, welche Rolle soziale Faktoren in der Warnung und Alarmierung der Bevölkerung spielen. Diverse Fallbeispiele belegen, dass konkrete Handlungsanweisungen (besonders jene der Evakuierung oder des Schutzsuchens) nicht adäquat umgesetzt werden. Die Gründe dafür können vielfältig sein. Neben dem sich transformierte Verhältnis zwischen Mensch und Umwelt ist es in erster Linie der soziale Wandel, welcher sich auch auf die kollektive Reaktion nachhaltig auswirkt. Er verursacht Veränderungen im Bereich der Vulnerabilität, der Informationsbedürfnisse und des interkulturellen Austauschs. Mit dem sogenannten „AT-Alert“ besitzt die Republik Österreich ein Mittel, um flächenendeckend große Gebiete vor einer drohenden Gefahr informieren zu können – gleichzeitig fordert dies jedoch ein besseres Verstehen der jeweiligen Zielgruppe, um mögliche Schäden im Ernstfall so gering wie möglich zu halten. In der gängigen Forschung zu diesem Thema sind Faktoren wie die räumliche Verortung, das Alter, das Geschlecht, die psychische oder die physische Beschaffenheit bereits stark in der Analyse verankert – die soziale Vernetzung wurde bis dato vergleichsweise wenig erhoben. Anhand ausgewählter Fachliteratur, welche in erster Linie aus soziologischen Theorien, Konzepten und Modellen besteht, soll aufgezeigt werden, wie die soziale Umwelt eines Individuums die Wahrnehmung und Reaktion auf derartige Meldungen beeinflussen kann. Neben der unmittelbaren Reaktion ist es nämlich in erster Linie auch die Risikowahrnehmung, welche diverse soziokulturelle Filter durchläuft und daher stärker in die Analyse und Vorverfassung künftiger Botschaften involviert werden sollte. Anhand der Aufteilung in die Mikro-, Meso- und Makroebene der Gesellschaft wird aufgezeigt, wie Ideen soziologischer „Klassiker“ wie Emile Durkheim, Pierre Bourdieu, Max Weber oder Niklas Luhmann auf gängige Problemstellungen der Gegenwart angewendet werden können. In einem weiteren Schritt folgt die Untersuchung von vier internationalen Rahmendokumenten (ISO22322, Unionsziele für Katastrophenresilienz, Disaster Resilience Goals und das Sendai Framework) welche sich der Warnung und Alarmierung widmen. Ziel war es, die Rolle der Sozialstruktur herauszufiltern, zu bewerten und mögliche Lücken zu erkennen. Das Fazit dazu liest sich leider ernüchternd, weshalb im letzten Kapitel Forschungsmittel sowie Projekte präsentiert werden, welche eine solide Ergänzung zu den internationalen Empfehlungen darstellen und insgesamt näher dazu beitragen können, die Funktion der Sozialstruktur näher zu verstehen. Es soll jedoch betont werden, dass diese Thesis lediglich eine Grundlagenforschung darstellt, der Bedarf an zukünftigem sozialwissenschaftlichem Engagement dringend empfohlen wird.
Abstract
(Englisch)
The following master’s thesis examines the role social factors play in warning and alerting the public. Numerous case studies show that concrete instructions for action- especially those involving evacuation or seeking shelter-are not carried out adequately. The reasons are varied. Beyond the changing relationship between humans and the environment, social transformation above all exerts a lasting influence on collective response, bringing shifts in vulnerability, information needs and intercultural exchange. With the “AT‐Alert” system, the Republic of Austria possesses a means of informing large areas nationwide about looming danger; at the same time, this requires a better understanding of each target group to keep potential harm in an emergency as low as possible. In the current research landscape, factors such as geographic location, age, gender and psychological or physical condition are firmly embedded in analyses, whereas social networking has received comparatively little attention to date. Drawing on selected specialist literature—primarily sociological theories, concepts and models—the thesis demonstrates how an individual’s social environment can influence the perception of, and reaction to, such alerts. Besides the immediate response, risk perception in particular passes through various socio‐cultural filters and therefore deserves greater consideration in the analysis and drafting of future messages. By distinguishing the micro, meso and macro levels of society, the thesis shows how ideas from sociological “classics” such as Émile Durkheim, Pierre Bourdieu, Max Weber and Niklas Luhmann can be applied to present‐day challenges. A further step involves examining four international framework documents (ISO 22322, the Union Disaster Resilience Goals, the Disaster Resilience Goals and the Sendai Framework) devoted to warning and alerting. The aim was to extract, evaluate and identify possible gaps concerning the role of social structure. The findings are, unfortunately, sobering; hence the final chapter presents funding instruments and projects that can usefully complement the international recommendations and, overall, help clarify how social structure functions. It should be emphasized, however, that this thesis constitutes foundational research only, and continued social‐science engagement is strongly recommended.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Soziologie Soziale Umwelt Warnung Alarmierung Zivilschutz Bevölkerungsschutz Sozialforschung Evakuierung Cell-Broadcast Risikowahrnehmung Katastrophe Katastrophensoziologie
Autor*innen
Marc Hammerschmidt
Haupttitel (Deutsch)
Gesellschaftliche Faktoren im zivilen Warn- und Alarmierungskontext
Hauptuntertitel (Deutsch)
am Beispiel, wie die soziale Prägung eines Individuums Wahrnehmung und Reaktion beeinflussen kann
Paralleltitel (Englisch)
Social factors in the civil warning and alerting context
Paralleluntertitel (Englisch)
an example of how an individual's social conditioning can influence perception and reaction
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
144 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Jachs
Klassifikation
71 Soziologie > 71.05 Soziologische Richtungen
AC Nummer
AC17617455
Utheses ID
76930
Studienkennzahl
UA | 992 | 242 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1