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Media capture in Serbia
a decade of decline (2013-2023)
Danilo Kostic
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Communication Science
Betreuer*in
Jörg Matthes
DOI
10.25365/thesis.79500
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11665.67029.527072-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit untersucht die Vereinnahmung des serbischen Fernsehens im Zeitraum von 2013 bis 2023 – einer Phase, die durch einen Rückgang der Medienfreiheit sowie einen zunehmenden politischen und wirtschaftlichen Einfluss auf redaktionelle Inhalte gekennzeichnet ist. Auf Grundlage des Konzepts der „Media Capture“ werden vier zentrale Forschungsfragen behandelt: (1) Welche Formen und konkreten Ausprägungen der Medienvereinnahmung traten in diesem Jahrzehnt auf? (2) Wie beeinflussten politische Akteure Fernsehsender in Serbien? (3) Welche Auswirkungen hatte diese Entwicklung auf den Journalismus und demokratische Prozesse? und (4) Welche Empfehlungen schlagen Medienexpert*innen und Journalist*innen zum Schutz der Medienfreiheit vor? Zur Beantwortung dieser Fragen wurde ein qualitatives Forschungsdesign gewählt. Es wurden leitfadengestützte, vertiefende Interviews mit acht Personen geführt (N = 8), darunter Journalist*innen aus unabhängigen sowie regierungsnahen Medien und weitere Medienexpert*innen. Die Auswertung erfolgte mittels thematischer Analyse und induktiver Codierung mit der Software MAXQDA, um analytische Nachvollziehbarkeit und Konsistenz zu gewährleisten. Die Ergebnisse zeigen eine doppelte Struktur der Medienvereinnahmung. Einerseits führt die finanzielle Abhängigkeit von staatlich kontrollierter Werbung und Subventionen zu redaktioneller Loyalität. Andererseits wird institutionelle Vereinnahmung durch die Politisierung von Regulierungsbehörden und öffentlich-rechtlichen Sendern ermöglicht. Diese Mechanismen begünstigen eine mediale Dominanz regierungsnaher Narrative und unterdrücken kritische Berichterstattung. Die daraus resultierende Medienlandschaft ist geprägt von weit verbreiteter Selbstzensur, verschlechterten Arbeits-bedingungen für Journalist*innen, einer Polarisierung des Publikums sowie schwindendem Vertrauen in mediale Institutionen. Die Befragten sprechen sich für umfassende Reformen aus, darunter die Wiederherstel-lung regulatorischer Unabhängigkeit, eine Reform des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, bessere materielle und berufliche Rahmenbedingungen für Journalist*innen, eine Stärkung der Medienkompetenz sowie mehr zivilgesellschaftliches Engagement. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass eine Umkehr der Medienvereinnahmung in Serbien nur durch koordinierte rechtliche, institutionelle und gesellschaftliche Reformen möglich ist, um Pluralismus, Vertrauen und journalistische Unabhängigkeit wiederherzustellen.
Abstract
(Englisch)
This thesis investigates the capture of Serbian television between 2013 and 2023, a period marked by declining media freedom and increasing political and economic influence over news content. Drawing on the concept of media capture, it explores four main questions: (1) What forms and instances of capture occurred during this decade? (2) How did political actors influence television media outlets? (3) What were the consequences for journalism and democratic processes? and (4) What recommendations do media experts and journalists propose to protect media freedom? To answer these questions, a qualitative research design was applied, using semi-structured in-depth interviews with eight participants (N = 8), including journalists from both independent and pro-government outlets as well as media experts. Thematic analysis was conducted using inductive coding in MAXQDA software to ensure analytic transparency and consistency across the data. The findings reveal a dual structure of media capture. Financial dependency on state-controlled advertising and subsidies incentivizes editorial loyalty, while institutional capture is achieved through the politicization of regulators and public broadcasters. These mechanisms allow government-aligned narratives to dominate television content while silencing dissent. The resulting media landscape is characterized by widespread self-censorship, deteriorating working conditions for journalists, polarization of audiences, and declining public trust in media institutions. Interviewees propose a range of reforms, including restoring regulatory independence, transforming public service broadcasting, improving the material and professional conditions of journalists, expanding media literacy efforts and strengthening civil society engagement. The study concludes that reversing media capture in Serbia requires comprehensive and coordinated legal, institutional and civic reforms to restore pluralism, trust, and journalistic autonomy.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Mediengefangenschaft Serbien Fernsehen Journalismus Demokratie Thematische Analyse Selbstzensur Einrichtungsreform
Schlagwörter
(Englisch)
Media Capture Serbia Television Journalism Democracy Thematic Analysis Self-Censorship Institutional Reform
Autor*innen
Danilo Kostic
Haupttitel (Englisch)
Media capture in Serbia
Hauptuntertitel (Englisch)
a decade of decline (2013-2023)
Paralleltitel (Deutsch)
Mediengefangenschaft in Serbien
Paralleluntertitel (Deutsch)
ein Jahrzehnt des Niedergangs (2013-2023)
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
102 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Jörg Matthes
Klassifikationen
05 Kommunikationswissenschaft > 05.30 Massenkommunikation. Massenmedien. Allgemeines ,
05 Kommunikationswissenschaft > 05.36 Fernsehen
AC Nummer
AC17685359
Utheses ID
77191
Studienkennzahl
UA | 066 | 550 | |
