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Homosexualität im Prozess
Charakteristiken und Entwicklungen der Verfolgung von Homosexualität in der österreichischen Nachkriegszeit am Beispiel des "Vorarlberger Sittlichkeitsprozess 1956"
Lisa Hasenbichler
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Interdisziplinäres Masterstudium Zeitgeschichte und Medien
Betreuer*in
Maria Mesner
DOI
10.25365/thesis.79153
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-14113.64524.244086-8
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Der Vorarlberger Sittlichkeitsprozess war der größte Gerichtsprozess gegen homo- und bisexuelle Männer in der Geschichte Österreichs. Von den über 200 Personen, gegen die ursprünglich ermittelt wurde, wurden 140 angeklagt. Sie standen im Mai und Juni 1956 in acht Verhandlungsrunden vor dem Schöffengericht des Landesgerichts Feldkirch. Anhand überlieferter Gerichtsakten, wie Anklageschriften, Berichte der Staatsanwaltschaften und Akten des Justizministeriums, sowie der zeitgenössischen Zeitungsberichterstattung, werden die Funktionsweisen der staatlichen und gesellschaftlichen Gewalt gegen die Beschuldigten beleuchtet. In der Arbeit werden die Auswirkungen des Prozesses auf das wirtschaftliche und private Leben der Betroffenen und ihrer Familien dokumentiert und die Konstruktion der Beschuldigten zu „Tätern“ durch die Justiz nachvollzogen. Auch zeigt die Arbeit auf, dass die Massenverfolgung bereits einige Jahre vorher durch das Medienereignis „Knabenmord in Schlins“ ausgelöst wurde. Die Anklagegruppe wird hinsichtlich ihrer soziostrukturellen Zusammensetzung und ihrer Vernetzung analysiert. Ein Teil der Arbeit beschäftigt sich mit homosexuellem Leben in Vorarlberg und den Diskursen, die sich rund um die Ereignisse in der Öffentlichkeit entfalteten. Der Gerichtsprozess wird als gesellschaftliches Aushandlungsfeld verstanden, in dem Wissen über Homosexualität produziert wurde und sich auch Räume für Interventionen und Widerstand eröffneten. Anhand des Fallbeispiels zeichnet die Arbeit grundlegende Charakteristiken der Verfolgung von Homosexualität in der österreichischen Nachkriegszeit nach und diskutiert die Bedeutung des Prozesses im gesellschaftlichen Wandel hin zur Aufhebung des Totalverbots von Homosexualität im Jahr 1971.
Abstract
(Englisch)
The ‘Vorarlberg indecency trial’ was the largest court case against homosexual and bisexual men in Austrian history. Out of the more than 200 people who were originally investigated, 140 were charged. They appeared before the Feldkirch Regional Court in eight rounds of hearings in May and June 1956. Based on court records, such as indictments, reports from the public prosecutor's office and files from the Ministry of Justice, as well as contemporary newspaper reports, the study sheds light on how state and social violence was exercised against the accused. This thesis documents the impact of the trial on the economic and private lives of those affected and their families, and traces how the defendants were constructed as ‘perpetrators’ by the judiciary. It also shows that the mass persecution had already been triggered several years earlier by the media event known as the ‘boy murder in Schlins’. The accused group is analysed in terms of its socio-structural composition and its networks. Part of the work deals with homosexual life in Vorarlberg and the public discourse that unfolded around the events. The court case is understood as a sphere of social negotiation in which knowledge about homosexuality was produced and opportunities for intervention and resistance arose. Based on this case study, the thesis traces the fundamental characteristics of the persecution of homosexuality in post-war Austria and discusses the significance of the trial in the social transition towards the decriminalization of homosexuality.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Homosexualität Bisexualität Verfolgung gerichtliche Verfolgung Nachkriegszeit 2. Republik Gerichtsprozess Massenverfolgung Sexualitätsgeschichte LGBTQ+ staatliche Repression Polizeiliche Verfolgung homosexuell § 129 I b Unvernunft und Unheil im Sexualstrafrecht Wolfgang Benndorf Sexualstrafrecht Justiz Schwulengeschichte Der Kreis Österreich Vorarlberger Sittlichkeitsprozess
Schlagwörter
(Englisch)
queer history persecution of homosexuality homosexuality bisexuality state repression afterwar period Austria law suit police repression history of sexuality Vorarlberg indecency trial
Autor*innen
Lisa Hasenbichler
Haupttitel (Deutsch)
Homosexualität im Prozess
Hauptuntertitel (Deutsch)
Charakteristiken und Entwicklungen der Verfolgung von Homosexualität in der österreichischen Nachkriegszeit am Beispiel des "Vorarlberger Sittlichkeitsprozess 1956"
Paralleltitel (Englisch)
Characteristics and developments in the persecution of homosexuality in post-war Austria, as exemplified by the "Vorarlberg indecency trial of 1956"
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
iv, 160 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Maria Mesner
AC Nummer
AC17629111
Utheses ID
77199
Studienkennzahl
UA | 066 | 665 | |
