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Grenzenlose Unterhaltung?
die moralische Bewertung von psychischer Gewalt im Reality-TV am Beispiel von "Das Sommerhaus der Stars - Kampf der Promipaare"
Lynn Baumgarten
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Publizistik- und Kommunikationswissenschaft
Betreuer*in
Jörg Matthes
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.79714
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-26290.82807.268279-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Reality-TV erfreut sich großer Beliebtheit und hohen Einschaltquoten. Zuschauer:innen werden durch Drama, Emotionen und Spannung an die Formate gebunden. Doch das Genre bringt auch Schattenseiten mit sich. Die Darstellung von Grenzüberschreitungen und psychischer Gewalt wird häufig kritisiert. „Das Sommerhaus der Stars – Kampf der Promipaare“ zählt zu den provokantesten Formaten in Deutschland, ist aber kaum wissenschaftlich untersucht. Viele Studien beziehen sich auf scripted Formate und den englischsprachigen Raum. Die Analyse von deutschsprachigen Formaten ist in der Wissenschaft unterrepräsentiert. Die bisherigen Erkenntnisse lassen sich nicht auf deutsche Shows übertragen, weil sich Publikumserwartungen, der Jugendschutz und Erzählgewohnheiten unterscheiden können. Es stellt sich also die Frage, wie Zuschauende den Konsum aggressiver Szenen im deutschen Reality-TV, welches Realitätstreue verspricht, moralisch vertreten können. Diese Studie soll einen Beitrag dazu leisten, Reality-TV-Formate und dessen Auswirkungen besser zu verstehen. Sie soll dabei helfen medienethische Maßstäbe zu reflektieren. Dazu wurden Gruppendiskussionen herangezogen, um aufzuzeigen, inwiefern psychische Gewalt in den Shows wahrgenommen und bewertet wird. Die Ergebnisse zeigen, dass psychische Gewalt im Sommerhaus der Stars wahrgenommen wird. Sie wird kritisiert, aber auch relativiert. Psychische Gewalt wird oft inszeniert wahrgenommen, sei es von Produktionsseite aus oder durch die Kandidat:innen selbst. Sie wird als Strategie gesehen, Aufmerksamkeit zu erlangen, was für Formate und Charaktere mit Erfolg einhergeht. Der häufige Konsum normalisiert aggressive Verhaltensweisen. Situationen werden miteinander verglichen und als weniger schlimm dargestellt. Und auch Sympathien, Antipathien sowie parasoziale Beziehungen beeinflussen die Toleranzgrenze. Rechtfertigungen und das gemeinschaftliche Schauen führen zu einer Distanz des Gesehenen. Grenzüberschreitungen sind ein fester Bestandteil im Reality-TV geworden und darauf wollen viele nicht verzichten. Das Suspekte und Befremdliche unterhält und reizt Zuschauer:innen beim Fernsehkonsum.
Abstract
(Englisch)
Reality TV enjoys great popularity and high ratings. Viewers are drawn to the formats by drama, emotion, and suspense. But the genre also has its downsides. The portrayal of transgressions and psychological violence is often criticized. “Das Sommerhaus der Stars – Kampf der Promipaare” (The Summer House of Stars – Battle of the Celebrity Couples) is one of the most provocative formats in Germany, but has hardly been studied scientifically. Many studies refer to scripted formats and the English-speaking world. The analysis of German-language formats is underrepresented in academia. Previous findings cannot be applied to German shows because audience expectations, youth protection, and narrative habits may differ. This raises the question of how viewers can morally justify consuming aggressive scenes in German reality TV, which promises to be true to reality. This study aims to contribute to a better understanding of reality TV formats and their effects. It aims to help reflect on media ethics standards. To this end, group discussions were used to show the extent to which psychological violence is perceived and evaluated in the shows. The results show that psychological violence is perceived in the summer house of the stars. It is criticized, but also relativized. Psychological violence is often perceived as staged, either by the production team or by the contestants themselves. It is seen as a strategy to gain attention, which is associated with success for formats and characters. Frequent consumption normalizes aggressive behavior. Situations are compared with each other and portrayed as less serious. Sympathies, antipathies, and parasocial relationships also influence the tolerance threshold. Justifications and communal viewing lead to a distancing from what is seen. Crossing boundaries has become an integral part of reality TV, and many do not want to do without it. The suspicious and the strange entertain and excite viewers when they watch television.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Reality-TV Psychische Gewalt Sommerhaus der Stars Kultivierungshypothese Moral Disengagement Parasoziale Beziehungen Affektive Dispositionen Trash-TV
Autor*innen
Lynn Baumgarten
Haupttitel (Deutsch)
Grenzenlose Unterhaltung?
Hauptuntertitel (Deutsch)
die moralische Bewertung von psychischer Gewalt im Reality-TV am Beispiel von "Das Sommerhaus der Stars - Kampf der Promipaare"
Paralleltitel (Englisch)
Unlimited entertainment?
Paralleluntertitel (Englisch)
the moral evaluation of psychological violence in reality TV using the example of "Das Sommerhaus der Stars - Kampf der Promipaare"
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
216 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Jörg Matthes
Klassifikation
05 Kommunikationswissenschaft > 05.36 Fernsehen
AC Nummer
AC17718820
Utheses ID
77398
Studienkennzahl
UA | 066 | 841 | |
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