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The impact of perceived economic mobility on the preference for self-reliance
Lena Ebermann
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Psychologie
Betreuer*in
Robert Böhm
DOI
10.25365/thesis.79164
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-28054.65545.797897-9
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Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Ökonomische Unsicherheit wird häufig mit einer stärkeren Unterstützung für Kooperation und kollektive Sicherheitsnetze in Verbindung gebracht. Gleichzeitig ist Individualismus und das Streben nach Eigenverantwortung in den letzten Jahren angestiegen. Diese Arbeit untersucht dieses Paradox, indem sie analysiert, wie wahrgenommene Abwärtsmobilität - gemessen als Angst vor Arbeitsplatzverlust - mit den Präferenzen für Selbstverantwortung verbunden ist. Auf Grundlage der World Values Survey Wave 7 (N ≈ 85.000 in 66 Ländern) wurden drei Indikatoren betrachtet: die Bewertung von Unabhängigkeit als wichtige Kindeseigenschaft, die Präferenz von Freiheit gegenüber Gleichwertigkeit sowie die Bevorzugung individueller gegenüber staatlicher Verantwortung. Mittels Mehrebenenanalysen wurden vier vorregistrierte Hypothesen getestet, wobei Einkommensunterschiede und weitere individuelle Kontrollvariablen berücksichtigt wurden. Zusätzlich wurden objektive Länderindikatoren zu Mobilität und Wohlfahrtsausgaben einbezogen. Die Ergebnisse zeigen, dass Angst vor Arbeitsplatzverlust mit einer stärkeren Betonung von Unabhängigkeit einherging, gleichzeitig aber auch mit einer höheren Präferenz für Gleichwertigkeit und staatlicher Verantwortung verbunden war. Einkommen war ein wichtiger, aber nicht all-erklärender Faktor. Zusätzlich hing ein höheres Einkommen allgemein mit stärker selbstverantwortlichen Einstellungen zusammen. Objektive Indikatoren bestätigten einen Zusammenhang von ausgeprägten Wohlfahrtssystemen und einer höheren sozialen Mobilität. Explorative Analysen zeigten darüber hinaus, dass Wohlfahrtsschutz die Rolle der Angst moderiert: In starken Wohlfahrtsstaaten förderte Unsicherheit eher kollektivistische Präferenzen, während angstgetriebene Unabhängigkeit vor allem bei einkommensschwachen Personen zu finden war. Insgesamt verdeutlichen die Befunde die ambivalente Natur von ökonomischer Unsicherheit: Sie kann sowohl eine Hinwendung zu Institutionen als auch einen psychologischen Drang in Richtung Eigenständigkeit auslösen. Wohlfahrtsstrukturen können einige dieser Effekte abfedern, jedoch nicht vollständig die Dynamik angstgetriebener Selbstverantwortung aufheben.
Abstract
(Englisch)
Economic insecurity is often assumed to increase support for cooperation and collective safety nets. Yet recent years have seen a rise in individualism and demand for self-reliance instead. This thesis examines that paradox by analyzing how perceived downward mobility - measured as fear of job loss - is associated with the preference toward self-reliance. Drawing on the World Values Survey Wave 7 (N ≈ 85,000 across 66 countries), three indicators of self-reliance were analyzed in their association with fear of job loss: valuing independence as a child quality, preferring freedom over equality, and favoring individual over governmental responsibility. Multilevel analyses tested four pre-registered hypotheses, controlling for income and other demographics. Additionally, objective country-level indicators of mobility and welfare were explored. Fear of job loss was linked to both greater emphasis on independence and stronger preferences for equality and governmental responsibility. The associations remained after accounting for income, and higher income was generally associated with greater self-reliant attitudes. Objective indicators confirmed that countries with stronger welfare systems align with higher social mobility. Exploratory analyses further showed that welfare protection moderated the role of fear: in high-protection contexts, insecurity was more likely to foster collectivistic preferences, while fear-driven independence remained most pronounced among low-income individuals. Overall, these findings highlight the ambivalent nature of economic insecurity: it can fuel both a turn toward institutions and a psychological push for independence. Welfare structures buffer but cannot fully eliminate the pull of fear-driven self-reliance.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Kooperation Selbstverantwortung ökonomische Mobilität job insecurity welfare
Schlagwörter
(Englisch)
cooperation self-reliance economic mobility berufliche Unsicherheit Wohlfahrt
Autor*innen
Lena Ebermann
Haupttitel (Englisch)
The impact of perceived economic mobility on the preference for self-reliance
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
61 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Robert Böhm
Klassifikation
77 Psychologie > 77.60 Sozialpsychologie. Allgemeines
AC Nummer
AC17630021
Utheses ID
77442
Studienkennzahl
UA | 066 | 840 | |
