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Das Theaterspielen als Sprachvermittler
eine Analyse des Einflusses burgenländischkroatischer Theaterstücke auf den Sprachgebrauch bei Jugendlichen
Anna-Maria Zvonarich
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) Unterrichtsfach Bosnisch/Kroatisch/Serbisch Unterrichtsfach Mathematik
Betreuer*in
Miranda Jakiša
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.79784
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-28054.69778.782796-4
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit untersucht die Wirkung des Theaterspielens auf die Förderung der burgenländischkroatischen Sprache bei Jugendlichen. Als autochthone Minderheitensprache in Österreich ist das Burgenländischkroatische vom Rückgang der Sprecherzahlen, besonders unter jungen Menschen, betroffen. Im Zentrum steht die Frage, wie Theaterprojekte zur Erhaltung, Modernisierung und Weitergabe der Sprache beitragen können. Die empirische Untersuchung kombiniert Interviews mit Theaterpädagog:innen, Regisseur:innen und jugendlichen Schauspieler:innen, teilnehmende Beobachtungen bei Produktionen der Theatergruppe DUGAVA, eine Online-Umfrage unter 120 Spielenden sowie eine linguistische Analyse des Stücks "Glejte, kako bižu!" Die Ergebnisse zeigen deutliche Sprachgewinne: 68,6% der Befragten berichten von erweitertem Wortschatz, 51% von besserer Aussprache. Theater schafft eine fehlerfreundliche Lernumgebung, in der Sprache performativ, emotional und körperlich erfahrbar wird. Es bewahrt traditionelle Ausdrucksformen, eröffnet zugleich aber neue, jugendgerechte Varianten. Besonders hervorzuheben ist die identitätsstiftende Wirkung des Theaters. 65% der Befragten bewerten Theater als "sehr wichtig" für den Erhalt der burgenländischkroatischen Sprache. Theater fungiert als dynamischer Aushandlungsraum zwischen Bewahrung und Innovation, in dem Jugendliche nicht nur Sprache erlernen, sondern aktiv an deren Weiterentwicklung teilhaben. Die Arbeit zeigt strukturelle Herausforderungen auf, wie die Notwendigkeit langfristiger Finanzierung und institutioneller Verankerung theaterpädagogischer Projekte. Gleichzeitig zeigen sich vielseitige Möglichkeiten, das Angebot digital zu erweitern und mit hybriden Formaten zu verbinden. Die Erkenntnisse tragen zur Weiterentwicklung nachhaltiger Sprachförderungskonzepte bei und richten sich an Bildungseinrichtungen, Kulturverantwortliche und sprachpolitische Entscheidungsträger:innen.
Abstract
(Englisch)
This thesis investigates the potential of drama-based pedagogy for revitalizing Burgenland Croatian, an officially recognized but endangered minority language in Austria. Against the backdrop of declining speaker numbers, especially among youth, and the dominance of German in everyday and institutional contexts, the study asks (1) how participation in Croatian-language theatre projects affects adolescents’ linguistic competence, motivation, and identity, and (2) whether such projects preserve traditional language forms or drive modernization. Combining a mixed-methods design, the research integrates interviews with theatre practitioners and young actors, participant observation of two productions by the DUGAVA ensemble in Güttenbach, a linguistic text analysis of their adapted play "Glejte, kako bižu!", and an online survey of 120 youth performers. Findings reveal that theatre fosters significant vocabulary expansion (68.6% of respondents), improved pronunciation (51%), heightened grammar awareness, and greater confidence in speaking Burgenland Croatian. Through performative rehearsal and public performance, participants engage deeply with both archaic dialect terms and contemporary expressions, negotiating a dynamic balance between tradition and innovation. The collaborative rehearsal process also builds collective agency and cultural pride, enabling youth to experience their heritage language as a living communal resource rather than a school subject. Despite challenges, linguistic heterogeneity within ensembles, resource-dependency of volunteer-driven groups, and the need for age-appropriate scripts, the study identifies theatre as a uniquely effective multimodal space for language learning that integrates cognitive, affective, and social dimensions. It recommends embedding theatre pedagogies into long-term bilingual curricula, investing in facilitator training, and developing modern, youth-relevant Croatian-language scripts. The thesis concludes that theatre not only preserves endangered linguistic forms but also empowers new generations to co-author the future of Burgenland Croatian as a vibrant, evolving cultural medium.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Burgenländischkroatisch Minderheitensprache Theaterpädagogik Sprachvermittlung Sprachkompetenz Identitätsbildung Sprachrevitalisierung Hybride Lernformate
Schlagwörter
(Englisch)
Burgenland Croatian Theatre education Language transmission Minority language Language revitalization Bilingual education
Autor*innen
Anna-Maria Zvonarich
Haupttitel (Deutsch)
Das Theaterspielen als Sprachvermittler
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Analyse des Einflusses burgenländischkroatischer Theaterstücke auf den Sprachgebrauch bei Jugendlichen
Paralleltitel (Englisch)
The role of theatre in language transmission
Paralleluntertitel (Englisch)
analyzing the impact of Burgenland croatian plays on language use among adolescents
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
135 Seiten, 42 ungezählte Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Miranda Jakiša
Klassifikationen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.06 Sprachwissenschaft. Allgemeines ,
24 Theater > 24.03 Theorie und Ästhetik des Theaters ,
81 Bildungswesen > 81.69 Lehrmittel, Lernmittel. Sonstiges
AC Nummer
AC17724345
Utheses ID
77444
Studienkennzahl
UA | 199 | 503 | 520 | 02
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1