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Linguizismus in österreichischen Asylverfahren
Julia Poiss
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) Unterrichtsfach Deutsch Unterrichtsfach Psychologie und Philosophie
Betreuer*in
Thomas Fritz
DOI
10.25365/thesis.79357
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-28801.77608.157552-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit untersucht, inwiefern sich linguizistische Strukturen in österreichischen Asylverfahren manifestieren und welche Auswirkungen diese auf geflüchtete Personen haben. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sprachliche Anforderungen, Bewertungen und Verständigungsprozesse im Rahmen von Asylanhörungen erlebt werden und wie diese Erfahrungen in hegemoniale Sprachideologien eingebettet sind. Die empirische Grundlage bilden drei ethnografische Interviews mit arabischsprachigen geflüchteten Menschen, deren Aussagen qualitativ ausgewertet wurden. Auf theoretischer Ebene stützt sich diese Arbeit auf Konzepte der Sprachideologie (Rumsey, 1990; Silverstein, 1979; Woolard & Schieffelin, 1994), des (Neo-)-Linguizismus (Dirim, 2010), des sprachlichen Habitus (Bourdieu, 2005) sowie auf Studien zur institutionellen Kommunikation im Asylkontext (Blommaert, 2001; Busch, 2021; Jacquement, 2018; Plutzar, 2009; Pölla-bauer, 2005; Slezak, 2010). Besonders im Fokus stehen Varietätenunterschiede des Arabischen, das Rollenverständnis von Dolmetschenden sowie die Erhebung und der Umgang mit biografischen Daten. Die Analyse zeigt, dass Sprache in Asylverfahren nicht nur als Mittel der Verständigung dient. Vielmehr trägt Sprache dazu bei, Personen als glaubwürdig, zugehörig oder integrationswillig einzuordnen. Damit wird Sprache zu einem Instrument sozialer Differenzierung und Bewertung (Blommaert, 2001; Busch, 2021; Dirim, 2010; Fritsche & Riezner, 2017; Rheindorf, 2017). Die Arbeit plädiert daher für eine stärkere Sensibilisierung der Dolmetschenden und Entscheidungsträger*innen für sprachliche und soziokulturelle Diversität.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Linguizismus Asyl Asylverfahren Dolmetsch Diskriminierung Home Narratives Sprachprüfung Sprachrepertoire Sprachideologie Interkulturelle Kommunikation Varietäten
Autor*innen
Julia Poiss
Haupttitel (Deutsch)
Linguizismus in österreichischen Asylverfahren
Paralleltitel (Englisch)
Linguicism in Austrian asylum procedures
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
134 Seiten : Illustration
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Thomas Fritz
Klassifikation
17 Sprach- und Literaturwissenschaft > 17.22 Sprachlenkung. Sprachpolitik
AC Nummer
AC17647984
Utheses ID
77469
Studienkennzahl
UA | 199 | 506 | 525 | 02
