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Prefiguring post-growth food futures
a systematic map and framework for understanding urban alternative food initiatives
Nicholas David Orlikow Belluk
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium DDP Urban Studies
Betreuer*in
Carolina Yacamán Ochoa
DOI
10.25365/thesis.79799
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-10800.83539.329634-9
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, entterritorialisierte Produktion und Konsum, sowie paradoxe Ernährungsunsicherheit und Überfluss prägen städtische Ernährungssysteme. Kapitalistische, wachstumsorientierte, und kommerzialisierende Vorstellungen von Ernährung liegen vielen dieser Probleme zugrunde. Daher müssen transformative Lösungen über kapitalistische Werte und Institutionen wie gewinnorientierte Märkte, Privateigentum und technologische Lösungen hinausgehen. Die Postwachstumsforschung im Bereich der Ernährung befasst sich mit diesen Herausforderungen und stellt ein neues, aber schnell wachsendes Forschungsgebiet dar. Es gibt jedoch nur sehr wenige systematische Studien in diesem Bereich, und keine davon konzentriert sich auf städtische Ernährungssysteme oder alternative Lebensmittelinitiativen (Englisch: Alternative Food Initiatives, oder AFIs). AFIs (z. B. Lebensmittelgenossenschaften, städtische Landwirtschaft, Einkaufsgemeinschaften) sind Initiativen, die außerhalb konventioneller Ernährungssysteme operieren, marktbasierte Werte in unterschiedlichem Maße in Frage stellen und Raum für Experimentierung mit postkapitalistischen Ideen bieten. Trotz ihres Transformationspotenzials gibt es jedoch nach wie vor kaum systematische Belege für die „Degrowth“-Ergebnisse von AFIs. Daher stellt diese Masterabeit die Frage: Wie prägen AFIs in Städten die Zukunft der Lebensmittelversorgung in einer Postwachstumsgesellschaft? Um diese Frage zu beantworten, habe ich eine systematische (d. h. transparente, umfassende und durch die Erstellung eines A-priori-Protokolls reproduzierbare) Kartierung durchgeführt. Unter Verwendung der Postwachstums-Prinzipien für die Agrar- und Ernährungswirtschaft von McGreevy et al. (2022) – Commons, Care, Distribution, Regeneration und Sufficiency – habe ich drei Datenbanken durchsucht und nach Sichtung von 3.406 Artikeln 154 Studien gefunden. Diese habe ich nach geografischem Standort, Art der Initiative und operationalisierten Degrowth-Prinzipien kodiert. Die Ergebnisse zeigen erhebliche Ungleichgewichte: Die Prinzipien Verteilung (36 %), Gemeingüter (34 %) und Fürsorge (32 %) dominieren die Literatur, während Regeneration und Suffizienz (beide 21 %) nach wie vor wenig untersucht sind. Aus dem Datensatz habe ich 25 verschiedene Praktiken identifiziert, mit denen AFIs Degrowth-Prinzipien operationalisieren. Um diese Praktiken besser analysieren zu können, habe ich einen zweidimensionalen Rahmen entwickelt, der sie nach Umfang (individuelle/gesellschaftliche Maßnahmen) und Reichweite (teilweise/ganzheitliche Interventionen) darstellt. Dieser Rahmen zeigt eine „Forschungsvoreingenommenheit” zugunsten messbarer Praktiken auf Gemeindeebene, während abstrakte, aber potenziell transformativere Praktiken nach wie vor wenig untersucht sind. Diese Studie leistet drei Beiträge: Sie bietet die erste systematische Synthese der Literatur zum Thema Degrowth in städtischen AFIs, identifiziert 25 konkrete Praktiken, die eine Zukunft nach dem Wachstum aufzeigen, und bietet einen analytischen Rahmen zur Bewertung des transformativen Potenzials. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass städtische AFIs zwar hervorragend darin sind, Gemeingüter, Fürsorge und Umverteilung durch Praktiken auf Gemeindeebene zu fördern, aber Schwierigkeiten haben, die für einen systemischen Wandel wesentlichen Praktiken der Regeneration und Suffizienz zu verkörpern. Dieses Ungleichgewicht zeigt sowohl das Potenzial als auch die Grenzen städtischer Degrowth-Transformationen auf.
Abstract
(Englisch)
Fossil fuel dependence, de-territorialised production and consumption, and paradoxical food insecurity and overabundance characterise urban food systems. Capitalist—growth-oriented and commodifying—imaginaries of food underlie many of these issues; therefore, truly transformative solutions must transcend capitalist values and institutions, such as profit-oriented markets, private property, and an emphasis on technological fixes. Post-growth scholarship on food directly addresses these challenges, representing a new but rapidly growing field. However, very few systematic studies of this literature exist, and none focus on urban food systems nor on alternative food initiatives (AFIs). AFIs (e.g., food co-ops, urban agriculture, buying groups) are initiatives that operate outside conventional food systems, challenge market-based values to varying degrees, and offer spaces to experiment with post-capitalist logics. However, despite their potential for transformation, systematic evidence on the degrowth outcomes of AFIs remains scarce. Therefore, this thesis asks the question: How do urban alternative food initiatives prefigure post-growth food futures? To answer this question, I conducted a systematic (i.e. transparent, comprehensive and reproducible by creating an a-priori protocol) map. Using the post-growth agri-food principles from McGreevy et al. (2022)—Commons, Care, Distribution, Regeneration, and Sufficiency—I searched three databases, yielding 154 studies after screening 3,406 articles. I coded these by geographic location, initiative type, and operationalised degrowth principles. Results reveal significant imbalances: the principles of Distribution (36%), Commons (34%), and Care (32%) dominate the literature, while Regeneration and Sufficiency (both 21%) remain understudied. From the dataset, I identified 25 distinct practices through which AFIs operationalise degrowth principles. To better analyse these practices, I developed a two-dimensional framework plotting them across scale (individual-societal actions) and scope (partial-holistic interventions). This framework reveals a ‘researchability bias’ favouring measurable, community-level practices, while abstract yet potentially more transformative practices remain understudied. This study makes three contributions: it provides the first systematic synthesis of literature on degrowth in urban AFIs, identifies 25 concrete practices that prefigure post-growth futures, and offers an analytical framework for assessing transformative potential. The findings suggest that while urban AFIs excel at prefiguring commons, care, and distribution through community-scale practices, they struggle to embody the practices of regeneration and sufficiency essential for systemic change. This uneven prefiguration reveals both the potentials and limits of urban-based degrowth transformations.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Degrowth Alternative Lebensmittelinitiativen Städtische Lebensmittelsysteme Systematische Literaturrecherche Prefigurative Politik
Schlagwörter
(Englisch)
Degrowth Alternative Food Initiatives Urban Food Systems Systematic Literature Mapping Prefigurative Politics
Haupttitel (Englisch)
Prefiguring post-growth food futures
Hauptuntertitel (Englisch)
a systematic map and framework for understanding urban alternative food initiatives
Paralleltitel (Deutsch)
Vorwegnahme einer Zukunft ohne Wachstum im Lebensmittelbereich
Paralleluntertitel (Deutsch)
eine systematische Übersicht und ein Rahmenkonzept zum Verständnis alternativer städtischer Lebensmittelinitiativen
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
168 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Carolina Yacamán Ochoa
Klassifikation
83 Volkswirtschaft > 83.29 Wirtschaftssysteme. Sonstiges
AC Nummer
AC17725078
Utheses ID
77542
Studienkennzahl
UA | 066 | 664 | |
