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Die Seestadt Aspern als "15-Minuten Stadt"
zwischen Utopie, Urban Living Lab und Planung
Michael Kloiber
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Raumforschung und Raumordnung
Betreuer*in
Alois Humer
DOI
10.25365/thesis.79890
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-10962.83862.723187-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit widmet sich der wissenschaftlichen Untersuchung des Konzepts der 15-Minuten Stadt am Beispiel der Seestadt Aspern und ihrer umliegenden Siedlungsräume im 22. Wiener Gemeindebezirk Donaustadt. Die 15-Minuten Stadt, entwickelt vom kolumbianischen Stadtforscher Carlos Moreno, strebt an, eine nachhaltige, lebenswerte und auf aktive Mobilität ausgerichtete Stadt zu schaffen, in der alle wesentlichen Bedürfnisse der Bevölkerung – Wohnen, Arbeiten, Einkaufen, Bildung, Gesundheitsversorgung sowie Kultur und Freizeit – innerhalb einer Zeitdistanz von 15 Minuten mittels aktiver Mobilität erreichbar sind. Um diese sechs urbanen sozialen Funktionen erfüllen zu können, dienen vier Kriterien: Nähe, Dichte, Diversität und Ubiquität. Allerdings stellt die Umsetzung der 15-Minuten Stadt eine Herausforderung dar. Bisher mangelt es noch sowohl an einer einheitlichen Definition der Einrichtungen von den sechs urbanen sozialen Funktionen als auch an Methoden zur Messung und Umsetzung des Konzepts. In dieser Arbeit wird die Dimension der Erreichbarkeit herangezogen, um die 15-Minuten Stadt empirisch operationalisierbar zu machen. Dabei werden zwischen drei Formen unterschieden: kalkulierte, wahrgenommene und tatsächlich realisierte Erreichbarkeit. Während die kalkulierte Erreichbarkeit als Referenz mittels einer GIS-basierten Netzwerkanalyse berechnet wird, werden die wahrgenommene und die tatsächlich realisierte Erreichbarkeit durch eine Public Participation GIS (PPGIS)-Umfrage erhoben, bei der Teilnehmende Einrichtungen und genutzte Wege selbst einzeichnen. Die Ergebnisse zeigen, dass die Seestadt Aspern in ihrer inneren Struktur weitgehend den Prinzipien der 15-Minuten Stadt entspricht. Innerhalb des Stadtteils sind die wesentlichen Funktionen gut erreichbar, und die städtebauliche Ausrichtung fördert die aktive Mobilität der Menschen. Werden jedoch die umliegenden Siedlungsräume in die Analyse einbezogen, treten deutliche Diskrepanzen vom Ideal der 15-Minuten-Stadt auf: Die Einrichtungen der Seestadt werden von der Bevölkerung des heterogenen Umlands nur selten genutzt. Die Seestadt übernimmt daher (noch) nicht die vorgesehene Rolle als neues Bezirkszentrum für die Donaustadt. Dementsprechend kann das Konzept der 15-Minuten Stadt nicht ohne Weiteres auf peri-urbane Stadtränder übertragen werden. Stattdessen könnten polyzentrale 30-Minuten Regionen die Versorgung am Stadtrand bündeln, für die es jedoch eine gute verkehrliche Anbindung für das vernachlässigte, unkontrolliert gewachsene Umland benötigt. Anstelle der Schaffung neuer Zentren gilt es für eine erfolgreiche Umsetzung, an die Entwicklung der historisch gewachsenen Ortskerne anzuknüpfen und diese zu revitalisieren. Es erfordert daher für die Realisierung der 15-Minuten Stadt nicht nur ein planerisches Umdenken, bei dem die Bedürfnisse der Menschen in den Mittelpunkt gestellt werden, sondern auch einen gesellschaftlichen Wandel im Sinne des Postwachstumsansatzes und des Sumak Kawsay. Diese Ansätze sehen ein wirtschaftliches und gesellschaftliches Umdenken in Richtung eines wachstumsunabhängigen Wirtschaftssystems mit der Harmonie von Mensch, Natur und Welt vor.
Abstract
(Englisch)
This master’s thesis explores the concept of the 15-minute city using Seestadt Aspern and its surrounding areas in Vienna’s 22nd district, Donaustadt, as an example. Developed by Colombian urban researcher Carlos Moreno, the 15-minute city concept aims to create sustainable, liveable cities oriented towards soft mobility, where all essential human needs –living, working, supplying, education, healthcare, and entertainment – are accessible within 15 minutes by active means of transport. The concept relies on four key criteria to fulfil these six urban social functions: Proximity, Density, Diversity, and Ubiquity. However, implementing the 15-minute city concept presents significant challenges. So far, there is still a lack of a standardised definition of the amenities corresponding to these six urban social functions, as well as a lack of methods for measuring and implementing the concept. This thesis uses the dimension of accessibility to empirically operationalise the 15-minute city concept. For this purpose, three forms of accessibility are distinguished: calculated, perceived and actualised accessibility. While calculated accessibility serves as a reference and is determined through GIS-based network analysis, perceived and actualised accessibility are measured using a Public Participation GIS (PPGIS) survey, in which participants map relevant facilities and everyday routes themselves. The results show that the Seestadt Aspern largely aligns with the principles of the 15-minute city within its internal structure. Essential amenities are easily accessible within the neighbourhood, and the urban design promotes soft mobility. However, when the surrounding areas are included in the analysis, clear discrepancies from the 15-minute city ideal emerge: the facilities in Seestadt are rarely used by the residents from the surrounding, heterogeneous areas. Consequently, Seestadt does not (yet) fulfil its intended role as a new district centre for the Donaustadt. Therefore, the 15-minute city concept cannot easily be transferred to peri-urban areas. Instead, polycentric 30-minute regions could bundle services at the urban periphery, but this requires efficient transport connections for the neglected, sprawling surrounding areas. Rather than creating new centres, successful implementation should build upon and revitalise historically evolved village cores. Therefore, the realisation of the 15-minute city concept requires fundamental rethinking of planning with a focus on human needs, as well as a broader societal transformation aligned with the principles of post-growth and sumak kawsay. These principles call for an economic and social reorientation towards a growth-independent system, in which humanity, nature, and the world coexist harmoniously.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Stadtplanung Erreichbarkeit Transformation Nachhaltigkeit Lebensqualität Netzwerkanalyse PPGIS Seestadt Aspern Wien
Schlagwörter
(Englisch)
City planning Accessibility Transformation Sustainability Quality of life Network analysis PPGIS Seestadt Aspern Vienna
Autor*innen
Michael Kloiber
Haupttitel (Deutsch)
Die Seestadt Aspern als "15-Minuten Stadt"
Hauptuntertitel (Deutsch)
zwischen Utopie, Urban Living Lab und Planung
Paralleltitel (Englisch)
Seestadt Aspern as a "15-minute city"
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
V, 166 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Alois Humer
AC Nummer
AC17733843
Utheses ID
77552
Studienkennzahl
UA | 066 | 857 | |
