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Subjektive Schlafqualität und emotionales Erleben bei Geflüchteten
eine Ecological Momentary Assessment-Studie unter Berücksichtigung von PTBS-Symptomen im postmigratorischen Alltag
Leon Kain
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Psychologie
Betreuer*in
Ricarda Nater-Mewes
DOI
10.25365/thesis.79251
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11799.84148.201966-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Hintergrund: Alle Phasen der Flucht sind mit Erfahrungen erheblicher Belastungen und Stressoren verknüpft. Dies trägt dazu bei, dass Schlafprobleme, emotionale Belastung und psychische Störungen wie die posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) bei Geflüchteten häufiger auftreten als bei der Allgemeinbevölkerung. Alltagsnahe Daten werden im Rahmen dieser Ecological Momentary Assessment-Studie (EMA) dazu genutzt, um die Zusammenhänge zwischen täglicher Schlafqualität und Emotionen im postmigratorischen Alltag zu untersuchen und dabei zugrundeliegende Mechanismen offenzulegen. Spezifisch wurden Postmigrationsstress als möglicher Moderator und die tägliche PTBS-Symptomatik als Mediator modelliert. Methodik: 43 Geflüchtete aus arabisch- und farsisprachigen Ländern haben über 2 Wochen hinweg viermal täglich Daten in ihrem postmigratorischen Alltag per Smartphone gesammelt. Per Baseline-Messung wurde das chronische Erleben von Postmigrationsstress abgefragt. Im Rahmen der EMA-Phase erfolgten tägliche Erhebungen der Schlafqualität, des Erlebens von positiven Emotionen sowie Angst sowie Selbsteinschätzungen zur täglichen Manifestation der PTBS-Symptomatik. Die Analyse der Daten erfolgte mittels Multi-Level-Modellierung. Ergebnisse: Eine geringe Schlafqualität im Alltag hing signifikant mit dem reduzierten Erleben von positiven Emotionen zusammen. Für das Angsterleben im Alltag zeigte sich ein signifikant negativer Zusammenhang mit der Schlafqualität. Es wurden keine Moderationseffekte durch den erlebten Postmigrationsstress festgestellt. Die tägliche PTBS-Symptomatik mediierte den Zusammenhang zwischen täglicher Schlafqualität und positiven Emotionen partiell, für das Angsterleben wurde ein vollständiger Mediationseffekt vorgefunden. Diskussion: Die tägliche Schlafqualität hängt fundamental mit dem emotionalen Erleben Geflüchteter im postmigratorischen Alltag zusammen. Die Befunde unterstreichen die Bedeutung täglicher PTBS-Symptomatik im Rahmen dieses Zusammenhangs. Interventionen zur Verbesserung der Schlafhygiene können niederschwellig und effektiv das emotionale Erleben von Geflüchteten verbessern. Zukünftige Studien sollten alle Variablen auf Alltagsebene berücksichtigen sowie mögliche vermittelnde Einflüsse wie alltägliche Sorgen berücksichtigen.
Abstract
(Englisch)
Background: Experiences of flight and migration are linked to significant burdens and stressors. This contributes to a higher prevalence of sleep problems, emotional distress, and psychological disorders such as post-traumatic stress disorder (PTSD) among refugees compared to the general population. Ecological Momentary Assessment (EMA) data were used in this study to investigate the associations between daily sleep quality and emotions in everyday life, and to uncover underlying mechanisms. Specifically, post-migration stress was modelled as a potential moderator, and daily PTSD symptom severity as a mediator. Methodology: Forty-three refugees from Arabic- and Farsi-speaking countries collected data via smartphone four times daily over two weeks in their post-migration everyday lives. Chronic post-migration stress was assessed at baseline. During the EMA phase, daily assessments of sleep quality, the experience of positive emotions and anxiety, and self-reports of daily PTSD symptom manifestation were conducted. Data were analysed using multi-level modelling. Results: Lower daily sleep quality was significantly associated with a reduced experience of positive emotions. For daily anxiety, a significantly negative association with sleep quality was found. No moderation effects of experienced post-migration stress were observed. Daily PTSD symptom severity partially mediated the association between daily sleep quality and positive emotions; for anxiety, a full mediation effect was found. Discussion: Daily sleep quality is fundamentally linked to the emotional experience of refugees in their post-migration everyday lives. The findings underscore the importance of daily PTSD symptom severity within this relationship. Interventions to improve sleep hygiene can low-threshold and effectively enhance the emotional well-being of refugees. Future studies should consider all variables at daily level and explore potential mediating influences such as daily worries.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
EMA Ecological Momentary Assessment PTBS Subjektive Schlafqualität alltägliche Emotionen Angst positive Emotionen Postmigrationsstress
Autor*innen
Leon Kain
Haupttitel (Deutsch)
Subjektive Schlafqualität und emotionales Erleben bei Geflüchteten
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine Ecological Momentary Assessment-Studie unter Berücksichtigung von PTBS-Symptomen im postmigratorischen Alltag
Paralleltitel (Englisch)
Subjective sleep quality and emotional experience in refugees
Paralleluntertitel (Englisch)
an ecological momentary assessment study considering PTSD symptoms in post-migratory daily life
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
69 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ricarda Nater-Mewes
Klassifikation
77 Psychologie > 77.70 Klinische Psychologie
AC Nummer
AC17638605
Utheses ID
77583
Studienkennzahl
UA | 066 | 840 | |
