Detailansicht

Der Einfluss von Religiosität und religiösem Coping auf den Zusammenhang zwischen postmigrationsspezifischem Stresserleben und negativem Affekt
Roxana Esfandiari
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Psychologie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Psychologie
Betreuer*in
Ricarda Nater-Mewes
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.79247
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-11799.91520.720776-1
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Hintergrund: Geflüchtete sind postmigrationsspezifischen Stressoren ausgesetzt, welche mit einem gesteigerten negativen Affekt (NA) einhergehen und das Risiko für psychische und physische Erkrankungen erhöhen. Studien zeigen einen Einfluss verschiedener Bewältigungsstrategien im Zusammenhang zwischen postmigrationsspezifischem Stresserleben und NA. Religiosität und positives religiösen Coping (RC) werden hierbei als potenzielle Ressourcen diskutiert, jedoch mangelt es an alltagsnahen Untersuchungen dieser Zusammenhänge. Ziel: Die Studie untersucht den Einfluss von Religiosität und RC auf den Zusammenhang zwischen postmigrationsspezifischem Stresserleben und NA im Alltag arabisch- und farsisprachiger Geflüchteter, die seit maximal 36 Monaten in Österreich leben. Zudem wird analysiert, ob Religiosität den Zusammenhang zwischen RC und NA moderiert. Methode: Eine zweiwöchige Smartphone-basierte EMA-Studie wurde mit 44 Geflüchteten durchgeführt. Zur Baseline wurde einmalig die Religiosität erhoben und im Verlauf der Studie das alltägliche postmigrationsspezifische Stresserleben, der NA und das positive und negative RC wiederholt gemessen. Die statistische Auswertung basiert auf einem Mehrebenenmodell im Rahmen einer Längsschnittstudie. Ergebnisse: Postmigrationsspezifisches Stresserleben war signifikant mit einem höheren NA assoziiert. Ebenso zeigte sich ein signifikant positiver Zusammenhang zwischen postmigrationsspezifischem Stresserleben und negativem RC sowie zwischen negativem RC und NA. Weder Religiosität noch RC zeigten einen moderierenden oder mediierenden Effekt auf den Zusammenhang zwischen postmigrationsspezifischem Stresserleben und NA. Schlussfolgerung: Die Ergebnisse unterstreichen den positiven Zusammenhang zwischen postmigrationsspezifischem Stresserleben und NA bei Geflüchteten. Die erwartete protektive Wirkung von Religiosität und RC konnte nicht bestätigt werden, was auf Besonderheiten der Zielgruppe oder methodische Limitationen hindeuten könnte. Zukünftige Studien sollten diese Zusammenhänge in heterogeneren Stichproben mit kultursensitiven Instrumenten und multidimensionalen Erhebungsmethoden zur Religiosität und RC weiter untersuchen.
Abstract
(Englisch)
Background: Refugees are exposed to postmigration stressors that are associated with in-creased negative affect (NA) and psychological and physiological health problems. Research has shown that various coping strategies influence the relationship between postmigration stress and NA. Religiosity and positive religious coping (RC) are discussed as potential resources, but there is still a lack of ecologically valid studies. Objective: This study investigates the role of religiosity and RC in the relationship be-tween postmigration stress and NA in the daily lives of Arabic- or Farsi-speaking refugees who arrived in Austria no longer than 36 months ago. In addition, the study explores whether religios-ity moderates the impact of RC on NA. Method: A two-week smartphone-based ecological momentary assessment (EMA) study was conducted with 44 refugees. Religiosity was assessed once at baseline, while postmigration stress, NA, positive and negative RC were measured daily several times. Data were analyzed using multilevel modelling in longitudinal design. Results: Postmigration stress was significantly associated with increased NA. There was a significant positive relationship between postmigration stress and negative RC, as well as be-tween negative RC and NA. Neither religiosity nor RC showed moderating or mediating effects on the relationship between postmigration stress and NA. Conclusion: The findings highlight a significant link between postmigration stress and NA among refugees. The anticipated protective effects of religiosity and RC couldn’t be con-firmed, which may be due to specific sample-characteristics or methodological limitations. Fu-ture research should examine these relationships using heterogeneous samples, culturally sensi-tive instruments, and multidimensional assessments of religiosity and RC.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Religiosität Postmigration Stress negativer Affekt
Schlagwörter
(Englisch)
religiosity postmigration stress negative affect
Autor*innen
Roxana Esfandiari
Haupttitel (Deutsch)
Der Einfluss von Religiosität und religiösem Coping auf den Zusammenhang zwischen postmigrationsspezifischem Stresserleben und negativem Affekt
Paralleltitel (Englisch)
The influence of religiosity and religious coping on the relationship between postmigration stress and negative affect
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
67 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Ricarda Nater-Mewes
Klassifikation
77 Psychologie > 77.70 Klinische Psychologie
AC Nummer
AC17638397
Utheses ID
77586
Studienkennzahl
UA | 066 | 840 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1