Detailansicht

From upgrading to repair
looking at NGO housing improvement projects in informal settlements as urban political interventions
Julia Brito Mafaldo
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium DDP Urban Studies
Betreuer*in
Kerstin Krellenberg
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.79803
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-12654.80433.755823-4
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Urbanisierung in den Entwicklungsländern schreitet mit beispielloser Geschwindigkeit und in beispiellosem Ausmaß voran und führt zu tiefgreifenden Herausforderungen im Wohnungsbau, denen weder formelle Planungssysteme noch staatliche Kapazitäten gerecht werden können. In Brasilien, einem der am stärksten urbanisierten Länder Lateinamerikas, beschränkt sich der Wohnungsmangel nicht nur auf die Quantität, sondern ist auch durch die Unzulänglichkeit bestehender Einheiten gekennzeichnet. Obwohl das Land fortschrittliche Rechtsrahmen für städtische Fragen entwickelt hat, die auf der sozialen Funktion des städtischen Bodens basieren, priorisiert die öffentliche Politik weiterhin den Neubau von Wohnraum gegenüber der Modernisierung und Verbesserung prekärer Siedlungen. In diesem Zusammenhang spielen Nichtregierungsorganisationen (NGOs) eine wichtige Rolle bei der Umsetzung von Initiativen zur Wohnraumverbesserung. Diese Forschung untersucht, wie Projekte, die im Rahmen multiskaliger NGO-Partnerschaften durchgeführt werden, zur Verbesserung prekärer Wohnverhältnisse in Brasilien beitragen. Sie untersucht eine Fallstudie zu Interventionen im Bereich Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH), die während der COVID-19-Pandemie in Fortaleza, Ceará, in Zusammenarbeit zwischen Habitat for Humanity und der lokalen technischen Hilfsorganisation Taramela ATAC durchgeführt wurden. Die Studie verwendet eine qualitative Fallstudienmethodik, die halbstrukturierte Interviews und Dokumentenanalyse kombiniert. Ihr analytischer Rahmen stützt sich auf die Akteur-Netzwerk-Theorie (ANT), um die Beziehungsdynamik zwischen den Akteuren nachzuvollziehen. Gleichzeitig werden Konzepte der südstaatlichen Stadttheorie wie Informalität, periphere Urbanisierung, widersprüchliche Rationalitäten und stadtpolitische Experimente einbezogen, um die Praktiken von NGOs im Rahmen umfassenderer Governance-Prozesse zu interpretieren. Die Ergebnisse heben drei transversale Themen von Partnerschaften zur Wohnraumverbesserung hervor: Legitimität und territoriales Vertrauen, Netzwerkartikulation und -strategien sowie Kritik am projektbasierten Modell. Diese Dynamiken zeigen, dass solche Initiativen nicht anhand isolierter operativer Herausforderungen verstanden werden können, sondern in ihrer Interdependenz analysiert werden müssen. Durch die Hervorhebung dieser Dynamiken fördert die Arbeit kritische Debatten über die Rolle von NGOs in der Stadtverwaltung. Sie argumentiert, dass generative Spannungen konstitutive Orte der Verhandlung, Auseinandersetzung und des Experimentierens sind und keine Probleme, die durch techno-managementale Ansätze gelöst oder beseitigt werden müssen.
Abstract
(Englisch)
Urbanisation in the Global South unfolds at unprecedented rates and scales, producing profound housing challenges that formal planning systems and state capacities have struggled to address. In Brazil, one of the most urbanised countries in Latin America, the housing deficit is not limited to quantity but also marked by inadequacy of existing units. While the country has developed advanced legal frameworks on urban issues based on the social function of the urban land, public policies continue to prioritise new housing production over upgrading and improving precarious settlements. In this context, non-governmental organisations (NGOs) have played an important role in implementing housing improvement initiatives. This research investigates how projects carried out within multi-scalar NGO partnerships contribute to precarious housing improvement practices in Brazil. It examines a case study of water, sanitation, and hygiene (WASH) interventions implemented during the COVID-19 pandemic in Fortaleza, Ceará, through collaboration between Habitat for Humanity and the local technical assistance organisation Taramela ATAC. The study adopts a qualitative case study methodology, combining semi-structured interviews and document analysis. Its analytical framework draws on Actor-Network Theory (ANT) to trace relational dynamics across actors, while engaging concepts from Southern urban theory such as informality, peripheral urbanisation, conflicting rationalities, and urban political experimentation to interpret NGO practices within broader governance processes. Findings highlight three transversal themes in housing improvement partnerships: legitimacy and territorial trust, network articulation and strategies, and critiques of the project-based model. These dynamics demonstrate that such initiatives cannot be understood through isolated operational challenges but must be analysed in their interdependence. By foregrounding these dynamics, the thesis advances critical debates on the role of NGOs in urban governance, arguing that generative tensions are constitutive sites of negotiation, contestation, and experimentation, rather than problems to be solved or eliminated through techno-managerial approaches.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Wohnraumverbesserungen Informelle Siedlungen Brasilien NGO-Partnerschaften
Schlagwörter
(Englisch)
Housing improvements Informal settlements Brazil NGO partnerships
Autor*innen
Julia Brito Mafaldo
Haupttitel (Englisch)
From upgrading to repair
Hauptuntertitel (Englisch)
looking at NGO housing improvement projects in informal settlements as urban political interventions
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
137 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Kerstin Krellenberg
Klassifikation
74 Geographie > 74.12 Stadtgeographie. Siedlungsgeographie
AC Nummer
AC17725184
Utheses ID
77596
Studienkennzahl
UA | 066 | 664 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1