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Queeres Dolmetschen
Strategien und Sensibilität am Beispiel von Konsekutivdolmetschungen im Sprachenpaar Deutsch-Englisch
Eren Yilmaz
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Zentrum für Translationswissenschaft
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Translation Deutsch Englisch
Betreuer*in
Franz Pöchhacker
DOI
10.25365/thesis.79260
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-12654.91078.612168-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Angesichts der bislang geringen Berücksichtigung queerer Perspektiven in der Dolmetschwissenschaft untersucht diese Masterarbeit, die Schnittstelle von Dolmetschen und Queerness. Ziel ist es zu klären, welche Strategien Dolmetschstudierende bei der Konsekutivdolmetschung einer queer-thematischen Rede anwenden und inwieweit diese Strategien ihre queer-sprachliche Sensibilität widerspiegeln. Hierfür wurde eine Feldstudie durchgeführt. Dolmetschstudierende dolmetschten eine Rede mit queerem Inhalt konsekutiv und ihre Dolmetschungen wurden anschließend anhand eines erweitertem Kriteriensystem nach Bühler (1986) analysiert und in einem Fokusgruppeninterview gemeinsam mit den Teilnehmenden reflektiert. Die Analyse zeigt ein konsistentes, aber ambivalentes Leistungsbild. Auf Makroebene bleiben Struktur, Chronologie und Kernaussagen der Rede erhalten, doch auf Mikroebene treten teils deutliche Präzisionsverluste, u. a. bei Pronomen oder queer-spezifischer Terminologie, auf. Diese Muster deuten darauf hin, dass die Studierenden den globalen Sinn gegenüber lokaler Detailtreue priorisierten. Im Umgang mit queer-spezifischer Terminologie offenbart sich ebenso ein doppelfacettiges Bild. Einerseits wird ein bewusster Umgang mit respektvoller und inklusiver Sprache sichtbar, andererseits zeigen sich Wissenslücken bei historischen Begriffen, Eigennamen und Szenejargon sowie Unsicherheiten bezüglich angemessener, sprachlicher Übertragungen. Viele Studierende vermieden außerdem bewusst geschlechtsspezifische Pronomen, indem sie alternative Formulierungen oder Eigennamen nutzten. Gleichzeitig gaben einige an, in bestimmten Fällen unschlüssig über das passende Pronomen gewesen zu sein, was die strukturellen Grenzen des Deutschen bei neutralen Personenbezeichnungen verdeutlicht. Aus Sorge vor potenziell verletzenden oder ausschließenden Formulierungen griffen einige Dolmetschende zu verallgemeinernden Oberbegriffen. Die Fokusgruppe bestätigte diese Strategie als hilfreich mit der Devise, lieber mehr inkludieren, als jemanden auszuschließen. Allerdings geht durch ein solches Verallgemeinern auch die explizite Sichtbarkeit einzelner Identitäten verloren. Die Arbeit schließt mit Empfehlungen, wie eine queer-sensible Perspektive stärker in Dolmetschdidaktik und -praxis integriert werden kann. Insgesamt leistet die Arbeit damit einen ersten Beitrag zur Schließung der Forschungslücke im queeren Dolmetschen und unterstreicht die Bedeutung queer-sensibler Sprachkompetenz in diesem Kontext.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Queeres Dolmetschen Queerness Queer Theory Dolmetschen Strategie Sensibilität Queer Deutsch Englisch Konsekutivdolmetschen LGBTQIA+ Queer-sprachliche Sensibilität
Schlagwörter
(Englisch)
Queer Interpreting Interpreting Strategy Sensitivity Consecutive Interpreting Queer-Linguistic Sensitivity Queerness Queer Theory
Haupttitel (Deutsch)
Queeres Dolmetschen
Hauptuntertitel (Deutsch)
Strategien und Sensibilität am Beispiel von Konsekutivdolmetschungen im Sprachenpaar Deutsch-Englisch
Paralleltitel (Englisch)
Queer interpreting
Paralleluntertitel (Englisch)
strategies and sensitivity - a case study in the German-English language pair
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
160 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Franz Pöchhacker
AC Nummer
AC17639502
Utheses ID
77599
Studienkennzahl
UA | 070 | 331 | 342 |
