Detailansicht
Figuren des (Un-)Menschlichen zwischen Kunst und Natur
zur Entwicklung von Puppen als Ideal- und Schreckensfiguren im Ballett ausgehend von E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann" (1816) und "Nussknacker und Mausekönig" (1816)
Jennifer Rotter
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Betreuer*in
Theresa Eisele
DOI
10.25365/thesis.79446
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-16875.84872.471545-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit unter dem Titel Figuren des (Un-)Menschlichen zwischen Kunst und Natur beschäftigt sich mit der Frage, wie die Puppe narrativ und diskursiv genutzt wird, um eine Vorstellung des Menschlichen zu reflektieren. Methodisch bezieht sich die Fragestellung auf die Historische Anthropologie als Forschungsfeld, welches nach historisch dynamischen Konzeptionen des Menschen forscht. Zentral steht damit die Einsicht über die Gemachtheit dessen, welchem wir als Menschlich begegnen, gleichermaßen dem, welches aus der jeweiligen Definition ausgeschlossen wird. Ausgestellt wird diese Differenz über kulturelle Praktiken, innerhalb derer spezifischen Logiken das gesellschaftlich angenommene Menschliche bestätigt wird. Das hier dargelegte Forschungsinteresse versucht an diesen Punkten anzuknüpfen, indem spezifisch die Rezeption zweier Texte des Autors E.T.A. Hoffmann und deren Transformation in die Kunstform Ballett nachvollzogen wird. Es sind dadurch die Puppenfiguren in Der Sandmann (1816) und Nussknacker und Mausekönig (1816), sowie deren tanztheatralen Umsetzungen bis in die jüngere Gegenwart, welche auf die Ausbildung von Ideal- und Schreckensvorstellungen befragt werden. So zeigt sich, dass das Narrativ der Puppenliebe von der Ambivalenz zwischen Anziehung und Abneigung zu dieser lebt, der zu Grunde einerseits die Angst vor der Ersetzbarkeit des Menschen, andererseits die Angst vor dessen Kreatürlichkeit und Unselbstständigkeit steht. Ausgehend vom Zeitalter der Romantik, welche die historische Rahmung für die Entstehung der Texte und der daraus abstammenden Ballette darstellt, wird die Diskussion mit vier ausgewählten Inszenierungen in die Gegenwart geholt. Im Ballett wird das Nicht-Menschliche körperlich konkret inszeniert, wobei sich den Beispielen eine gewisse Konvention entnehmen lässt. Das Puppenhafte am Tanz scheint historisch konstant in der Versteifung des Tanzkörpers zu liegen, Bewegungen sind ruckartig und wiederholbar. Während diese Darstellungsweise sich durchzieht, ändern sich die narrativen Settings und Konfigurationen um sie herum. Das Puppenhafte im Ballett erscheint als Austragungsort für Diskurse um Emanzipation und der Angst vor Selbstverlust, die hier spezifisch in Narrativen um weibliche Protagonistinnen verhandelt werden.
Abstract
(Englisch)
This master's thesis, titled Figures of the (In)Human between Art and Nature, deals with the question of how dolls are used narratively and discursively to reflect on the concept of humanity. Methodically, the question relates to Historical Anthropology as field of research, which investigates historically dynamic conceptions of humans. The central point is therefore the insight into the constructed nature of what we encounter as human, as well as that which is excluded from the respective definition. This difference is expressed through cultural practices, within which specific logics confirm what is socially accepted as human. The research interest presented here attempts to build on these points by specifically tracing the reception of two texts by the author E.T.A. Hoffmann and their transformation into the art form of ballet. It is thus the puppet figures in The Sandman (1816) and The Nutcracker and the Mouse King (1816), as well as their dance theater adaptations up to the recent present, who are questioned about the formation of ideals and fears. This shows that the narrative of doll-love thrives on the ambivalence between attraction and aversion to it, which is based on the fear of human replaceability on the one hand and the fear of human creatureliness and dependence on the other. Starting with the Romantic era, which provides the historical framework for the creation of the texts and the ballets derived from them, the discussion is brought into the present day with four selected productions. In ballet, the non-human is physically staged in a concrete way, whereby a certain convention can be discerned from the examples. The doll-like quality of dance seems to lie historically in the stiffness of the dancing body; movements are jerky and repeatable. While this mode of representation persists, the narrative settings and configurations around it change. In ballet the doll appears as a venue for discourses on emancipation and the fear of self-loss, which are specifically addressed here in narratives about female protagonists.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Ballett Puppenfiguren Historische Anthropologie E.T.A. Hoffmann
Schlagwörter
(Englisch)
Puppets Ballet
Autor*innen
Jennifer Rotter
Haupttitel (Deutsch)
Figuren des (Un-)Menschlichen zwischen Kunst und Natur
Hauptuntertitel (Deutsch)
zur Entwicklung von Puppen als Ideal- und Schreckensfiguren im Ballett ausgehend von E.T.A. Hoffmanns "Der Sandmann" (1816) und "Nussknacker und Mausekönig" (1816)
Paralleltitel (Englisch)
Figures of the (in)human between art and nature
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
87 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Theresa Eisele
Klassifikation
24 Theater > 24.15 Tanzkunst. Bewegungskunst
AC Nummer
AC17670918
Utheses ID
77691
Studienkennzahl
UA | 066 | 583 | |
