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Medizinverbrechen vor Gericht
eine qualitative Analyse von Zeug:innenaussagen
Sebastian Pramesberger
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) Unterrichtsfach Biologie und Umweltbildung Unterrichtsfach Geschichte und Politische Bildung
Betreuer*in
Kerstin von Lingen
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80064
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-16956.97403.419374-4
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Masterarbeit widmet sich der Analyse von Medizinverbrechen im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz anhand von Aussagen von Zeug:innen aus dem ersten Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963–1965). Im Zentrum steht die Frage, welches Bild im Zuge des Nürnberger Ärzteprozesses (1946/47) und des ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses über die Verbrechen der SS-Ärzte und Sanitätsdienstgrade in Auschwitz entsteht. Zwei untergeordnete Fragestellungen strukturieren die Untersuchung: Erstens wird analysiert, welche Verbrechen der SS-Ärzte und Sanitätsdienstgrade durch die Aussagen ehemaliger Häftlingsärzt:innen und Apotheker:innen im Frankfurter Prozess zur Sprache kamen. Zweitens wird erörtert, in welcher Weise die Erkenntnisse des Nürnberger Ärzteprozesses mit den Aussagen im Frankfurter Prozess in Beziehung gesetzt werden können. Die Analyse beruht auf einer qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring, die auf ausgewählten Aussagen von Zeug:innen gestützt wurde. Ergänzend wurde die zeitgenössische mediale Berichterstattung über den Frankfurter Auschwitz-Prozess auf Basis sekundärliterarischer Quellen analysiert. Die Arbeit zeigt, dass die Aussagen eine differenzierte und zugleich erschütternde Darstellung medizinischer Verbrechen im Lager Auschwitz ermöglichen, die über die juristische Verwertbarkeit hinaus ein zentrales Element kollektiver Erinnerung darstellen. Im Spannungsfeld zwischen rechtlicher Aufarbeitung und erinnerungskultureller Deutung wird deutlich, wie Zeug:innen des Frankfurter Prozesses zur Vermittlung historischen Wissens beitragen – und zugleich Grenzen dieser Vermittlung offenlegen.
Abstract
(Englisch)
This master’s thesis examines medical crimes committed in the Auschwitz concentration and extermination camp, focusing on witness testimonies from the first Frankfurt Auschwitz Trial (1963–1965). The central research question investigates how the crimes of SS doctors and medical personnel in Auschwitz were represented during the Nuremberg Doctors' Trial (1946/47) and the first Frankfurt Auschwitz Trial. Two sub-questions guide the analysis: first, which crimes of the SS doctors and medical staff were described in the testimonies of former inmate physicians and pharmacists during the Frankfurt trial; and second, how the findings of the Nuremberg Doctors' Trial can be related to the witness accounts from the Frankfurt proceedings. The analysis is based on a qualitative content analysis following Philipp Mayring’s method, applied to selected witness testimonies. In addition, contemporary media coverage of the Frankfurt Auschwitz Trial is contextualized using secondary literature. The study demonstrates that the testimonies provide a differentiated and deeply unsettling picture of medical crimes at Auschwitz, which goes beyond legal evaluation and constitutes a crucial component of collective memory. Situated between legal reckoning and memory culture, the thesis shows how survivor testimonies contribute to the transmission of historical knowledge—while also revealing the limits of such representation.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Frankfurter Prozess Nürnberger Ärzteprozess Medizinverbrechen Auschwitz
Autor*innen
Sebastian Pramesberger
Haupttitel (Deutsch)
Medizinverbrechen vor Gericht
Hauptuntertitel (Deutsch)
eine qualitative Analyse von Zeug:innenaussagen
Paralleltitel (Englisch)
Medical crimes on trial
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
86 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Kerstin von Lingen
Klassifikation
15 Geschichte > 15.24 Zweiter Weltkrieg
AC Nummer
AC17752185
Utheses ID
77724
Studienkennzahl
UA | 199 | 502 | 511 | 02
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1