Detailansicht

"Warum Westbahnhof? Weils einfach chillig ist."
Der Wartebereich des Wiener Westbahnhofs zwischen Sorge, sozialer Sicherung und räumlicher Praxis
Lisa Kriebaum
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Kultur- und Sozialanthropologie
Betreuer*in
Tatjana Thelen
Volltext in Browser öffnen
Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.79481
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17856.85519.687432-9
Link zu u:search
(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die Konstituierung des Wartebereichs am Wiener Westbahnhof erfolgt durch die alltäglichen Praktiken seiner Nutzer:innen, die ihn jenseits seiner intendierten Funktion als Transitraum hervorbringen. Durch das wiederholte Teilen des Raumes und gemeinsame Erfahrungen entsteht eine Form von Sozialität, die von flüchtigen Begegnungen bis hin zu Prozessen sozialer Sicherung und Sorge reicht. Diese relationalen sozialen Praktiken lösen den Wartebereich aus seiner Zuschreibung als reiner urbaner, öffentlicher Raum heraus. Dabei zeigt er sich als durchlässiger Schwellenraum, in dem die Grenzen zwischen öffentlich und privat, formell und informell stets neu ausgehandelt werden. Er ist damit kein „Nicht-Ort“, sondern ein fluid strukturierter Sozialraum, der je nach Situation als Wohnzimmer, Tageszentrum, Rückzugsort oder Durchgangsraum fungieren kann. Die Geschichten und Praktiken seiner Nutzer:innen verdeutlichen, dass soziale Prozesse und Gemeinschaft nicht auf offiziell dafür vorgesehene Orte beschränkt sind. Vielmehr manifestieren sie sich gerade auch in den Zwischenräumen urbaner Moderne, an Orten, die auf den ersten Blick nur Anonymität, Transit oder Flüchtigkeit versprechen.
Abstract
(Englisch)
The waiting area at Vienna's Westbahnhof is constituted by the everyday practices of its users, who bring it into existence beyond its intended function as a transit space. Through the repeated sharing of the space and common experiences, a form of sociality emerges that ranges from fleeting encounters to processes of social security and care. These relational social practices detach the waiting area from its attribution as a purely urban, public space. It reveals itself as a permeable liminal space in which the boundaries between public and private, formal and informal are constantly being renegotiated. It is thus not a “non-place,” but a fluidly structured social space that can function as a living room, community space, or transit area, depending on the situation. The stories and practices of its users illustrate that social processes and community are not limited to officially designated places. Rather, they manifest themselves precisely in the intermediate spaces of urban modernity, in places that at first glance promise only anonymity, transit, or transience.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Urbane Anthropologie Sorge Soziale Sicherung Stadt Gemeinschaft Soziale Kontrole Temporalität Transitraum
Schlagwörter
(Englisch)
Urban Anthropology Care Social Security Collective City Temporality
Autor*innen
Lisa Kriebaum
Haupttitel (Deutsch)
"Warum Westbahnhof? Weils einfach chillig ist."
Hauptuntertitel (Deutsch)
Der Wartebereich des Wiener Westbahnhofs zwischen Sorge, sozialer Sicherung und räumlicher Praxis
Paralleltitel (Englisch)
"Why Westbahnhof? Because it's just chill."
Paralleluntertitel (Englisch)
the waiting area at Vienna's Westbahnhof between care, social security, and spatial practice
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
122 Seiten : Illustration
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Tatjana Thelen
Klassifikationen
71 Soziologie > 71.14 Städtische Gesellschaft ,
73 Ethnologie > 73.06 Ethnographie
AC Nummer
AC17672765
Utheses ID
77770
Studienkennzahl
UA | 066 | 810 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1