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Es kam die ganze große Welt in den "Streicherhof"
der "Streicherhof" als Raum vielfältiger Formen musikkulturellen Handelns
Julia Lenart
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Musikwissenschaft
Betreuer*in
Melanie Unseld
DOI
10.25365/thesis.79440
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-17874.90928.585024-5
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit nimmt den sogenannten „Streicherhof“, das Gebäude, in welchem die Klavierbaufamilie Streicher im 19. Jahrhundert Instrumente produzierte und (Privat-)Konzerte veranstaltete, als Raum in den Fokus, der vielfältige Formen musikkulturellen Handelns beherbergte, ermöglichte und miteinander verband. Die Arbeit bedient sich Ansätzen des musikkulturellen Handelns, der historischen Praxeologie sowie der Raumsoziologie und bezieht Forschungsliteratur zur historischen Haus- und (Musiker-)Familienforschung ein. Gefragt wird danach, welche Formen musikkulturellen Handelns sich im „Streicherhof“ nachweisen lassen, und inwiefern diese miteinander verknüpft waren bzw. sich gegenseitig bedingten. Außerdem wird gefragt: Wie lassen sich verschiedene Praktiken räumlich festschreiben? Welche Akteur:innen waren an diesen in welcher Form beteiligt? Und zuletzt: Welche Einblicke erlauben verschiedene Quellengattungen in Hinblick auf eine raumsoziologische und praxeologische Betrachtung des „Streicherhofs“? Die Masterarbeit bedient sich eines vielfältigen Quellenspektrums: Neben Bauakten und Konskriptionslisten werden Zeitungsberichte und -anzeigen sowie verschiedenste Nachlassdokumente (Lebenserinnerungen, Protokolle, familiengeschichtliche Abhandlungen etc.) herangezogen, um das Gebäude und die darin stattfindenden Praktiken aus verschiedenen Perspektiven zu beschreiben. Zunächst werden die Ergebnisse entlang sechs verschiedenen Praktiken getrennt beschrieben: Instrumente bauen, Instrumente verkaufen, Musik aufführen, (musikbezogenes) Lernen, häusliches Musizieren und Netzwerken. Im anschließenden Fazit werden diese wieder entlang der Forschungsfragen zusammengedacht. Es zeigt sich, dass die einzelnen Formen musikkulturellen Handelns eng miteinander verknüpft waren; beispielsweise gingen die im Konzertsaal stattfindenden Aufführungen mit Formen des Netzwerkens einher und waren zugleich eine Plattform für die Bewerbung der (neuen) Instrumente der Firma Streicher. In Hinblick auf Praktiken des Lernens lassen sich unter der Perspektive des ‚wilden Lernens‘ vielfältige Lernsituationen beschreiben; sowohl hinsichtlich der Klavierbauausbildung als auch im Kontext musikbezogenen Lernens der Kinder der Familie Streicher. Dabei zeigt sich auch, dass sich nicht alle Formen musikkulturellen Handelns gleichsam räumlich festschreiben lassen. Ein vielfältiges Quellenspektrum ist für eine praxeologische Fragestellung unerlässlich und erlaubt, die verschiedenen Perspektiven zu einem größeren Bild zusammenzuführen. Die Masterarbeit leistet damit einen Beitrag zum Diskurs um die Vielfalt des musikkulturellen Lebens im Wien des 19. Jahrhunderts und hebt in diesem Kontext die Bedeutung vorinstitutioneller Räume hervor.
Abstract
(Englisch)
This master’s thesis focuses on the so-called ‘Streicherhof’, the building in which the Streicher family of piano makers produced instruments and organised concerts throughout the 19th century. The thesis looks at different musical practices that were located, enabled and connected within the ‘Streicherhof’. It uses the concept of musikkulturelles Handeln (developed by Susanne Rode-Breymann) as well as approaches from historical praxeology and sociology of space and it incorporates literature from the field of historical house and family research. The thesis asks: What musical practices can be identified within the ‘Streicherhof’ and how were they interconnected? How can different practices be spatially located within the building? Which actors were involved in these practices and in what form? And finally: What insights do different types of sources provide with regards to a praxeological examination of the ‘Streicherhof’? The master’s thesis draws on a diverse range of sources: in addition to construction plans and conscription lists it uses contemporary newspaper reports as well as a wide variety of estate documents (memoirs, protocols, writings on the family history, etc.) to describe the building and the practices from different perspectives. First, six different musical practices are described in detail: instrument making, selling instruments, music performance, (music-related) learning, domestic music-making, and networking. In the subsequent conclusion, these separate descriptions are then considered in relation to the research questions. The study shows that individual musical practices were closely linked together; for example, the performances taking place at the ‘Streichersaal’ were accompanied by forms of networking and at the same time served as a platform for promoting (new) instruments produced by the Streicher piano company. Furthermore, a wide range of learning practices can be described from the perspective of ‘wild learning’, both in terms of piano-making training and in the context of music-related learning by the children of the Streicher family. It also becomes apparent that not all musical practices can be spatially defined in the same way. However, a diverse range of sources helps to look at musical practices from several perspectives and thus allows us to draw a bigger picture. Overall, this master’s thesis contributes to the discourse on the diversity of musical cultural life in 19th-century Vienna and highlights the importance of pre-institutional spaces within this context.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Musikerfamilie Musikgeschichte Wien Instrumentenbau
Autor*innen
Julia Lenart
Haupttitel (Deutsch)
Es kam die ganze große Welt in den "Streicherhof"
Hauptuntertitel (Deutsch)
der "Streicherhof" als Raum vielfältiger Formen musikkulturellen Handelns
Paralleltitel (Englisch)
Es kam die ganze große Welt in den "Streicherhof"
Paralleluntertitel (Englisch)
the "Streicherhof" as a space of manifold musical pracitces
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
152 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Melanie Unseld
Klassifikation
15 Geschichte > 15.07 Kulturgeschichte
AC Nummer
AC17670794
Utheses ID
77778
Studienkennzahl
UA | 066 | 836 | |
