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Tattoos and gender
constructions of gender in contemporary tattoo culture in Copenhagen
Christin Spormann
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium CREOLE-Cultural Differences and Transnational Processes
Betreuer*in
Giorgio Brocco
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.79538
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-22932.80366.277795-7
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit untersucht das Verhältnis von Geschlecht und zeitgenössischer Tätowierungskultur in Kopenhagen. Motiviert durch persönliche Erfahrungen, aufgrund sichtbarer Tattoos selbst zum Gegenstand von Grenzüberschreitungen geworden zu sein, sowie durch die Lücken in feministischer und queerer Anthropologie zu Tätowierungen, geht das Projekt den Fragen nach: Was sagen zeitgenössische, westliche Tattoos in Kopenhagen über Geschlecht aus? Ist das Stechenlassen nicht geschlechtskonformer bzw. nicht-stereotypischer Tattoos ein (queer-)feministischer Akt, ein Akt der Befreiung? Was geschieht mit binären Geschlechterkonstruktionen – und werden diese Normen durch Tattoos überwunden? Mit einer queer-feministischen Perspektive und aufbauend auf Theorien über den Körper als kulturelle Inschrift (Douglas), Geschlechterperformativität (Butler) und zeitgenössische Tätowierungsstudien (Thompson & Kloss) basiert die Forschung auf ethnographischer Feldarbeit in Kopenhagen. Dazu gehören teilnehmende Beobachtungen in Tattoo-Studios und im öWentlichen Raum, Interviews mit tätowierten Künstler*innen und Kund*innen sowie visuelle Analysen von Motiven und Stilen. Der Zugang zu Tattoo-Räumen erwies sich als herausfordernd, was das Forschungsdesign stärker in Richtung Interviews lenkte und zugleich aufzeigte, wie geschlechterspezifische Dynamiken das Feld strukturieren. Die Ergebnisse zeigen, dass die Tätowierungskultur in Kopenhagen gleichzeitig ein Ort des Widerstands wie auch der Reproduktion von Geschlechternormen und Binarität ist. Tattoo Studios sind stark nach Geschlecht codierte Räume: Traditionelle Studios pflegen eine maskuline Ästhetik, während Fine-Line-Studios sich an femininen Schönheitsidealen orientieren. Die Tattoos von Frauen sind häufig Ausdruck von Befreiung, welche Identität, Autonomie, Kontrolle und Sicherheit aushandeln, bleiben jedoch in patriarchale Rahmenbedingungen von Objektifizierung und Ausschluss eingebettet. Gleichzeitig fungieren Tattoos auch als Akte des Widerstands oder als Interpretationen alternativer Schönheitsvorstellungen. Währenddessen dominiert Maskulinität sowohl die Branche als auch das urbane Tätowierungsumfeld, was Zugang, Arbeitsbedingungen und Ästhetiken prägt. Die begrenzte Sichtbarkeit von Genderqueeren Identitäten, wie nicht-binären, agender, inter- und trans Personen in der Tätowierungsszene Kopenhagens spiegelt breitere Marginalisierung in der Gesellschaft wider. Die Arbeit trägt zu anthropologischen Debatten über Geschlecht und Körperkultur bei, indem sie das Tätowieren in Kopenhagen als Linse verwendet, durch die sich das komplexe Zusammenspiel von Geschlecht, Kommerzialisierung und Identität in zeitgenössischen europäischen, urbanen Kontexten verstehen lässt.
Abstract
(Englisch)
This thesis examines the relationship between gender and contemporary tattoo culture in Copenhagen. Motivated by personal experiences of being a subject for transgression due my visible tattoos and by the gaps in feminist and queer anthropological research on tattoo culture, the project addresses the questions: What do contemporary Western tattoos say about gender in Copenhagen? Is getting non gender conform/ non- stereotypical tattoos a (queer)feminist act, an act of liberation? What happens to binary gender constructions and are these norms overcome with tattoos? Grounded in a queer-feminist perspective and drawing on theories of the body as cultural inscription (Douglas), gender performativity (Butler), and tattoo contemporary studies (Thompson & Kloss). The research is based on ethnographic fieldwork in Copenhagen, including participant observation in tattoo studios and in public, interviews with tattooed artists and clients, and visual analysis of motifs and styles. Gaining access into tattoo spaces proved challenging, shaping the research design toward interviews and highlighting how gendered dynamics structure the field. Findings reveal that tattoo culture in Copenhagen is a site of both resistance and reproduction of gender norms and binarity. Tattoo shops are strongly gendered spaces: traditional shops cultivate masculine aesthetics, while fine-line studios align with feminine beauty ideals. Women’s tattoos often are a liberating expression that negotiate identity, autonomy, control and security but remain embedded in patriarchal frameworks of objectification and exclusion. At the same time, tattoos also serve as acts of resistance or interpretations of alternative beauty ideas. While masculinity dominates both the industry and the urban tattoo environment, shaping access, labour conditions, and aesthetics. The limited visibility of gender queer, such as non-binary, agender, inter and trans identities in Copenhagen’s tattoo scene reflect broader exclusions within society. The thesis contributes to anthropological debates on gender and body culture by positioning tattooing in Copenhagen as a lens through which to understand the complex interplay of gender, commodification, and identity in contemporary European urban contexts.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Gender Körper Geschlecht Körperkultur Körperkunst Tattoos Haut visuelle Kultur Körpermodifikation zeitgenössische Kunst zeitgenössische Tattoos Kopenhagen Queere Identitäten LGBTQIA+ Feminismus
Schlagwörter
(Englisch)
Gender Body body culture body art body modification tattoos skin contemporary culture contemporary art contemporary tattoos Copenhagen queer identities LGBTQIA+ feminism
Autor*innen
Christin Spormann
Haupttitel (Englisch)
Tattoos and gender
Hauptuntertitel (Englisch)
constructions of gender in contemporary tattoo culture in Copenhagen
Paralleltitel (Deutsch)
Tattoos und Gender
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
105 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Giorgio Brocco
Klassifikation
73 Ethnologie > 73.44 Sexualität. Geschlecht
AC Nummer
AC17690832
Utheses ID
77871
Studienkennzahl
UA | 066 | 656 | |
Universität Wien, Universitätsbibliothek, 1010 Wien, Universitätsring 1