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Die Darstellung der politischen Karriere der Figur Margaret Thatcher in der Doku-Serie "The crown"
Monika Spasojevic
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Lehramt Sek (AB) Unterrichtsfach Geschichte und Politische Bildung Unterrichtsfach Italienisch
Betreuer*in
Monika Bernold
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.80972
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-22986.83964.159331-2
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)

Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Die vorliegende Masterarbeit analysiert die Darstellung der politischen Karriere der Figur Margaret Thatcher in der Doku-Serie „The Crown“. Das mediale Interesse an der Politikerin Margaret Thatcher ist heute wie damals hoch. Durch den Wandel der Zeit erhielten zeitgenössische Medien einen Repräsentationsspielraum, der eine zusätzliche Dimension bei der Darstellung von historischen Persönlichkeiten ermöglicht. Ein Großteil der Abonnentinnen und Abonnenten von Netflix stammt aus einer Generation, die die Regierungszeit oder Jahre nach Thatchers politischen Karriere nicht miterlebt hat. Die von Netflix produzierten Historienserien und -filme der 2010er und 2020er Jahre weisen eine starke Realitätssuggestion auf und sind aufgrund der monopolen Marktpositionierung der Streaming Plattform für die Beeinflussung des Bildes der ehemaligen Premierministerin Großbritanniens im öffentlichen Diskurs und im Geschichtsbewusstsein der Zuseherinnen und Zuseher verantwortlich. Das Ziel dieser Arbeit ist daher das Darlegen medialer Möglichkeiten in Bezug auf die Repräsentation einer historischen Persönlichkeit. Wie wird mit der Mimik und Gestik gespielt, werden ihr Charaktereigenschaften zugeschrieben, die einen positiven oder negativen Einfluss auf das Gesamtbild ihrer Person werfen oder wozu dienen inszenierte Konversationen? Es wird untersucht, welche medialen Auszüge der Berichterstattung über ihre politische Karriere für die mediale Präsentation der Figur auf Metaebene in der Serie ausgewählt wurden. Die Untersuchung basiert auf einem Methodenmix, der eine historische Kontextanalyse als übergeordneten Rahmen nutzt. Innerhalb dieses Rahmens wurden ergänzend eine Figurenanalyse nach Lajos Egri, sowie eine Analyse der Figur Margaret Thatcher auf medialer Metaebene durchgeführt. Diese Triangulation ermöglichte es, mediale Repräsentationsstrategien systematisch mit historischen Realitätsbezügen zu kontrastieren. Die Auswertung meiner Analyse zeigt, dass die Serie dramaturgische Freiheiten gezielt nutzt, um Margaret Thatcher als ambivalente, aber letztlich sympathische Protagonistin zu inszenieren, entgegen ihrer polarisierenden historischen Realität. Durch die emotionalisierende Darstellung privater Konflikte, wie Ehegespräche oder Selbstzweifel und die redaktionelle Auswahl politischer Schlüsselmomente, wie den Falklandkrieg als Heroic Arc werden komplexe politische Momente zugunsten unterhaltsamer Character Arcs vereinfacht. Diese inszenatorische Vereinfachung priorisiert den Unterhaltungswert der Serie über historische Fakten. Dadurch dient die Darstellung ihrer Wirtschaftspolitik primär als Spannungsmoment zwischen der Queen und Premierministerin, während strukturelle Folgen wie Arbeitslosigkeit oder soziale Spaltung marginalisiert bleiben. Die Arbeit belegt, dass die dramaturgische Inszenierung Margaret Thatchers in „The Crown“ eine strategisch angelegte Darstellungsstrategie verfolgt. Durch die gezielte Emotionalisierung ihrer Figur werden Identifikationspotenziale für ein postmodernes Publikum geschaffen, was zeitgleich die kritische Einordnung ihrer Politik und damit die Herausbildung eines objektiven Geschichtsbildes systematisch untergräbt.
Abstract
(Englisch)
This master’s thesis aims to analyze the representation of Margaret Thatcher’s political career portrayed in the documentary series “The Crown”. The main focus is to examine how this historical figure is depicted in the media. Over time, contemporary media have developed new possibilities to present historical characters as authentically as possible. The greater part of Netflix's subscribers did not experience the political career of the prime minister Margaret Thatcher in real life. However, the historical series and films produced by Netflix reproduce an extremely authentic representation of reality. Hence, this work analyzes, reflects and presents medial possibilities correlating with the representation of a historical character. The aim of this study is to explore media strategies for representing a historical figure. It examines how facial expressions, gestures and ascribed character traits, whether casting a positive or negative light on her persona, are used, as well as the purpose of staged private conversations with her husband, such as those depicted shortly before bedtime. The analysis investigates which excerpts of media coverage about her political career are selected for the medial meta-level portrayal of the character in the series. The research employs a mixed-methods approach, using historical contextual analysis as an overarching framework. Within this framework, supplementary methods include a character analysis based on Lajos Egri’s principles and a meta-analysis of Margaret Thatcher’s portrayal. This triangulation allowed a systematic contrast between media representation strategies and historical realities. The findings reveal that the series intentionally employs narrative liberties to depict Margaret Thatcher as an ambivalent yet ultimately sympathetic protagonist, diverging from her polarizing historical legacy. By emotionally emphasizing private conflicts, such as marital discussions or moments of self-doubt, and editorially curating pivotal political moments, such as framing the Falklands War as a heroic arc, complex political events are simplified in favor of entertaining character arcs. This narrative simplification prioritizes the series’ entertainment value over historical accuracy. For instance, her economic policies are primarily framed as points of tension with the Queen, while structural consequences like unemployment or social division remain marginalized. The study demonstrates that the dramatic portrayal of Margaret Thatcher in The Crown follows a strategic representational approach. By deliberately emotionalizing her character, the series creates identification opportunities for a postmodern audience. However, this simultaneously undermines critical engagement with her policies and systematically obstructs the formation of an objective historical perspective.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Margaret Thatcher Doku-Serie Thatcherismus Netflix Serie The Crown
Autor*innen
Monika Spasojevic
Haupttitel (Deutsch)
Die Darstellung der politischen Karriere der Figur Margaret Thatcher in der Doku-Serie "The crown"
Paralleltitel (Englisch)
The representation of Margaret Thatcher's political career in the documentary series "The crown"
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
88 Seiten : Illustrationen
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Monika Bernold
Klassifikation
15 Geschichte > 15.06 Politische Geschichte
AC Nummer
AC17847959
Utheses ID
77881
Studienkennzahl
UA | 199 | 511 | 517 | 02
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