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Virtuelle Erfahrungsräume
Slow Walk Videos auf YouTube
Simeon Scholz
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Theater-, Film- und Medienwissenschaft
Betreuer*in
Nicole Kandioler-Biet
DOI
10.25365/thesis.79885
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-25578.79980.964317-3
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
YouTube erwies sich seit seiner Entstehung als Ort, an dem diverse Internet-Phänomene ihren Platz und ihr Publikum fanden. Dabei wird anhand einiger Video-Formate auf der Plattform auch eine Bestandsaufnahme des aktuellen Zeitgeists möglich, welche die Sehnsüchte und Konflikte der Subjekte einer Gesellschaft aus den Inhalten, die online veröffentlicht und konsumiert werden, darstellt. Das Slow Walk-Videogenre stellt eines dieser Formate dar, welches in den letzten Jahren ein größeres Publikum fand. Die Videos zeigen mehrstündige Aufzeichnungen, insbesondere von Spaziergängen oder auch von längeren Autoreisen, welche zumeist aus einer subjektiven Perspektive abgefilmt werden. Auf diese Weise können die Betrachter:innen der Videos die gesamte Reise aus der Perspektive der tatsächlichen Spaziergänger- und Autofahrer:innen simulieren. Dabei zeichnen sich diese Inhalte insbesondere durch die entfaltende Dauer der ungeschnittenen Videos aus, in denen man für eine lange Zeit verweilen kann und in der Lage ist, den aufgezeichneten Raum ausführlich zu betrachten und zu observieren. Durch die authentischen Aufnahmen, bei denen es sich häufig um unbearbeitete Rohaufnahmen handelt, entsteht indessen eine bemerkenswerte Diskrepanz zwischen dem realen und dem digitalen Raum, indem das Video ein digitales Fenster zur analogen Wirklichkeit aufstößt und einen virtuellen Erfahrungsraum schafft, in welchem die Rezipient:innen analoge Szenen aus dem Leben Anderer konsumieren können. Dies wirft Fragen über den Wert und Nutzen des Konsums jener fremden Erfahrungen auf. Demgegenüber drängt sich der Aspekt der Entschleunigung auf, welche die Videos durch ihren visuellen Stil vermitteln. Im Zuge dessen erwiesen sich die Slow Walk-Videos als ein Webvideo-Genre, das den beschleunigten Inhalten auf aktuellen digitalen Plattformen entgegenwirkt und auch als Widerstand gegenüber einer beschleunigten Gesellschaft gelesen werden kann. Die Videos schaffen demnach digitale Räume, welche eine bedeutsame Möglichkeit zum Ausbruch aus den beschleunigten Zeitgefügen schaffen, insofern ihnen ebenfalls eine relevante Position in soziologischen Diskursen zukommt. Dies geht auch durch die Hervorbringung und Erhaltung analoger Erfahrungen hervor, die aufgrund dessen, dass eine Mehrzahl an Menschen im Arbeitsleben weniger Zeit für reale Unternehmungen findet, die ihnen einen Ausbruch aus der omnipräsenten digitalen Welt ermöglichen, zunehmend aus den Leben verschwinden. Nicht zuletzt auch durch die technische Innovation, welche über Generationen den Menschen immer mehr abnahm und in die analoge Welt tiefer eindrang, Wege verkürzte und soziale Praxen veränderte und auch auf diesem Wege Erfahrungen verloren gingen
Abstract
(Englisch)
YouTube has proven itself as a place for many Internet-phenomena over time. While analyzing some of those videos, the possibility appears to get to know the deeper desires and conflicts and ultimately the current zeitgeist of a society. The Slow Walk-Videos is such a genre that gained a larger audience over the last years. These videos showing long voyages with a runtime of several hours, such as a trip in the car or a long walk in which the camera is filming the scene from a subjective (POV) perspective. That’s how the audience can simulate the filmed scene from the actual walker’s or car driver’s experience. In that way, these contents allowing the viewers to observe the recorded space in detail, since they’re especially characterized by the duration of time due to the uncutted footage. These authentic recordings, that are in the most cases entirely unedited raw footage create a discrepancy between the real and digitale space, while the video is opening a digital window towards an analog reality. In this way the video is creating a virtual space of experience in which the audience is able to consume analog scenes from the lives of others. This considered, questions about the value and benefit erases of consuming foreign experiences. In contrast to that, the aspect of deceleration emerges, which the video convey within their visual style. In this context, the slow walk videos prove to be a web-video-genre which counteracts the accelerated content of current platforms in digital media and can furthermore be analyzed as a resistance to an accelerated society as well. According to that the videos creating digital spaces, which present a remarkable chance to escape the current accelerated temporal structures. In that context, the videos should also find their way into sociologist discourses, given that the content creates and secure analog experiences in the digital space, while many working people don’t have that amount of time anymore for real activities that lead them away from the omnipresent digital world. Not least due the technological innovations, which in a timespan of many generations has taken over and entered the analog world by changing social practices, or the world itself by shorten distances, all resulting into a loss of experience.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Digitale Medien YouTube Digitale Ästhetik Slow Media Virtueller Raum Entschleunigung Zeitgefüge
Schlagwörter
(Englisch)
Cyberspace Digital Natives
Autor*innen
Simeon Scholz
Haupttitel (Deutsch)
Virtuelle Erfahrungsräume
Hauptuntertitel (Deutsch)
Slow Walk Videos auf YouTube
Paralleltitel (Englisch)
Virtual rooms of experience
Paralleluntertitel (Englisch)
slow walk videos on YouTube
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
103 Seiten
Sprache
Deutsch
Beurteiler*in
Nicole Kandioler-Biet
Klassifikation
05 Kommunikationswissenschaft > 05.38 Neue elektronische Medien
AC Nummer
AC17733775
Utheses ID
77925
Studienkennzahl
UA | 066 | 583 | |
