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Navigating uncertainty
a trajectory study of evolving mobility decisions among displaced Ukrainians in Switzerland and Austria
Ralf Merlin Schmid
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Geowissenschaften, Geographie und Astronomie
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Geography: Global Change and Sustainability
Betreuer*in
Harald Sterly
DOI
10.25365/thesis.79864
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-25587.95490.852488-1
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(Print-Exemplar eventuell in Bibliothek verfügbar)
Abstracts
Abstract
(Deutsch)
Diese Arbeit untersucht die Mobilitätsentscheidungen von geflüchteten Ukrainer*innen im Zuge der russischen Invasion der Ukraine im Jahr 2022. Auf Grundlage qualitativer Interviews in Österreich und der Schweiz analysiert sie die Entwicklung mobilitätsbezogener Aspirationen unter Zwang über verschiedene Etappen der Vertreibung hinweg. Durch die Kombination eines trajektorienbasierten Ansatzes mit dem Aspirations–Capabilities-Framework wird die zeitlich-räumliche Dynamik erzwungener Mobilitätsentscheidungen nachvollzogen. Dabei wird deutlich, wie individuelle Entscheidungen durch emotionale Bindungen, institutionelle Einschränkungen, sich wandelnde Handlungsspielräume und den anhaltenden Konflikt beeinflusst wurden. Die Studie zeigt auf, wie sich Mobilität von ungeplanten, reaktiven Evakuierungen hin zu bewusst gesteuerten Umsiedlungen in als sicher oder stabil wahrgenommene Aufnahmekontexte verlagerte – und so den Boden für spätere Neuorientierungen und Integrationsprozesse bereitete. In diesem Zusammenhang zeigt sich, wie sich unter den Bedingungen von Flucht und Zwang individuelle Handlungsfähigkeit (wieder)entfaltete, wobei sich anfänglich reaktive Entscheidungen zunehmend in bewusst geplante Mobilitätsstrategien verwandelten. Weiterhin verdeutlichen die Ergebnisse einen schrittweisen Wandel der Migrationsaspirationen: von anfänglicher Rückkehrerwartung hin zu einer wachsenden Orientierung auf mittel- bis langfristige Perspektiven im Aufnahmeland, eng verknüpft mit der Fähigkeit, unter strukturell begrenzten Bedingungen neue Capabilities – etwa in den Bereichen Sprache, Arbeitsmarktzugang oder rechtlicher Status – aufzubauen. Frühe Erfolge im Umgang mit den Aufnahmestrukturen erwiesen sich dabei nicht nur als zentral für spätere Entscheidungsoptionen, sondern prägten auch langfristig die individuellen Mobilitätsverläufe, während Rückschläge die Flexibilität einschränkten und Unsicherheiten vertieften. Abschließend wird aufgezeigt, wie das Spannungsverhältnis zwischen kurzfristig angelegten Schutzregelungen und der langfristigen Realität von Vertreibung – in Verbindung mit den individuellen Trajektorien der Geflüchteten – deren Entscheidungen über Verbleib, Rückkehr oder Weiterwanderung prägte. Die Arbeit liefert damit eine empirisch fundierte Analyse von Handlungsfähigkeit unter strukturellen Zwängen sowie von sich wandelnden Mobilitätsorientierungen im Kontext langandauernder Unsicherheit.
Abstract
(Englisch)
This thesis investigates forced mobility decision-making among displaced Ukrainians following Russia’s invasion of Ukraine in 2022. Drawing on qualitative interviews conducted in Austria and Switzerland, it examines how migration aspirations evolved across distinct stages of displacement. Employing a trajectory-based approach, the study extends the aspirations–capabilities framework to analyse the evolution of forced mobility decision-making across time and space, focusing on how individual decisions were shaped by emotional ties, institutional constraints, emerging opportunities, and the increasingly protracted conflict. It traces how mobility shifted from unplanned, reactive evacuation to more deliberate relocation toward perceived safe or stable environments—setting the stage for later recalibration and integration efforts. Through this lens, the thesis captures the (re)emergence of agency as individuals transitioned from emergency responses to longer-term strategic planning. The findings reveal a gradual shift in mobility aspirations, from initial expectations of returning home to a growing acceptance of medium- and long-term displacement in host countries. This evolution was closely tied to individuals' ability to develop capabilities, such as language proficiency, labour market access or legal security, within structurally constrained environments. Early success in navigating host country systems was crucial in determining future possibilities, whereas setbacks frequently restricted flexibility and exacerbated uncertainty. The thesis underscores how early acts of adaptation and capability-building influenced later mobility trajectories. Finally, it highlights how a temporal mismatch between short-term protection frameworks and the long-term realities of displacement, combined with participants' individual displacement trajectories, shaped their long-term decisions on whether to remain, return, or move further—offering a grounded account of both agency under constraint and the evolving mobility orientations in protracted displacement.
Schlagwörter
Schlagwörter
(Deutsch)
Mobilität Migration Flucht Ukraine Schweiz Österreich Vertriebene
Schlagwörter
(Englisch)
Mobility Forced Mobility Flight Ukraine Conflict Protracted displacement Aspirations Capabilities Policy Trajectory
Autor*innen
Ralf Merlin Schmid
Haupttitel (Englisch)
Navigating uncertainty
Hauptuntertitel (Englisch)
a trajectory study of evolving mobility decisions among displaced Ukrainians in Switzerland and Austria
Paralleltitel (Deutsch)
Mobilität in Zeiten der Unsicherheit
Paralleluntertitel (Deutsch)
eine Trajektorienstudie zur Entwicklung von Mobilitätsentscheidungen ukrainischer Vertriebener in der Schweiz und in Österreich
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
IV, 189 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Harald Sterly
AC Nummer
AC17732820
Utheses ID
77933
Studienkennzahl
UA | 066 | 855 | |
