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The endless loop: work, care, and the illusion of balance in the lives of female civil society workers in Northern Vietnam
a qualitative case study on the factors of stress and coping strategies
Luisa Roßbach
Art der Arbeit
Masterarbeit
Universität
Universität Wien
Fakultät
Fakultät für Sozialwissenschaften
Studiumsbezeichnung bzw. Universitätlehrgang (ULG)
Masterstudium Internationale Entwicklung
Betreuer*in
Farah Naz
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Alle Rechte vorbehalten / All rights reserved
DOI
10.25365/thesis.79862
URN
urn:nbn:at:at-ubw:1-29034.82721.488288-6
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Abstracts

Abstract
(Deutsch)
Vietnam bietet eine eindrucksvolle Grundlage für die Untersuchung der Gleichstellung der Geschlechter. Hier stehen formelle Verpflichtungen zur Gleichstellung der Geschlechter im Gegensatz zu tief verwurzelten patriarchalischen Praktiken. Dies zeigt sich besonders deutlich am Arbeitsplatz: Frauen müssen hier den beruflichen Anforderungen gerecht werden und gleichzeitig den Großteil der Haus- und Care-Arbeit übernehmen. Zivilgesellschaftliche Organisationen (CSO), obwohl sie oft selbst für soziale Gerechtigkeit und Geschlechtergleichstellung eintreten, bilden hier keine Ausnahme. Diese Studie untersucht anhand des Konzepts von Work-Life-Balance (WLB) die Erfahrungen von Frauen, die im zivilgesellschaftlichen Sektor (CSS) im Norden Vietnams arbeiten, im Umgang mit den widersprüchlichen Anforderungen von Beruf und Privatleben. Aus einer postkolonialen feministischen Perspektive reflektiert diese Studie kritisch die eurozentrischen und neoliberalen Annahmen, die dem WLB-Konzept zugrunde liegen. Diese Studie wurde in Form einer qualitativen Fallstudie durchgeführt. Zur Erhebung empirischer Daten wurden zehn halbstrukturierte Interviews mit Frauen durchgeführt, die in zivilgesellschaftlichen Organisationen im Großraum Hanoi arbeiten. Als zentraler Ansatz für die Entwicklung des Forschungsdesigns wurde reflexive thematische Analyse (TA) angewandt. Die reflexive TA wurde verwendet, um Stressfaktoren, (Bewältigungs-)Strategien sowie strukturelle und kulturelle Bedingungen zu identifizieren, die die WLB der Frauen beeinflussen. Die Ergebnisse dieser Studie verweisen auf eine doppelte Belastung für Frauen, die sowohl einer bezahlten Arbeit als auch unbezahlter Care-Arbeit nachgehen. Obwohl sinnstiftende Arbeit als Quelle von Motivation und Energie dienen kann, erhöht das moralisch aufgeladene Umfeld von zivilgesellschaftlichen Organisationen die Wahrscheinlichkeit, dass für weibliche Arbeitnehmerinnen die Grenzen zwischen Berufs- und Privatleben verschwimmen. Die Frauen in dieser Studie berichteten von einem stark verinnerlichten Druck, soziale Erwartungen und organisatorische Anforderungen zu erfüllen. Diese geschlechtsspezifischen Schwierigkeiten werden durch organisatorische Hierarchien, die politische und wirtschaftliche Unsicherheit des zivilgesellschaftlichen Sektors und durch Geschlechternormen verschärft. Um Belastungen zu bewältigen, wandten die Frauen individuelle Strategien wie Selbstfürsorge-Routinen, das Setzen von Grenzen oder persönliche soziale Unterstützungsnetzwerke an. Diese Studie leistet einen Beitrag zur Diskussion über die Ambivalenz des Resilienz-Diskurses: Während Engagement und die Resilienz vielen Frauen das Arbeit ermöglicht, stabilisieren die individuellen Bewältigungsstrategien auch die strukturelle Ungleichheit, indem sie die Kämpfe der Frauen entpolitisieren und letztlich die Marginalisierten, die weniger Privilegierten und die Armen zurücklassen. Diese Forschung kritisiert die Darstellung von WLB als neutrales und individuelles Thema des Zeitmanagements, ein Narrativ welcher neoliberale Diskurse unterstützt, und fordert eine Neudefinition von WLB als politisches, geschlechtsspezifisches und situationsabhängiges Problem. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit struktureller Interventionen und kontextsensitiver Maßnahmen.
Abstract
(Englisch)
Vietnam constitutes a compelling case for analysing gender equality, where formal commitments to gender equality contrast with deeply embedded patriarchal practices. This is especially apparent at the workplace, where women try to keep up with job demands whilst remaining majorly responsible for the domestic labor and care work. The workplace environment of civil-society organisations (CSO), although they often promote social justice and gender equality themselves, are no exception to this. This research uses the concept of work-life balance (WLB) to examine the experiences of women working in the civil society sector (CSS) in northern Vietnam in dealing with the conflicting responsibilities of work and private life. Using a postcolonial-feminist theoretical perspective this study furthermore critically reflects on Eurocentric and neoliberal assumptions embedded in the WLB concept. This research was conducted in the form of a qualitative case study. To collect empirical data ten semi-structured interviews with women working in civil-society organisations in Hanoi were carried out. Reflexive Thematic Analysis (TA) was used as the central approach in developing the research design. Reflexive TA was used to identify factors of stress, (coping) strategies and structural and cultural conditions influencing the WLB of the women. The findings of this study indicate a dual burden for women who perform paid work and care work. Although meaningful work can act as a source of motivation and energy, the morally charged and purpose-driven environment of CSO increases the likelihood of female workers to experience dissolving boundaries between professional and private life. The women in this study reported strong internalized pressure to fulfil social expectations and organisational demands. These gendered challenges are reinforced through organisational hierarchies, the political and economic precariousness of the CSS and persisting gender norms. To manage this burden the women used individualized strategies like self-care routines, boundary setting or personal social support networks. This study contributes to the discussion about the ambivalence of the resilience discourse: Whilst the engagement and resilience of females enable many to work, the individualized strategies arguably stabilize structural inequality through depoliticising women’s struggles and ultimately leave behind the marginalized, the less privileged and the poor. This research criticizes the framing of WLB, in the spirit of neoliberal discourses, as a neutral and individual issue of time management and calls for a reframing of WLB as a political, gendered and situational issue. The findings highlight the need for structural interventions and context-sensitive policies.

Schlagwörter

Schlagwörter
(Deutsch)
Work-Life Balance Gleichstellung der Geschlechter Zivilgesellschaftssektor Vietnam
Schlagwörter
(Englisch)
Civil-Society Organisations Work-Life Balance Gender Equality Vietnam
Autor*innen
Luisa Roßbach
Haupttitel (Englisch)
The endless loop: work, care, and the illusion of balance in the lives of female civil society workers in Northern Vietnam
Hauptuntertitel (Englisch)
a qualitative case study on the factors of stress and coping strategies
Paralleltitel (Deutsch)
In der Endlosschleife: Arbeit, Care und die Illusion von Balance im Leben vietnamesischer Zivilgesellschafts-Arbeiterinnen in Nord-Vietnam
Publikationsjahr
2025
Umfangsangabe
vii, 122 Seiten : Illustrationen
Sprache
Englisch
Beurteiler*in
Farah Naz
Klassifikation
70 Sozialwissenschaften allgemein > 70.00 Sozialwissenschaften allgemein. Allgemeines
AC Nummer
AC17732753
Utheses ID
77964
Studienkennzahl
UA | 066 | 589 | |
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